"Charlie Hebdo" Paris kündigt Klage gegen Fox News an

Paris will den US-Fernsehsender Fox News anklagen, weil der von Muslimen bewohnten Vierteln berichtete, die selbst die Polizei meide. Derweil verkauft sich die neuste "Charlie Hebdo"-Ausgabe in den USA in Windeseile.
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Die erste "Charlie Hebdo"-Ausgabe nach der Terroranschlägen in Paris verkauft sich überall in der Welt in Rekordzeit. Quelle: dpa

Die erste "Charlie Hebdo"-Ausgabe nach der Terroranschlägen in Paris verkauft sich überall in der Welt in Rekordzeit.

(Foto: dpa)

Paris/New YorkDie Stadt Paris klagt gegen den US-Fernsehsender Fox News wegen Rufschädigung. Wie am Dienstag von der Stadtverwaltung verlautete, geht es um einen Fernsehbericht nach dem tödlichen Attentat auf die Satirezeitung „Charlie Hebdo“.

Darin war die Rede von mehrheitlich von Muslimen bewohnten Vierteln in der französischen Hauptstadt, die derart gefährlich seien, dass sie sogar von der Polizei gemieden würden. Der Sender entschuldigte sich angesichts von Kritik und Spott später mehrfach für seine Berichterstattung.

Doch die Stadt Paris kündigte an, die Klage „in den kommenden Tagen“ einzureichen. Ob in Paris oder in den USA, stand demnach noch nicht fest.

Fox News hatte auch in Großbritannien von Gebieten berichtet, in die sich Nicht-Muslime nicht mehr trauen würden.

Schlange stehen für „Charlie Hebdo“
Verkauf Charlie Hebdo in Deutschland
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Passanten warten am im Hauptbahnhof in Berlin auf die Öffnung einer Bahnhofsbuchhandlung: Das Interesse an „Charlie Hebdo“ ist nach dem tödlichen Anschlag von Paris vergangene Woche immens gestiegen. Interessenten mussten allerdings früh aufstehen. Die Buchhandlungen öffneten gegen 6 Uhr morgens.

Verkauf Charlie Hebdo in Deutschland
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Sofort ausverkauft: Eine Ausgabe der französischen Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ in einem Zeitungsladen in Freiburg. Statt mit rund 60.000 Exemplaren wurde das Magazin diesmal in Millionenauflage gedruckt, kam in Deutschland aber trotzdem nur selten in die Auslage. In Freiberg standen lediglich zwei Ausgaben zum Verkauf.

Verkauf Charlie Hebdo in Deutschland
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So war die Ausgabe von „Charlie Hebdo“ selbst für Pressefotografe ein Grund früh aufzustehen: Der Verkauf von Charlie Hebdo geriet zum Spektakel. Wer eine der extrem wenigen Ausgaben ergattern wollte, musste nach der Ladenöffnung schnell den richtigen Weg finden...

Verkauf Charlie Hebdo in Deutschland
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So wie diese beiden jungen Männer in Berlin: Sie hatten seit Mitternacht vor der Buchhandlung gestanden, um kurz nach 5 Uhr morgens die beiden einzigen Exemplare zu ergattern.

Rebenstock, a customer, poses for media with his copy of first edition of French satirical weekly magazine Charlie Hebdo published after deadly attacks by Islamist gunmen in Paris last week, in Berlin
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Einer der beiden Glücklichen posiert für Fotografen: Wie in Berlin mussten bundesweit viele andere Wartende mit leeren Händen nach Hause gehen. Die Buchhandlungen und Zeitschriftenläden hatten lediglich ein stark limitiertes Kontingent des Satireheft geliefert bekommen.

Verkauf Charlie Hebdo in Deutschland
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„Charlie Hebdo ist ausverkauft“ steht auf einem Schild in einer Pressebuchhandlung im Essener Hauptbahnhof: „Man kauft nicht nur das Magazin“, erklärte ein Kunde. Das Heft sei „ein Symbol der Solidarität mit den Opfern“.

Während sich Paris über den amerikanischen Sender Fox ärgert, verkauft sich in den USA die erste Ausgabe des Satiremagazins „Charlie Hebdo“ nach den Terroranschlägen in Rekordzeit.

In einer Buchhandlung auf der Fifth Avenue in Manhattan war das sechs Dollar teure Magazin, das erst jetzt die Staaten erreichte, am Dienstag innerhalb von einer Stunde ausverkauft.

Ähnliches berichteten zwei weitere Läden in New York. In der größten Metropole der USA waren insgesamt lediglich 300 Exemplare der stark nachgefragten Zeitschrift zu haben. 300 weitere Hefte sollen in anderen US-Städten verkauft werden.

Auch in Deutschland hatte es vor wenigen Tagen nur wenige Stunden gedauert, bis alle „Charlie Hebdo“-Hefte vergriffen waren.

Das Heft zeigt einen weinenden, bärtigen Mann mit einem „Je suis Charlie“-Schild in der Hand, der offensichtlich erneut den Propheten Mohammed darstellt. Über ihm steht auf Französisch: „Alles ist vergeben.“ Die beiden Attentäter Said und Chérif Kouachi hatten ihre Tat in der Redaktion der Zeitschrift als Vergeltung für Mohammed-Karikaturen bezeichnet, die „Charlie Hebdo“ häufig auf seinem Titel zeigte.

Bei dem Anschlag wurden zwölf Menschen erschossen, ehe in den zwei folgenden Tagen fünf weitere Personen sowie die Täter getötet wurden.

  • ap
  • afp
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5 Kommentare zu ""Charlie Hebdo": Paris kündigt Klage gegen Fox News an"

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  • Ich finde es richtig das sie Fox anklagen wollen! Ich Lebe in den USA und dieser Sender verbreitet so viele Lügen, die machen aus einer Maus einen Elefanten. Die verbreiten viel hass in ihrem eigenen Land mit ihren Lügen, und die Republikaner leben für diesen Sender und glauben alles was ihnen da falsch erzählt wird. 2 Wochen lang haben sie die selbe Lüge wiederholt [den ganzen Tag] aber nur an einem Tag sich kurz Entschuldigt, aber auch nur weil ihnen gedroht wurde von Paris ansonsten hätten die weiter gemacht mit der Lüge. Dieser Sender hat nichts mit Pressefreiheit zu tun! Für mich ist er nichts anderes als ein Domestik Terrorist Kanal für die KKK.

  • Hallo ich finde auch, die Stadtverwaltung von Paris, sollte ihre intellektuellen Ressourcen nicht auf kleinliche Prozesse gegen einen Fernsehsender verschwenden. Die Aufgaben Für die Integration der dort lebenden Randbevölkerung sind riesig groß und erfordern alle vorhandene Energie. Wann fangen die Minister endlich an dafür zu sorgen, dass ihre Behörden einfach mal ihre Arbeit machen. Dann gäbe es weniger offene Baustellen und weniger unzufriedene Mitbürger.

  • Hallo lieber Freund, kein Moslem würde sich von diesen bürgerlichen Weicheiern in Dresden erschrecken lassen. Das geht wohl nur für solche Freunde wie sie. Aber trotzdem danke für Ihr Mitgefühl.

  • Soweit ist es also mit der Pressefreiheit. Gerade die jenigen, die die Pressefreiheit in der Türkei anmahnen, dessen Justiz gegen die Medien und Jurnalisten vorgeht, die die nationale Sicherheit des Landes gefährden und mit der organisierten Kriminalität beschuldigt werden, gehen gegen Fernsehsender vor.

    Klar, Zeigefinger immer auf die anderen, vor allem auf die Türkei richten, damit die negative Wahrnehmungskampagne vollständig wird.

  • Alles hat zwei Seiten.....leider gibt es mittlerweile auch Gebiete und Orte in Ostdeutschland, wo man sich als Flüchtling oder Muslim nicht mehr hintrauen kann!

    Sicher gehört Dresden auch in Anbetracht der PEGIDA Anhänger nicht mehr zu den sichersten Städten für Muslime und Flüchtlinge!

    Das belegen alleine die erhobenen statistischen Zahlen der jährlichen Übergriffe auf diese Gruppe!

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