Clickandbuy schließt Telekom-Bezahldienst wird eingestellt

Paypal, Sofortüberweisung, Square: Der Markt für Online-Bezahldienste boomt. Doch die Telekom gibt ihren Service Clickandbuy ohne Angabe von Gründen auf. Bis Ende April müssen alle Guthaben abgehoben werden.
Seit 1999 betreibt Clickandbuy einen Online-Bezahldienst, seit 2010 gehört das Unternehmen zur Telekom. Nun wird der Dienst eingestellt. Quelle: dpa
Alter Hase

Seit 1999 betreibt Clickandbuy einen Online-Bezahldienst, seit 2010 gehört das Unternehmen zur Telekom. Nun wird der Dienst eingestellt.

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BerlinDie Deutsche Telekom stellt den Online-Bezahldienst ClickandBuy ein. Zum 30. April ist Schluss, Guthaben müssen bis dahin verbraucht oder auf andere Bankkonten überwiesen werden. Die Telekom erklärte die Entscheidung am Donnerstag mit der scharfen Konkurrenz im Markt. Es ist das zweite Mal binnen weniger Tage, dass in Deutschland das Aus eines Online-Bezahldienstes angekündigt wird: Der Handelskonzern Otto zog vergangene Woche seinen Service Yapital aus dem Verbraucher-Geschäft ab.

Die noch 80 Arbeitsplätze bei ClickandBuy sollen sozialverträglich abgebaut werden, sagte eine Telekom-Sprecherin. Angaben zu Kundenzahlen oder Zahlungsvolumen macht das Unternehmen nicht. Das Aus habe aber mit strategischen Überlegungen und nicht mit der aktuellen Geschäftsentwicklung zu tun. Die 1999 gegründete Firma war seit 2010 eine 100-prozentige Telekom-Tochter und hat ihren Hauptsitz in London.

Die Konkurrenz beim Bezahlen im Internet nimmt gerade zu. Die deutschen Banken bringen nach langer Vorbereitung ihr eigenes System für Online-Zahlungen Paydirekt an den Start. Die Einstellung von ClickandBuy sei jedoch keine Reaktion darauf, hieß es bei der Telekom.

In dem Geschäft ist der US-Anbieter Paypal, der im Sommer von der Handelsplattform Ebay abgespalten wurde, auch in Deutschland sehr stark. Zudem drängen Karten-Spezialisten wie Mastercard verstärkt in den Markt. Smartphone-Bezahldienste von Apple und Samsung, die in Deutschland noch nicht verfügbar sind, dürften mit der Zeit auch zumindest bei Einkäufen über mobile Geräte eine Rolle spielen.

Die 15 größten Fintech-Firmen
Platz 15: Dataminr
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Die Finanzdienstleistungsbranche steht vor zahlreichen Herausforderungen infolge der Digitalisierung. Unter anderem steht sie zunehmend im Wettbewerb mit neuen Unternehmen. Zu den größten Fintech-Firmen gehört Dataminr, die mit 1,6 Milliarden Dollar bewertet wird. Die Firma gehört zu den Pionieren der Branche. Ihre Computer wühlen sich jeden Tag durch 500 Millionen Tweets, um marktrelevante Nachrichten aufzuspüren, die noch nicht über die regulären Presseagenturen gelaufen sind.

Die Daten des Rankings stammen von Finovate und basieren auf Medienberichten oder aus Hochrechnungen der letzten Finanzierungsrunden.

Platz 14: Prosper
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Prosper bringt private Kreditgeber und -nehmer online zusammen. Eingeführt wurde die Plattform im Jahr 2006 in den USA und gehört mittlerweile zu den größten der Fintech-Unternehmen: mit einem Marktwert von 1,9
Milliarden Dollar landet Prosper Marketplace auf Platz 14.

Platz 10: One97
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Einen Platz 13 gibt es nicht, die folgenden vier Unternehmen haben es alle auf den zehnten Rang geschafft, so wie One97: Zuletzt investierte der chinesische Internet-Konzern Alibaba in den indischen Payment-Service. Der Firmenwert der Online-Zahlungsplattform wird auf zwei Milliarden Dollar geschätzt.

Platz 10: Oscar
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Der Krankenversicherer Oscar Health sammelt die Daten seiner Kunden durch Fitnessarmbänder und Smartwatches ein und zahlt den Leuten Prämien dafür, sich gut in Schuss zu halten. Das kommt in den USA scheinbar gut an: Das Start-up aus Manhattan gilt als großes Tech-Versprechen im Versicherungsmarkt und hat einen geschätzten Marktwert von zwei Milliarden Dollar.

Platz 10: Credit Karma
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Bei Credit Karma können Kreditkartenbesitzer ihre Bonität und Kreditwürdigkeit beobachten. Mittlerweile gibt es das US-Finanztool seit neun Jahren und es ist zwei Milliarden Dollar wert.

Platz 10: CommonBond
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CommonBond ist einer der erfolgreichsten Kreditmarktplätze der USA und wächst immer mehr: vor einigen Monaten hat der Kreditmarktplatz eine Partnerschaft mit dem Finanzdienstleister Nelnet angekündigt. Derzeit ist CommonBond zwei Milliarden Dollar wert.

Platz 9: Xero
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Der Anbieter einer cloudbasierten Buchhaltungssoftware, Xero, landet mit einem Marktwert von 2,4 Milliarden Dollar auf den neunten Platz. Das könnte sich aber ändern: Künftig will das australische Unternehmen die Präsenz in den USA und Großbritannien verstärken.

Otto hatte bei als Grund für die Einstellung von Yapital zum 31. Januar vor allem auf eine unkalkulierbare Entwicklung beim Bezahlen über das Smartphone verwiesen. Der Handelsriese verfolgte mit der 2011 gegründeten Firma einen breiten Ansatz und wollte einen Bezahldienst für alle Kanäle schaffen, mit dem sowohl online als auch über das Smartphone im Laden bezahlt werden kann.

  • dpa
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