Computerkonzern Dell erwägt offenbar Börsen-Comeback

2013 wurde Dell für einen großflächigen Konzernumbau von der Börse genommen. Jetzt könnte der Computerkonzern wieder an den Aktienmarkt zurückkehren. Hinzu kommen mögliche Zukäufe, um das Wachstum anzukurbeln.
Update: 26.01.2018 - 11:09 Uhr Kommentieren
Dell: Computerkonzern erwägt offenbar Börsen-Comeback Quelle: Reuters
Dell

Der Computerkonzern ist seit 2013 nicht mehr börsennotiert, könnte aber bald wieder an den Aktienmarkt zurückkehren.

(Foto: Reuters)

New YorkDer US-Computerhersteller Dell könnte fünf Jahre nach seinem Rückzug von der Börse ein Comeback am Aktienmarkt feiern. Dies sei eine der Optionen, die derzeit von Firmengründer Michael Dell durchgespielt würden, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters in der Nacht zu Freitag. Daneben würden Übernahmen oder Zukäufe geprüft. Derzeit ist Dell die wertvollste Technologiefirma der Welt, die sich in Privatbesitz befindet.

Dell ist in Zugzwang. Das 1984 gegründete Unternehmen schreibt Verluste und muss nach der 67 Milliarden Dollar schweren Übernahme des Speichersysteme-Anbieters EMC schnell Möglichkeiten finden, profitabler zu werden. Der EMC-Deal hat entgegen der Erwartungen bisher kaum zu Synergien geführt. Stattdessen haben die scharfe Cloud-Konkurrenz durch Amazon und Microsoft sowie höhere Komponentenkosten die Margen gedrückt. Hinzu kommt die angesichts der Popularität von Smartphones und Tablets stagnierende Nachfrage nach herkömmlichen Computern, die traditionell zum Hauptgeschäft von Dell gehören.

Bisher befindet sich die Untersuchung der verschiedenen Optionen den Insidern zufolge noch am Anfang. Es sei unklar, in welche Richtung sich diese entwickelten. Das Direktorium des Computerkonzerns soll noch in diesem Monat zusammenkommen und darüber beraten. Unter anderem hat das Unternehmen eine Liste mit möglichen Übernahmezielen angefertigt.

Allerdings denkt Dell auch über den Verkauf des stark wachsenden Geschäftsbereichs Pivotal Software und eine Transaktion mit dem Spezialisten für Virtualisierungs-Software VMware nach, an dem Dell bereits die Mehrheit hält. Die VMware-Aktie stieg am Donnerstag auf ein Allzeit-Hoch. Bei Dell war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Bloomberg hatte als erstes von der Überprüfung berichtet.

Dell hat sich abseits von der Börse zu einem Tausendsassa im Technologiesektor entwickelt und hat neben Speichersystemen und Computern auch Spiele-PCs, die Sicherheits-Sparte RSA, die Cloud-Plattform Boomi sowie Server im Portfolio. Hohe Kosten haben das Unternehmen allerdings in die roten Zahlen gedrückt. In den ersten neun Geschäftsmonaten bis 3. November 2017 fiel trotz eines deutlichen Umsatzwachstums ein operativer Verlust von drei Milliarden Dollar an.

Dell sitzt bereits auf einem Schuldenberg von 52,5 Milliarden Dollar. Dieser rührt teilweise noch von 2013, als Michael Dell zusammen mit Microsoft und dem Finanzinvestor Silver Lake die Kontrolle über das Unternehmen zurückgewann und es für fast 25 Milliarden Dollar von der Börse nahm. Silver Lake hält seither 18 Prozent an Dell. Ein Börsengang würde es dem Finanzinvestor ermöglichen, nach und nach seine Beteiligung zu reduzieren.

  • rtr
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