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Coronakrise Deutsche geben immer mehr Geld für Pay-TV aus

Pay-TV und Mediatheken sind in der Krise gefragt wie nie zuvor. Auf neue Sendungen aus Amerika müssen die Anbieter aber erst einmal verzichten.
21.07.2020 - 15:55 Uhr Kommentieren
Das Bezahlfernsehen ist so beliebt wie nie in Deutschland. Quelle: dpa
Bezahlsender Sky

Das Bezahlfernsehen ist so beliebt wie nie in Deutschland.

(Foto: dpa)

München Die Gaststätten geschlossen, die Fußballstadien verrammelt, die Kinos dicht: Dieses Frühjahr haben die Menschen in Deutschland so viel Zeit wie noch nie zu Hause verbracht. Davon profitieren vor allem Bezahlsender und Online-Videotheken: Der schon seit Jahren anhaltende Aufwärtstrend im Pay-TV bekommt durch Corona einen kräftigen Schub.

„Unsere Nutzung während der Lockdown-Zeit und danach ist gestiegen“, sagte Elke Walthelm, Programmchefin des Bezahlsenders Sky Deutschland, an diesem Dienstag auf einer Online-Pressekonferenz des Vaunet. Dem Medienverband zufolge haben in den letzten Monaten deutlich mehr Menschen Pay-TV geschaut als noch vergangenes Jahr. 2019 zählten die Bezahlkanäle hierzulande monatlich im Schnitt 16,4 Millionen Zuschauer. In den ersten sechs Monaten 2020 waren es laut Angaben des Vaunet-Verbandes 17,1 Millionen. Der März war dabei mit 18,3 Millionen Nutzern ein besonders erfolgreicher Monat für die Anbieter.

„Die Entwicklung ist sehr erfreulich“, bilanzierte auch Katharina Behrends, die Vorsitzende des Arbeitskreises Pay-TV im Vaunet. Und das nicht erst, seit die Pandemie die Leute ans Sofa fesselt. So ist der Umsatz der Bezahlsender und Streaming-Anbieter in Deutschland bereits 2019 um knapp zwölf Prozent auf 3,9 Milliarden Euro in die Höhe geschossen. Auf acht Millionen Abonnenten kamen die Medienfirmen voriges Jahr, 200.000 mehr als noch 2018.

Der in Berlin ansässige Verband Vaunet ist das Sprachrohr der privaten elektronischen Medien in Deutschland und vereint 150 Mitglieder. Dazu zählen die großen TV-Stationen RTL und Pro Sieben Sat 1, die Telekom und Disney, viele kleinere Medienhäuser, aber auch Angreifer wie der amerikanische Internetriese Amazon. 103 Bezahlkanäle existieren dem Verband zufolge in Deutschland.

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    Corona ist allerdings nicht nur positiv für die Medienhäuser. Im Frühjahr sei es schwierig gewesen, Filme und Serien zu synchronisieren, klagte Behrends. „Fast alle Anbieter mussten ihre Programmpläne ändern“, erläuterte die Geschäftsführerin von NBC Universal Deutschland. Bei Sky kam deshalb auch Programm mit Untertitel auf den Bildschirm.

    Anbieter glauben, dass der Boom anhält

    Inzwischen laufe die TV-Produktion in Deutschland aber wieder. Wegen der Hygieneauflagen seien die Aufnahmen zwar teurer, erklärt RTL-Manager Henning Tewes. Aber so sei immerhin der Nachschub für den Herbst und das kommende Jahr gesichert. Das gelte freilich nicht für Serien und Filme aus Amerika. 

    „Die Produktionsprobleme dort sind deutlich zu sehen“, so Tewes. Was trotz Corona aus den USA komme, werde verspätet geliefert und sei qualitativ dünner. Hollywood als Herz der amerikanischen Filmindustrie leidet darunter, dass das öffentliche Leben wegen steigender Corona-Infektionen in Kalifornien jüngst wieder massiv heruntergefahren werden musste.

    Die Pay-TV-Anbieter sind zuversichtlich, dass der Boom anhält, auch wenn die Pandemie eines Tages vorüber sein sollte. „Junge Menschen haben wieder den Weg zum Fernsehen gefunden“, so Vaunet-Geschäftsführer Frank Giersberg. Gleichwohl, so ganz sicher sind sich die Fernsehmacher nicht. 

    Eine Prognose fürs laufende Jahr, wie sie Vaunet sonst stets im Sommer abgibt, verweigerte Giersberg am Dienstag. Es gebe einfach zu viele Unwägbarkeiten.

    Mehr: Nur für Mitglieder – so verdienen Medien Geld mit ihren Fans.

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