Cebit 2018 Bildung, Bürgerbeteiligung, Verträge – In diesen Bereichen wird auf die Blockchain gesetzt

Auf fast jeder Veranstaltung zur Digitalisierung ist auch die Blockchain ein Thema. Die Cebit macht da keine Ausnahme – und stellt zahlreiche neue Ideen vor.
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Was ist eine Blockchain und wie funktioniert sie?

HannoverBlockchain ist DAS neue, branchenübergreifende Buzz-Word. Blockchain steht für Bitcoins, für Bankenschreck – für Innovation und Disruption. Kurz: Es steht für Zukunft.

Die Digitalmesse Cebit wird am späten Freitagnachmittag in Hannover die Tore schließen – doch vorher wird das Thema Blockchain bei einem eigenen Summit noch einmal intensiv besprochen. Alles soll sich darum drehen, wie die Technologie eingesetzt werden kann und welche Konzepte sich bereits abzeichnen.

Die Blockchain-Technologie bedeutet eine radikale Veränderung von Transaktionen zwischen zwei oder mehreren Parteien: Digitale Prozesse lassen sich kaum noch manipulieren und sie werden transparenter. Das bedeutet: Sie werden vertrauenswürdiger.

Sobald die Daten in der Blockchain sind, werden sie dezentral auf verschiedenen Geräten gespeichert und mit einer Art Siegel versehen, bei dem sofort auffällt, wenn etwas verändert wurde. Mehr dazu im Handelsblatt-Spezial zum Thema Blockchain.

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Laut einer Umfrage des Branchenverbandes Bitkom, die Anfang der Woche veröffentlicht wurde, glauben 53 Prozent der Befragten, Blockchain hätte eine große Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen. Allerdings gaben nur sechs Prozent an, die Technologie würde bereits in ihrem Betrieb genutzt oder der Einsatz diskutiert. Das ist zwar eine Steigerung um vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr, aber damit ist die Blockchain noch weit davon entfernt, Prozesse innerhalb der Unternehmen oder mit Kunden zu revolutionieren.

Um das zu ändern, zeigten auf der Cebit einige Unternehmen bereits, wofür die Technologie eingesetzt werden kann. Besonders IT-Dienstleister versuchen, die Kunden vom Nutzen der Blockchain zu überzeugen.

Hewlett Packard Enterprise (HPE) bietet gemeinsam mit dem Hersteller ClearCenter die Technologie nun auch etwa für Apps an: Sie werden nicht mehr auf einem Server gespeichert, sondern auf mehreren Servern von HPE – oder auf den Geräten von anderen Nutzern. Diese können Geld damit verdienen, wenn sie ihren Speicherplatz an andere vermieten. Die beiden Unternehmen versuchen, unter anderem Nutzer von Kryptowährungen wie Bitcoins zu locken, indem sie ihnen versprechen, die Blockchain schütze sie vor digitalen Dieben.

Der IT-Dienstleister DXC Technology, der in diesem Jahr auf der Cebit unter anderem mit einem großen Stand auf dem Freigelände zwischen Liegestühlen, Bällebad und künstlicher Surf-Welle vertreten war, lockt Unternehmen mit automatisierten Vertragsabschlüssen auf Basis der Blockchain.

Durch die Technologie sollen Kunden auch permanent sehen können, wie weit der Auftrag schon erledigt ist: etwa wo sich ein Bauteil gerade befindet. Damit werde auch die Idee der vernetzen Industrie deutlich stärker vorangetrieben, versprechen das Unternehmen und seine Partner.

Blockchain wird bereits in unterschiedlichsten Bereichen eingesetzt

Doch die Blockchain muss nicht nur etwas für die Privatwirtschaft sein: Die IT-Beratungsgesellschaft Materna hat auf der Messe ihr Projekt „Citizen Blockchain“ vorgestellt. Das Unternehmen hat eine Plattform auf Basis der Technologie gebaut, mit denen öffentliche Verwaltungen die Beteiligung von Bürgern bei öffentlichen Projekten erhöhen können.

Die Menschen können über die Plattform Daten, etwa zur Luftverschmutzung, kaputten Straßenlampen oder auch Ideen für Grünflächen teilen und bekommen dafür „Citizen Blockchain Token“, eine Art Kryptogutscheine, die sie später in Schwimmbädern, Bussen oder anderen öffentlichen Einrichtungen eintauschen können.

Die Bürger können dank der Blockchain sicher sein, dass ihre Daten nicht manipuliert werden und der Vorgang transparent ist, verspricht Materna. „Dieses Projekt kann eine große Hebelwirkung haben, um Akzeptanz für die Technologie in der Fläche zu heben“, sagte Guido Weiland, Leiter Innovation Center bei Materna.

Auch die Fraunhofer-Gesellschaft zeigte auf der Cebit einen ganz anderen Anwendungsbereich für die Blockchain: Lehre und Weiterbildung. Die Technologie ist dabei die Basis einer Zertifizierungsplattform. Urkunden und Zeugnisse werden von einer „realen“ Institution daraufhin überprüft, ob es sich dabei auch um die Originale handelt. Derzeit kooperiert Fraunhofer hierfür etwa mit dem Tüv Rheinland.

Anschließend werden die Daten in die Blockchain eingespeist und können dann nicht mehr verändert werden. Das hat für Arbeitgeber den Vorteil, dass sie sich bei digitalen Bewerbungen auf die Echtheit der Zertifikate verlassen können und für den Arbeitnehmer – neben der Vereinfachung von Bewerbungsprozessen –, dass er die die Dokumente nicht mehr verlieren kann.

Dabei hat Fraunhofer auch ein Thema im Blick, das sonst häufig im Zusammenhang mit Blockchain nicht diskutiert wird: Nur weil die Daten in der Datenkette sind, heißt es nicht, dass sie richtig sind. Wenn falsche Informationen ins System eingespeist werden, bilden sich alle anderen Prozesse darauf auf.

Dazu kommt: So viele Chancen die Blockchain-Technologie auch verspricht – der richtige Umgang damit ist nicht einfach. Die Beratungsgesellschaft KPMG sieht drei mögliche Risiken: Zunächst sei es riskant, wenn Unternehmen nicht verstünden, wie die Blockchain ihren Markt beeinflusst, schreiben sie in einem Informationspapier.

Problematisch sei es auch, zu früh zu investieren, wenn Kunden und Zulieferer mit der Technologie noch nicht vertraut sind. Das birgt jedoch die Gefahr, dass Wettbewerber womöglich schneller sind und den Markt besetzen. Der richtige Zeitpunkt ist also essenziell.

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