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Computerspielemesse Die Gamescom wird zum Tummelplatz für Politiker

Über Computerspiele rümpften Politiker lange die Nase. Die Zeiten sind vorbei. Die Gamescom zeigt, welchen Stellenwert die Branche gewonnen hat.
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Gamescom: Merkel und Laschet eröffnen Computerspielmesse Quelle: dpa
Politiker Dorothee Bär (links), Henriette Reker und Armin Laschet auf der Gamescom

Computerspiele sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen.

(Foto: dpa)

KölnSchon jetzt sind die Kölner Messehallen während der Gamescom brechend voll. Im vergangenen Jahr schoben sich an fünf Tagen 350.000 Besucher über das Computerspielefestival, dieses Jahr werden es voraussichtlich ähnlich viele sein. Doch die Kapazitäten dürften in Zukunft nicht mehr reichen, meint Dorothee Bär, Staatsministerin für Digitales im Bundeskanzleramt und damit so etwas wie die oberste Spielerin des Landes.

„Wir brauchen in Zukunft größere Hallen, weil so viele Politiker da sind“, scherzte sie bei der Eröffnung der Messe am Dienstag. Das, so betonte sie, sei etwas Positives – während in der Vergangenheit viele ihrer Kollegen mit Computerspielen fremdelten, lassen sich heute nicht nur die Digitalpolitiker auf der Messe blicken.

In der Tat kam Bär nicht allein. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) besuchte die Eröffnung ebenso wie sein saarländischer Amtskollege Tobias Hans (CDU), zudem waren mehrere Bundestagsabgeordnete und die Kölner Oberbürgermeisterin zu Gast. Die Gamescom zeigt: Computerspiele, in der Politik einst skeptisch beäugt und teils heftig bekämpft, sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen.

Die Unternehmen freuen sich über die Aufmerksamkeit. „Games sind natürlich fantastische Unterhaltung, aber auch Kulturgut, Wirtschaftskraft und Innovationstreiber“, sagte Felix Falk, Chef des Branchenverbands Game. Es handle sich um „das Leitmedium unserer heutigen Zeit“.

Sein Verband wirbt mit dieser Argumentation für eine staatliche Förderung – nur so könne Deutschland in diesem Zukunftsgeschäft mit anderen Standorten mithalten, die bereits Subventionen zahlen. Kanada gilt als Vorbild: Dort ist, nicht zuletzt dank kräftiger Unterstützung, ein großer Standort entstanden.

Die Bundesregierung will Computerspiele mit Bundesmitteln fördern, das haben die Parteien in ihrer Koalitionsvereinbarung festgehalten. Bär hält ein Budget von bis zu 100 Millionen Euro pro für realistisch. Derzeit läuft die Arbeit an einem Konzept – zuständig sein wird allerdings ihr Parteifreund, Verkehrsminister Andreas Scheuer, der auch für digitale Infrastruktur zuständig ist. „2019 wird er hier persönlich stehen“, kündigte Bär an.

Den meisten Besuchern dürften derartige Pläne jedoch egal sein. Sie kommen, um zu spielen: 1000 Aussteller haben sich angekündigt, einige mit Neuigkeiten. So zeigt die Ubisoft-Tochter Blue Byte eine neue Version des Strategiespiels „Die Siedler“, THQ Nordic gibt einen Vorgeschmack auf den interaktiven Western „Desperados III“.

Die üblichen Fortsetzungen gibt es auch zu sehen, etwa die Fußballsimulation „Fifa 19“, die als das beliebteste Spiel in Deutschland gilt. Auch Staatsministerin Bär verschlug es dort an den Stand von Hersteller Electronic Arts (EA) – sie spielte natürlich mit ihrem Lieblingsteam, dem FC Bayern.

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