IBM-Stand auf der Cebit

Hoch in Richtung Wolken: Der IT-Konzern baut auf der IT-Messe einen „Cloud Lifter“ auf, in Anlehnung ans Cloud Computing.

(Foto: Bloomberg)

Cebit IBM will mit einer digitalen Krankenakte das Cloud-Geschäft anschieben

IBM will Patientendaten in der Cloud speichern – und so in dem Milliardengeschäft aufholen. Dafür hat sich der Konzern prominente Partner gesucht.
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HannoverRöntgenbilder, Arztbriefe, Notfallkontakte – wichtige Informationen wie diese müssen Patienten häufig mühsam zusammensuchen. Versicherte von DKV, Generali und Signal Iduna sollen sich diese Arbeit künftig ersparen können: Die drei großen Anbieter wollen eine elektronische Gesundheitsakte anbieten, die alle medizinischen Daten sammelt.

Das System, das zuvor bereits die Techniker Krankenkasse überzeugt hat, stammt von IBM. Für das US-Unternehmen ist es ein Prestigeprojekt, nicht nur wegen der großen Namen: Es zeigt damit, dass sein Cloud-Angebot auch für sensible Informationen infrage kommt. Denn die Daten der Patienten werden in einem besonders gesicherten Rechenzentrum von IBM verschlüsselt gespeichert.

Es ist nicht die einzige Ankündigung in Sachen Cloud Computing, die IBM auf der Digitalmesse Cebit (bis 15. Juni) gemacht hat. Um weitere Firmen zu gewinnen, eröffnet der IT-Riese weltweit 18 neue Rechenzentren, die Kunden eine ausfallsichere Speicherung von Daten ermöglichen – im Fachjargon Verfügbarkeitszonen genannt. Der Konzern will die Vorherrschaft über die Wolke nicht der Konkurrenz überlassen.

Das Geschäft mit dem Cloud Computing wächst massiv. Der Marktforscher IDC erwartet, dass die Ausgaben für die Public Cloud bis 2021 um durchschnittlich 22 Prozent auf 277 Milliarden Dollar wachsen – also für Software und Dienste, auf die Kunden übers Internet zugreifen. Bei der IT-Strategie gelte inzwischen häufig die Devise „Cloud first“, beobachten die Experten.

Marktforschern zufolge ist Amazon mit der Tochter AWS die Nummer eins, mit deutlichem Abstand folgen Microsoft, Google und IBM. Mit den neuen Rechenzentren reagiere „Big Blue“ auf die Konkurrenz, sagt Axel Oppermann, Gründer und Chef des Beratungshauses Avispador. Die anderen Unternehmen bauen ihre Infrastruktur aus – ein dichtes Netz von Standorten gewährleistet Ausfallsicherheit und Reaktionsgeschwindigkeit.

Bislang hat IBM nach eigenen Angaben 60 Rechenzentren, 16 davon in Europa. Mit den Ausbauplänen sieht Cloud-Experte Oppermann durchaus Chancen für den US-Konzern: „IBM ist bei vielen großen Firmen gesetzt und hat die Expertise, um große Projekte zu realisieren“, beobachtet er – anders als beispielsweise AWS.

IBM selbst schätzt den eigenen Marktanteil höher ein. Das Kalkül: Die meisten Kunden nutzen eine Mischung aus Cloud-Diensten und Anwendungen innerhalb der eigenen Firma, also Public und Private Cloud. Hier steht das Unternehmen deutlich besser da, unter anderem mit Systemen, um beides zu steuern.

Auch Deutschland rückt zunehmend in den Fokus der Technologiekonzerne. Hiesige Firmen sind beim Cloud Computing lange zögerlich gewesen. Mittlerweile wandelt sich das Bild aber: Erstmals nutzt mehr als die Hälfte der Firmen Dienste aus der sogenannten Public Cloud – also Software und Dienstleistungen übers Internet – oder beschäftigt sich damit zumindest. Das geht aus dem „Cloud Monitor“ hervor, den der Technologieverband Bitkom im Auftrag der Unternehmensberatung KPMG erstellt und am Dienstag vorgestellt hat.

Der Bewusstseinswandel in Zahlen: 2017 erklärte erstmals mehr als die Hälfte der deutschen Firmen, die Public Cloud zu nutzen (31 Prozent) oder dies zu planen oder zu diskutieren (27 Prozent). Die Private Cloud, bei der die Daten im eigenen Rechenzentrum liegen, nutzen 51 Prozent, weitere 22 Prozent denken darüber nach.

Bemerkenswert: Auch bei kritischen Anwendungen verlassen sich immer mehr Anwender auf die Cloud – unter den den Großunternehmen mit mehr als 2000 Mitarbeitern sind es 35 Prozent. „Cloud Computing hilft Unternehmen jeder Größenordnung, die Herausforderungen der digitalen Transformation zu meistern“, sagte Axel Pols, Geschäftsführer von Bitkom Research bei der Vorstellung der Ergebnisse.

„Plattformen haben das größte Potenzial disruptiv zu sein"

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