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Chiphersteller Infineon kämpft mit Lieferengpässen

Deutschlands größter Halbleiterkonzern kann gar nicht so viel produzieren, wie die Kunden bestellen. Daran wird sich so schnell nichts ändern.
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Der Dax-Konzern profitiert nicht zuletzt davon, dass immer mehr Elektroautos gebaut werden. Quelle: dpa
Infineon

Der Dax-Konzern profitiert nicht zuletzt davon, dass immer mehr Elektroautos gebaut werden.

(Foto: dpa)

München Reinhard Ploss hat ein Problem, mit dem sich viele andere Konzernchefs gerne herumschlagen würden. Der Vorstandschef von Infineon hat randvolle Auftragsbücher. „In manchen Bereichen konnten wir die Nachfrage nicht bedienen“, sagte der Manager an diesem Mittwochmorgen in einer Telefonkonferenz mit Analysten.

Die Fabriken von Deutschlands größtem Halbleiterhersteller sind randvoll ausgelastet. Zum Teil müssen die Kunden monatelang warten, bevor sie ihre Ware erhalten. Das ist schlecht für die Abnehmer, hat jedoch einen Vorteil für Infineon: Denn auch die Konkurrenz konnte nicht genügend liefern, und so erhöhte Infineon zumindest teilweise die Preise.

So ist der Umsatz im dritten Quartal des Geschäftsjahrs, zum 30. Juni, im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahrs um sechs Prozent auf 1,95 Milliarden Euro geklettert. Der Gewinn stieg verglichen mit dem Vorjahresquartal um sieben Prozent auf 271 Millionen Euro.

Damit nicht genug. Die Münchener haben ihre sehr hohe Marge aus dem Vorjahresquartal fast gehalten. Sie betrug zwischen April und Ende Juni 18,3 Prozent, nur 0,2 Prozentpunkte weniger als 2017, aber deutlich besser als die 17,1 Prozent im zweiten Quartal.

Was Ploss besonders große Freude macht: Trotz der vielen Konflikte weltweit ist kein Abschwung in Sicht. Es sei zwar unklar, wie viele Doppelbestellungen der Konzern in den Büchern hätte. Zum Teil orderten die Kunden sehr viel aus Angst, nicht genügend Ware zu bekommen. Doch zumindest der Handelsstreit zwischen den USA und China habe noch praktisch keinen Einfluss auf das Geschäft.

Ungemütlich würde es für Infineon nur dann, wenn die Wirtschaft weltweit einbrechen und damit auch weniger Autos verkauft würden. Ploss ist aber zuversichtlich: „Wir haben einen sehr hohen und breit gestreuten Auftragseingang“.

Infineon profitiert nicht zuletzt davon, dass immer mehr Elektroautos gebaut werden. Die Hersteller benötigen dafür wesentlich mehr Chips als für herkömmliche Fahrzeuge. Zudem sei der Trend zu teuren Geländewagen ein Segen, weil auch dort überproportional viele elektronische Bauelemente eingesetzt würden. Doch auch Chips für Haushaltsgeräte, Windenergie und Industrieantriebe seien gefragt.

Die ehemalige Siemens-Sparte reagiert auf die Kapazitätsengpässe. Infineon baut im österreichischen Villach eine neue Fabrik. In den nächsten Jahren gibt Ploss dafür 1,6 Milliarden Euro aus. Dafür soll das Werk eines Tages 1,8 Milliarden Euro Umsatz pro Jahr ermöglichen. Wenn alles klappt wie geplant, ist der Betrieb Anfang 2021 einsatzbereit.

Weil es derzeit so gut läuft, hat Ploss am Mittwoch seine Prognose für das Gesamtjahr leicht erhöht. Das Geschäftsjahr endet am 30. September. Der Konzernlenker erwartet jetzt ein Umsatzplus zwischen 6,4 und 7,4 Prozent, zuvor war er von bis zu sieben Prozent ausgegangen. Auch die operative Marge wird mit 17,5 Prozent besser ausfallen, im Frühjahr hatte Ploss noch lediglich 17 Prozent in Aussicht gestellt.

Für das neue Geschäftsjahr verspricht Ploss ein Umsatzplus von mindestens zehn Prozent. Es würde höher ausfallen, wenn Infineon mehr liefern könnte, gestand Finanzvorstand Dominik Asam ein.

Tech-Werte im Trend – Digitalisierung gibt Infineon Anschub

Die Börse nahm die Ergebnisse zurückhaltend auf. Am Mittwochmorgen gab der Aktienkurs leicht auf rund 22,50 Euro nach.

Dabei waren die Analysten durchaus angetan. Das Quartal sei besser als erwartet ausgefallen, so Goldman-Sachs-Analyst Alexander Duval in einer ersten Stellungnahme. Er sieht das Unternehmen bei dem angehobenen Ausblick auf einem guten Weg.

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