Cloud-Computing Warum Apple wie verrückt Land kauft

Steuergeschenke von US-Präsident Donald Trump investiert Apple in Grund und Boden für neue Rechenzentren. Damit will der Tech-Konzern zur Konkurrenz aufholen.
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Apple investiert sehr viel Geld in Datencenter um ihren eigenen Cloud-Dienst zu vergrößern. Quelle: dpa
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Apple investiert sehr viel Geld in Datencenter um ihren eigenen Cloud-Dienst zu vergrößern.

(Foto: dpa)

San FranciscoDer kalifornische Tech-Riese Apple ist unter die Großgrundbesitzer gegangen. Nach Berechnungen der „Financial Times“ nannte der iPhone-Gigant in 2011 noch 219 Hektar Land sein eigen, in 2017 waren es dagegen schon fast 2985 Hektar, wie aus Apple-Dokumenten hervorgehe.

Die Landzunahme hat viele Gründe. Apple hat unfassbar viel Geld, das angelegt werden muss. Speziell nach den Steuergeschenken des US-Präsidenten Donald Trump war der Anlagedruck in den USA hoch.

Apple hatte damals fast die gesamten im Ausland steuervermeidend geparkten 250 Milliarden US-Dollar steuervermindert in die USA zurückgeholt. Alleine vom Geschäftsjahr 2017 auf 2018 wuchs der Landbesitz um fast 50 Prozent.

Mit den Landkäufen sind wiederum oft hohe Steuergeschenke lokaler Behörden und Gemeinden fällig. Damit sich Apple ansiedelt, werden oft, so wie zuletzt in Reno, Nevada, Steuersätze gesenkt oder andere Vergünstigungen angeboten.

In Reno hat Apple in ein großes Datencenter investiert. Zum Teil, so wurde spekuliert, würden auf den neuen Apple-Grundstücken in den USA neue Fertigungsanlagen gebaut, um Apple-Fabriken aus China in die USA zurückzuholen, wie Donald Trump es fordert.

Doch das scheint weniger der Fall zu sein. Apple ändert sein Geschäftsmodell. Die jüngste Ankündigung, in Zukunft auf die Angabe der Verkaufszahlen des Erfolgsprodukts iPhone verzichten zu wollen, verdeutlicht, wie sehr Apple an seinem Image als digitales Service- und Dienstleistungsunternehmen arbeitet. Im abgelaufenen Quartal lag der Umsatz der Sparte Services bei knapp zehn Milliarden Dollar und erwirtschaftete damit weit mehr als iPads oder Mac-Computer. Doch diese Dienste brauchen große Rechenzentren. Über zehn Milliarden Dollar will Apple laut „datacenterdynamics.com“ bis 2023 in neue Datencenter in den USA investieren.

Diese riesigen Gebäudekomplexe brauchen viel Land, vor allem da sie oft aus Wirtschaftlichkeitsgründen gleichzeitig große Farmen von Sonnenkollektoren für eine umweltgerechte Energieerzeugung benötigen. Datencenter brauchen viel Strom für den Betrieb und vor allem für Kühlung.

Ein wichtiger Punkt könnte auch die Verringerung der Abhängigkeit von den Cloud-Diensten von Amazon, Google oder Microsoft sein. Obwohl von Apple nie bestätigt sollen große Kapazitäten bei diesen Anbietern in der Cloud angemietet sein, um digitale Dienste wie den Apple Store oder Apple Music zu betreiben. Die Kapazitäten könnten dann in eigenen Cloud-Datencentern vorgehalten werden.

Aber während Tim Cook noch intensiv in Datencenter investiert, ist die Konkurrenz schon weiter. Microsoft etwa, mit „Azure“ die Nummer zwei im Cloud-Computing hinter Amazon, hat bereits ein weltweites Netz von großen Datenfabriken für die Cloud errichtet und setzt nun auf kleine Datencenter in Röhrenform, die vor den Küsten der großen Weltmetropolen im Meer versenkt und direkt an die mächtigen Unterseedatenkabel angeschlossen werden.
„50 Prozent der Weltbevölkerung leben weniger als 120 Meilen vom Wasser entfernt“, so Nadella auf einer Microsoft-Konferenz in London. Kleine Datencenter direkt am Verbraucher könnten deutliche Geschwindigkeitsvorteile für die Kunden bringen.

Außerdem sind die fertig versiegelten Röhren, von denen die erste bereits vor der Küste Schottlands versenkt wurde, schnell gebaut und angeschlossen. Teures Bauland muss dafür nicht erworben werden und die Kühlung ist unter dem Meeresspiegel ebenfalls kaum noch ein Problem.

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