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Im Gespräch mit einem Roboter (Archiv)

Roboter sind Teil des Alltags, auch in Büros sollen sie helfen – wenn auch in Form von Software ohne äußere Hülle.

(Foto: dpa)

Contextor-Übernahme Softwareroboter für Unternehmen: SAP verstärkt sich bei Künstlicher Intelligenz

SAP übernimmt das französische Start-up Contextor. Dessen Softwareroboter automatisieren Routineaufgaben mithilfe Künstlicher Intelligenz.
Update: 19.11.2018 - 16:29 Uhr Kommentieren

DüsseldorfIn Fabriken sind Roboter nicht mehr wegzudenken – in Büros kommen sie bislang jedoch vergleichsweise selten zum Einsatz. Dabei ist das Potenzial enorm: Programme sind in der Lage, viele lästige Routineaufgaben zu erledigen. Ähnlich zuverlässig wie die stählernen Helfer in der Produktion, nur ohne äußere Hülle.

SAP setzt große Hoffnungen in die Technologie: Der Konzern übernimmt das Start-up Contextor, das auf Softwareroboter spezialisiert ist. Diese fassen mehrere Arbeitsschritte zusammen, etwa im Callcenter. Kunden könnten so schneller „einen hohen Automatisierungsgrad“ erreichen, erklärte Markus Noga, der bei SAP den Bereich maschinelles Lernen leitet.

Contextor, im Jahr 2000 gegründet und ansässig in Paris, sei mit seinen 20 Mitarbeitern „einer der europäischen Marktführer“ für Softwareroboter, erläuterte Noga in einem Gespräch mit dem Handelsblatt. Das Unternehmen hat mehr als 100 Kunden, die gut 100 000 Bots programmiert haben. Details zu Umsatz und Gewinn teilte SAP nicht mit.

Den Kaufpreis legte der Softwarekonzern ebenfalls nicht offen. Anders als bei der geplanten Übernahme von Qualtrics, die acht Milliarden Dollar kosten soll, dürfte es sich aber um einen Betrag handeln, den der wertvollste Dax-Konzern bequem aus dem laufenden Geschäft bezahlen kann.

Robotic Process Automation (RPA) – so der Fachbegriff – ist in der IT-Branche ein Thema mit wachsender Bedeutung. Der Marktforscher Gartner erwartet, dass der Umsatz von 680 Millionen Dollar in diesem Jahr auf 2,4 Milliarden Dollar im Jahr 2020 wächst. Den größten Mehrwert bringen die Lösungen den Experten zufolge für Banken, Versicherungen, Versorger sowie Telekommunikationsanbieter.

„Es geht um die Automation auf der Ebene von Arbeitsschritten“, sagt Informatiker Markus Noga. „Die Software guckt dem Bearbeiter über die Schulter und zeichnet die Arbeitsabläufe auf. Diese können dann verallgemeinert werden“ – ähnlich, wie es etwa in der Textbearbeitung mit Makros möglich ist.

Im Unterschied dazu ist es bei der RPA möglich, auf mehrere Programme gleichzeitig zuzugreifen. „Ganz typisch ist der Einsatz im Callcenter“, erklärt Noga: Die Mitarbeiter können mit einem Klick Daten aus verschiedenen Systemen sammeln, etwa Abrechnungen eines Kunden aus der Finanzbuchhaltung und seine aktuelle Bestellung aus dem Liefersystem.

Alles automatisch, alles schnell, alles integriert: „Die Kosteneinsparung ist das treibende Thema“, sagt Robert Scholze, der bei der Management- und Technologieberatung Sopra Steria Consulting das Thema branchenübergreifend betreut. Was bei der Entscheidung helfe: „Die Investition macht sich in der Regel schnell bezahlt.“ Denn die Einführung von Softwarerobotern ist im Vergleich zu vielen anderen IT-Projekten günstig.

Der Berater sieht jedoch auch andere Vorteile. So bedeute die Automatisierung eine Entlastung der Belegschaft: Lästige Routineaufgaben entfallen, etwa die Suche nach Informationen. Nicht zuletzt könne sie die Qualität steigern: „Die Software sorgt dafür, dass Prozesse formal eingehalten werden“ – gerade im Finanzbereich sei das von Vorteil.

Contextor bietet nach Einschätzung des Marktforschers Forrester „differenzierte Lösungen“ für RPA an. Führend ist das Portfolio indes nicht: Das Analysehaus hält die Technologie von Anbietern wie Automation Anywhere, UI Path und Blue Prism für ausgereifter – Contextor sei ein „Herausforderer“.

Ziel ist das „intelligente Unternehmen“

Für SAP ist das Start-up ein kleiner Baustein einer großen Strategie: Der Konzern will seinen Kunden ermöglichen, zu „intelligenten Unternehmen“ zu werden – seit dem Frühjahr postuliert das Management um Vorstandssprecher Bill McDermott dieses Leitbild. Die Automatisierung von Routineaufgaben mithilfe Künstlicher Intelligenz, wie RPA sie ermöglicht, ist dabei ein zentrales Element.

Die Contextor-Software könne helfen, „die Komplexität von Unternehmensanwendungen zu vermindern und dem Durchschnittsnutzer zu erschließen“, erläutert Noga. Die Prozessautomatisierung soll Teil aller SAP-Produkte werden. Zudem können Kunden selbst Softwareroboter entwickeln.

„Die Automatisierung von SAP-Systemen ist oft aufwendig. Lösungen wie die von Contextor können die Arbeit erleichtern“, sagt Sopra-Steria-Berater Scholze. RPA sei bei der Überbrückung von Medienbrüchen sehr hilfreich – anstatt eine Schnittstelle für die Datenübertragung programmieren zu müssen, könne der Konzern Softwareroboter einsetzen.

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