Chiphersteller Broadcom will Softwarekonzern CA für 19 Milliarden übernehmen

Broadcom wagt den nächsten Mega-Deal: Der Chiphersteller will CA Technologies für 18,9 Milliarden Dollar kaufen. Auch die Deutsche Bank ist beteiligt.
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Chiphersteller Qualcomm hat seinen Firmensitz Anfang des Jahres nach Kalifornien verlegt. Quelle: Reuters
USA

Chiphersteller Qualcomm hat seinen Firmensitz Anfang des Jahres nach Kalifornien verlegt.

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New YorkDie Übernahme des Rivalen Qualcomm wurde von Trump blockiert, nun wagt sich Broadcom an einen neuen Riesen-Deal: Der US-Chiphersteller will sich breiter aufstellen und den Softwareanbieter CA für 19 Milliarden Dollar kaufen. Das Angebot liegt nach eigenen Angaben 20 Prozent über dem letzten Schlusskurs der Aktie.

CA Tech stellt Firmensoftware her und könnte Broadcom helfen, die Geschäftsbasis in eine neue Richtung zu erweitern. Die geplante Übernahme sei ein wichtiger Baustein beim Vorhaben, zu einem führenden Unternehmen für Infrastruktur-Technologie zu werden, erklärte Broadcom-Chef Hock Tan. „Mit seiner großen installierten Kundenbasis ist CA auf dem wachsenden Markt für Infrastruktursoftware einzigartig positioniert.“

Die Transaktion wurde bereits vom Board of Directors von Broadcom genehmigt, hieß es am Mittwoch in einer Mitteilung. Aktionäre und Aufsichtsbehörden müssen dem Deal allerdings noch zustimmen. Broadcom wird von der Deutschen Bank und der Bank of America Merrill Lynch beraten, während Qatalyst Partners mit CA Technologies zusammenarbeitet.

Nach Angaben der beiden Firmen wird CA mit 44,50 Dollar je Aktie bewertet. Die Papiere waren mit 37,21 Dollar aus dem Handel gegangen und stiegen nachbörslich um 15,6 Prozent. Broadcom-Aktien fielen dagegen um 5,5 Prozent.

Der Kauf von CA wird Broadcom ein Softwareunternehmen mit solidem Cashflow, aber wenig Wachstum bringen. Im vergangenen Jahr erzielte das Unternehmen einen operativen Gewinn von 1,2 Milliarden Dollar bei einem Umsatz von 4,2 Milliarden Dollar.

Der CEO von CA, Mike Gregoire, sagte in einer Erklärung: „Diese Kombination bündelt unsere Software-Expertise mit Broadcoms führender Position in der Halbleiterindustrie. Die Vorteile der Vereinbarung werden sich auf unsere Aktionäre auswirken, die eine bedeutende und sofortige Prämie für ihre Aktien erhalten, aber auch auf unsere Mitarbeiter, die einer Organisation beitreten werden, die unsere Werte, Innovation, Zusammenarbeit und technische Spitzenleistung teilt.“

Die Wahrscheinlichkeit, dass Broadcom eine Genehmigung beim Ausschuss für Auslandsinvestitionen (CFIUS) einholen werde, ist laut Experten gering. CFIUS kann solche Vorhaben wegen Bedenken zur Gefährdung der nationalen Sicherheit ablehnen.

Mitte März hatte US-Präsident Donald Trump die Übernahme des Chipherstellers Qualcomm durch Broadcom blockiert und dies mit eben solchen nationalen Sicherheitsbedenken begründet. Mit 121 Milliarden Dollar hätte es sich um die größte Übernahme in der Geschichte der US-Computerindustrie gehandelt.

Damals allerdings hatte Broadcom den Konzernsitz in Singapur. Inzwischen ist das Unternehmen im kalifornischen San Jose beheimatet und unterliegt damit formell nicht CFIUS.

CA war früher als Computer Associates bekannt und hat seine Wurzeln in Anwendungen für Mainframe-Rechner, die etwa Banken einsetzen. Das Unternehmen konzentriert sich inzwischen immer stärker auf das Cloud-Geschäft.

Experten zeigten sich angesichts der Broadcom-Pläne skeptisch. Konzernlenker Tan hatte beim Kauf anderer Chipfirmen die verschiedenen Betriebe zusammengelegt und so Geld gespart. Der Analyst Kinngai Chan von der Summit Insights Group sagte jedoch, es sei unklar, ob dies auch bei CA gelingen werde. Der geplante Kauf werde bei Investoren Unbehagen auslösen. Der Experte Amit Daryanani von RBC Capital Markets schrieb in einer Mitteilung, Broadcom müsse noch viel erklären.

Mit Material von Dpa und Reuters

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