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Club der Einhörner Der erlesene Zirkel der Start-up-Milliardäre

131 Start-ups weltweit sind Mitglied im „Club der Unicorns“ – Firmen, die mit über einer Milliarde Dollar bewertet sind. Doch Experten erwarten nach fetten Jahren nun magere Zeiten für die Jungunternehmen.
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So irreal wie ein Einhorn sind oft auch die Bewertungen von Start-ups. Auf dem Papier sind so einige bereits über eine Milliarde Dollar wert. Quelle: imago
Einhorn

So irreal wie ein Einhorn sind oft auch die Bewertungen von Start-ups. Auf dem Papier sind so einige bereits über eine Milliarde Dollar wert.

(Foto: imago)

San Francisco Hat da jemand „Blase“ gesagt? In jeder Woche in diesem Jahr ist die Zahl der mit einer Milliarde Dollar oder mehr bewerteten Start-ups im Schnitt um 1,3 Unternehmen gestiegen. Derzeit gibt es 131 dieser sogenannten „Unicorns“ (Einhörner), wie die Venture-Capital-Spezialisten von CBInsights nachgerechnet haben. Es sind glitzernde Namen wie Uber, AirBnB, SpaceX oder Snapchat.

Zusammen werden diese Unternehmen am Risikokapitalmarkt mit 485 Milliarden Dollar bewertet. Denn hier bestimmen nicht die Aktienkurse den Wert, sondern Kapitalgeber. Gerechnet wird, zu welchem Preis ein Anteil bei der jüngsten Kapitalrunde gekauft wurde. Zu dem Preis wird dann der gesamte Unternehmenswert hochgerechnet.

In der vergangenen Woche sind laut CBInsights gerade wieder drei Neulinge in die erlauchte Runde aufgenommen worden. Es sind das Medienunternehmen Buzzfeed sowie das Medizin-Start-up ZocDoc aus den USA und Kik Interactive aus Kanada. Deutschland ist mit drei Jungunternehmen in der Nobelliste vertreten: Home24 und Auto1Group mit einer Milliarde Dollar Bewertung und Delivery Hero mit 3,1 Milliarden Dollar.

Die wertvollsten Start-ups der Welt
Platz 10: Dropbox
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Der in San Francisco ansässige Anbieter von Web-Speicher zählt bereits mehr als 400 Millionen private Nutzer und wird zurzeit von 500 Unternehmen verwendet. Nach eigenen Angaben des Cloud-Unternehmens werden alle 24 Stunden 1,2 Milliarden Dateien in der Dropbox gespeichert. Seit der Gründung 2007 hat das Startup 0,6 Milliarden Dollar von Investoren wie Black Rock oder Goldman Sachs erhalten. Heute ist ihr Investment geschätzte zehn Milliarden Dollar wert. Damit liegt Dropbox auf Platz zehn im aktuellen Ranking des Wall Street Journal.

(Foto: PR)
Platz 9: Pinterest
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Das soziale Bildernetzwerk bietet Nutzern die Möglichkeit, Fotos auf virtuellen Pinnwänden zu teilen, liken oder kommentieren. Das 2010 in San Francisco gegründete Startup verfügt heute über weitere Unternehmenssitze in New York, Chicago, Los Angeles, Atlanta, London, Paris, Berlin, Tokyo und Sao Paulo mit insgesamt über 500 Mitarbeitern. Der Unternehmenswert beläuft sich auf satte elf Milliarden Dollar, 1,3 Milliarden haben fremde Kapitalgeber bis heute in das Netzwerk investiert. Platz neun für das von drei Studenten gegründete Start-up.

(Foto: dpa)
Platz 8: SpaceX
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Das Raumfahrt-Startup von Tesla-Gründer Elon Musk hat bereits fünf Trägerraketen ins All befördert. Gegründet wurde Space Exploration Technologies, wie das Unternehmen vollständig heißt, bereits 2002, und hat sich seitdem mehrfach Geld bei Investoren geholt, insgesamt 1,1 Milliarden Dollar. Die Bewertung ist mit 12 Milliarden Dollar üppig.

(Foto: ap)
Platz 7: Didi Kuaidi
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Auch die chinesische Taxi-App Didi Kuaidi ist für Kapitalgeber interessant: so flossen bereits 3 Milliarden Dollar in das Startup von Cheng Wei. Fahrdienstanbieter wie Uber oder Didi Kuaidi erfreuen sich in China immer größerer Beliebtheit. Davon profitiert der nun 15 Milliarden Euro schwere Dienstleister und landet auf Platz sieben im Ranking der Venture-Kapital-Firmen.

(Foto: ap)
Platz 6: Flipkart
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Der virtuelle Marktplatz flipkart wurde 2007 von den Absolventen des Indian Institute of Technology Delhi, Sachin und Binny Bansal, gegründet. Seitdem haben verschiedene indische Investoren 3 Milliarden Dollar in das E-Commerce-Startup investiert, das mittlerweile fünf Mal so viel wert ist (15 Milliarden Dollar).

(Foto: Reuters)
Platz 5: Snapchat
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Das erst 2011 in Los Angeles gegründete Startup Snapchat mit einem Wert von 16 Milliarden Dollar zählt heute zu den wertvollsten, nicht börsennotierten Unternehmen der Welt. Insgesamt 1,2 Milliarden Dollar haben US-amerikanische Kapitalgeber bereits in den Instant-Messaging-Dienst investiert. Die App, die sowohl für Smartphones als auch Tablets verfügbar ist, macht den Versand von Fotos an Freunde möglich. Das Revolutionäre: die Dateien sind nur wenige Sekunden sichtbar und zerstören sich dann selbst. Die Wiederherstellung ist allerdings innerhalb der Ordnerstruktur des eigenen Geräts möglich. Dieser kleine Umweg scheint den besonderen Reiz für Nutzer auszumachen.

(Foto: dpa)
Platz 4: Palantir
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Auch das vor einigen Jahren noch wenig bekannte Startup-Unternehmen Palantir Technologies aus Palo Alto im Silicon Valley schafft es in die Top Fünf des Rankings. 1,5 Milliarden Dollar investierten Kapitalgeber in den 20 Milliarden schweren Entwickler von Software, der in der Lage ist, Informationen aus verschiedensten Quellen miteinander zu verknüpfen und auszuwerten. Das weiß man nicht nur bei Hedgefonds gewinnbringend zu nutzen, um Markttrends herauszufiltern. Auch die US-Regierung nutzt eine Variante des Systems zum Jagen nach Terroristen, wobei Banküberweisungen, Einkäufe, Berichte von Fahndern und öffentliche Quellen wie das Internet, Facebook und Twitter zusammengeführt werden.

(Foto: Screenshot)

Schon lange wird von einer möglichen Überhitzung am Risikokapitalmarkt vor allem im Silicon Valley gewarnt. Besonders jetzt. Denn all diese Unicorns, angeführt vom Chauffeurdinest Uber mit 51 Milliarden Dollar, müssen irgendwann mal an die Börse, um ihren Geldgebern die Gewinne zu bescheren, die sie sich erhoffen. Doch die Börsen weltweit, von China über die Wall Street bis nach Frankfurt, haben harte Wochen hinter sich.

Wird es Zeit für die Jungunternehmer und ihre Investoren sich warm anzuziehen? Nikesh Arora, früherer Top-Manager bei Google und jetzt President bei Softbank ist sich da ziemlich sicher. Er rät Start-ups in einem Tweet sich anzuschnallen, kein Geld zu verschwenden und sich zu fokussieren.

Investoren wollen klare Gewinn-Strategie sehen
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