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Consumer Electronics Show Die CES in Las Vegas – Hochamt der Technologie

Lange Zeit galt die CES in der Wüste von Nevada als Auslaufmodell unter den Elektronikmessen. Jetzt zeigt sie anderen Veranstaltern die Zukunft auf.
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Das Event in Las Vegas ist weiterhin wichtigster Branchentreff, auch weil die Cebit im kommenden Jahr eingestellt wird. Quelle: CES
Technik-Messe CES

Das Event in Las Vegas ist weiterhin wichtigster Branchentreff, auch weil die Cebit im kommenden Jahr eingestellt wird.

(Foto: CES)

Las Vegas Die Consumer Electronics Show – kurz CES – ist die größte Fachmesse für Technologie und Konsumelektronik der Welt. 2018 kamen 182.198 Teilnehmer in die Wüste von Las Vegas, davon 6.645 Journalisten. Allein daraus lässt sich die wirtschaftliche Bedeutung der Messe für die Stadt, Hotels, Restaurants und Bars erahnen. Für die am Dienstag beginnende CES 2019 rechnet die Spielerstadt mit Teilnehmerzahlen wie im Vorjahr.

1967 war die erste CES noch eine Versammlung einiger Hundert Teilnehmer und Aussteller, die sich in wenigen Ballsälen in New York trafen. 1968 wurde die Computermaus präsentiert, 1975 das VHS-Videosystem, und später wechselte die CES zwischen Chicago und Las Vegas, wo sie schließlich fest etabliert wurde.

Hier, im Bannkreis des nur eine Flugstunde entfernten Silicon Valley, breitete sich die Messe rasant aus. Auch weil die Konkurrenz versagte. Noch 1979 bis 2003 galt die Händlermesse Comdex als wichtigste amerikanische Computermesse, übertroffen allein von der – mittlerweile ebenfalls eingestellten – Cebit in Hannover.

Abschied der Konkurrenz

2000 kündigten dort wichtige Aussteller wie IBM, Apple und HP – angeblich aus Protest gegen überzogene Preise und schlechten Service. Der CES gab dies den entscheidenden Wachstumsschub.

Weder im Veranstaltungszentrum noch in einem der vielen Hotels der Stadt wäre heute genug Platz, um die Messe mit ihren rund 4.500 ausstellenden Firmen und Organisationen zu beherbergen. Deshalb sind sie auf vier große Zentren aufgeteilt, verbunden durch eine Armada von Shuttlebussen. Warteschlangen an Taxiständen, Bushaltestellen oder der Monorail gelten als nervende Routine, ebenso obligatorische Sicherheitskontrollen. Drei- bis viermal pro Tag werden Rucksäcke oder Computertaschen durchwühlt, während Drogenhunde an Besuchern vorbeilaufen.

Neue Hotelkomplexe wie das Aria haben dazu beigetragen, dass sich die Situation an der Zimmerfront entspannt hat. Waren Unterkünfte in den Hochzeiten der CES direkt auf dem Strip im Schnitt nicht unter 900 Dollar pro Nacht zu bekommen, sind mittlerweile eher 600 Dollar üblich.

Standbesatzungen werden von den Ausstellern allerdings oft an entlegenen Plätzen wie Boulder City untergebracht und mit eigenen Bussen transportiert. Die Hotels dort sind ruhig, schön und billiger, nur eben weit ab vom Schuss.

Die CES ist eine Messe, der seit Jahrzehnten der Tod vorausgesagt wird. Sie hat sich aber immer wieder geweigert zu sterben. Stattdessen konnte sie sich aus dem Strudel der wirtschaftlichen und politischen Ereignisse befreien.

Etwa nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001, als der Flugverkehr zusammenbrach und viele ausländische Aussteller keine Visa mehr bekamen. An manchen Tagen verpassten Tausende Passagiere ihre Heimflüge wegen Sicherheitschecks und endlosen Warteschlangen. Die Messe entschuldigte sich öffentlich dafür.

2009, nach der Weltfinanzkrise, hatte die Industrie andere Probleme, als wilde Partys in Hotelsuiten für 3.000 Dollar die Nacht zu feiern. Die Zahlen brachen massiv ein.

Doch durch geschicktes Aufsaugen der Trends und Strömungen lavierte sich die CES durch und wuchs weiter. Sie ist in Zeiten der selbstfahrenden Autos inzwischen sogar eine der bedeutendsten Automessen der Welt, und der „Eureka Park“ zieht Hunderte Start-ups aus aller Welt an.

Die Zukunft sieht ebenso rosig aus. Las Vegas entwickelt sich langsam selbst zu einer High-Tech-Drehscheibe und zu einem magischen Anziehungspunkt für Techfirmen und Mitarbeiter, denen das Silicon Valley und San Francisco längst zu teuer geworden sind. Es entstehen Datencenter, und Start-ups lagern Teile ihrer Verwaltung und den Kundenservice nach Vegas aus, wo außerhalb der wilden Partymeile des „Strips“ die Preise für Kauf und Miete moderat sind.

Zuerst war es die Messe, jetzt zieht es die Technologie selbst in die Wüste.

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