Computer von Jobs und Wozniak Die Reliquien der Apple-Jünger

Aus einer Bastelbude schufen Steve Jobs und Steve Wozniak einen Milliardenkonzern. Die Reliquien der bewegten Apple-Gründungsjahre werden nun in New York versteigert. Alles begann mit einem illegalen Hack.
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Steve Jobs (links) und Steve Wozniak (rechts) präsentieren im Jahr 1984 den Apple II. Quelle: AP
Gründerjahre einer Legende

Steve Jobs (links) und Steve Wozniak (rechts) präsentieren im Jahr 1984 den Apple II.

(Foto: AP)

New York/CupertinoEine Zufallsbegegnung hat den Lauf der Computergeschichte entscheidend geprägt: Über einen gemeinsamen Freund lernten sich 1971 der 15 Jahre alte Highschool-Schüler Steve Jobs und der fünf Jahre ältere College-Student Steve Wozniak kennen. Die beiden „Steves“ konnten sich für Elektronik begeistern, liebten derbe Späße und scheuten auch vor Aktivitäten nicht zurück, die eigentlich illegal waren. Eine Auktion in New York erinnert nun an die frühen dubiosen Hacker-Aktivitäten der beiden Apple-Gründer. Beim Auktionshaus Bonhams kommt am Nikolaustag eine sogenannte Blue Box von Steve Wozniak unter den Hammer, mit der man in den 70er Jahren das Telefonsystem manipulieren und kostenlos Ferngespräche führen konnte.

Wozniak, den alle nur „Woz“ nannten, war damals ein Einzelgänger und leidenschaftlicher Tüftler, der als technisches Genie unter den vielen anderen jungen Computer-Bastlern im Silicon Valley herausragte. Jobs fehlte dieses technische Talent, er hatte aber schon als junger Mann - im Gegensatz zu Wozniak - eine konkrete Vorstellung davon, wie man mit Technologie die Welt verändern und damit auch Geld verdienen kann.

Eine erste prägende Erfahrung, wie man mit neuer Technik alte Strukturen überlisten kann, machten die beiden Steves beim „Blueboxing“. In einem Artikel der Zeitschrift „Esquire“ las Wozniak, wie Hacker eine Methode gefunden hatten, kostenlos Ferngespräche zu führen. Held des Artikels war der Bastler John T. Draper, der unter dem Hacker-Namen „Captain Crunch“ berühmt wurde. Er hatte mit Hilfe einer Plastikpfeife aus einer Cornflakes-Packung („Cap'n Crunch“) herausgefunden, wie man mit bestimmten Tönen die Systeme des Telefongiganten AT&T manipulieren konnte, um kostenlose Telefonate zu ermöglichen. Die beiden Steves waren wie elektrisiert.

Apple feiert die Weltpremiere im Steve-Jobs-Theater
Tim Cook
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Im Steve-Jobs-Theater auf dem Apple-Campus präsentierte Firmenchef Tim Cook am Dienstag das iPhone X. Das Jubiläumsmodell erscheint zum zehnten Jahrestag der Erstveröffentlichung des iPhones im Jahr 2007.

Gesichtserkennung
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Fingerabdruck-Scanner war gestern. Das neue Apple-Handy setzt auf Gesichtserkennung zur Entsperrung des Geräts. Durch verschiedene Sensoren funktioniert das jetzt dreidimensional, damit die Technik nicht mit einem Foto ausgetrickst werden kann.

Gesichtserkennung
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Die Apple-Software passt sich auch an Veränderungen des Gesichts an – etwa wenn der Nutzer sich einen Bart wachsen lässt. Die Daten werden mithilfe künstlicher Intelligenz direkt auf dem Gerät ausgewertet. Dank der Analyse soll das Telefon den Nutzer auch mit verschiedenen Frisuren und zum Beispiel mit und ohne Brille erkennen.

Neue Bildschirmtechnologie
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Erstmals verwendet Apple keinen LCD-Bildschirm mehr, sondern ein OLED-Display und folgt damit Handyhersteller Samsung. Die neue Bildschirmtechnik verspricht deutlich bessere Schwarzwerte.

Technische Spielereien
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Ein verspielter Nebeneffekt der Technologie sind animierte Emojis, die in Echtzeit die Mimik des Nutzers übernehmen. Außerdem erlauben die Sensoren, die das Display für einen schmalen Streifen am oberen Bildschirmrand unterbrechen, bessere Selfies.

Kein Home-Button mehr
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Bei seinem neuen Gerät verzichtet Apple auf den klassischen Home-Button, durch den größeren Bildschirm ist dafür kein Platz mehr. Um aus einer Anwendung zurück ins Hauptmenü zu kommen, wischt man von nun an vom unteren Bildschirmrand hoch. Zudem kann das iPhone X kabellos aufgeladen werden.

Preis
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Die günstigste Version des neuen iPhones kostet 1150 Euro. Dann hat das Gerät einen Speicherplatz von 64 Gigabyte. Wer 256 Gigabyte Speicher haben möchte, muss 1320 Euro zahlen.

Wozniak konstruierte aus billigen Elektronik-Teilen ein vollgestopftes Kästchen, mit dem man die Tonfolgen viel präziser und zuverlässiger erzeugen konnte als mit der Spielzeug-Pfeife. „Mit einer Blue Box konnten wir dem System vorgaukeln, wir seien ein Telefon-Computer“, erinnerte sich Steve Jobs später.

„Du konntest aus einer Telefonzelle White Planes, New York, anrufen, dann eine Satellitenverbindung nach Europa aufbauen, eine Kabelstrecke in die Türkei legen, nach Los Angeles zurückverbinden. Man konnte eine Verbindung drei, vier Mal um den Globus herum aufbauen und ein Telefon in der Nachbarschaft anrufen. Wenn man etwas in den Hörer rief, kam es 30 Sekunden später auf dem anderen Hörer an.“ „Woz“ erzählt noch heute gerne die Geschichte, wie er auf diesem Weg beim Papst angerufen hatte - indem er sich als US-Außenminister Henry Kissinger ausgab.

Die Manipulation des Telefonsystems war natürlich illegal. Das hinderte Wozniak und Jobs nicht daran, Blue Boxes zu bauen und im Bekanntenkreis zu verkaufen. „Zwei Teenager konnten damals für hundert Dollar eine Box bauen und damit eine Infrastruktur kontrollieren, die mehrere hundert Milliarden Dollar wert war, nämlich das gesamte Telefonsystem der Welt. Das war magisch“. schwärmte Jobs.

„Dann hätten wir auch Apple nie gegründet“
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