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Cumulocity-Gründer Bernd Groß Dieser Mann legte den Grundstein für das Internet der Dinge

Der Gründer von Cumulocity setzte als einer der Ersten auf das Internet der Dinge. Bei der Software AG akquiriert er nun selbst erfolgreich Start-ups.
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Der Gründer von Cumulocity fühlt sich in seiner Rolle als angestellter Geschäftsführer bei der Software AG wohl. Quelle: RAINER UNKEL / Cumulocity GmbH
Bernd Groß

Der Gründer von Cumulocity fühlt sich in seiner Rolle als angestellter Geschäftsführer bei der Software AG wohl.

(Foto: RAINER UNKEL / Cumulocity GmbH)

Düsseldorf Wer früh dran ist, muss viel Überzeugungsarbeit leisten. Bernd Groß hatte als einer der Ersten in Deutschland die Chancen des Internets der Dinge für die Industrie erkannt. Doch als er 2012 durch ein Management-Buy-out von Nokia Siemens Networks mit seiner Firma Cumulocity startete, war der Markt noch nicht so weit, „Ich habe mir bei den Mittelständlern den Mund fusselig geredet“, erinnert er sich. „Doch wir waren zu früh.“

Groß hat die Durststrecke überwunden. „Wir sind am Anfang sehr langsam gewachsen“, sagt der gebürtige Düsseldorfer, „doch so hatten wir einen technologischen Vorsprung, der bis heute gehalten hat.“ Der Lohn: 2017 übernahm die Software AG das Start-up für 49 Millionen Euro. Cumulocity besteht unter Groß’ Führung weiter eigenständig.

Im Gegensatz zu anderen Gründern, bekam Groß auch im Gesamtkonzern eine tragende Rolle: Er ist für die weltweiten Cloud- und IoT-Themen bei der Software AG mit zuletzt rund 30 Millionen Euro Umsatz verantwortlich. Hier kann er nun selbst Start-ups übernehmen.

Gerade erst kaufte seine Sparte die Firma Built.io in San Francisco, deren Software Entwicklern bei Lösungen für die einfache Verknüpfung von Geräten, Systemen und Software helfen soll.

Laut einer Untersuchung des Branchenverbands Bitkom nutzen vier von zehn Unternehmen bereits eine IoT-Plattform, 18 Prozent planen den Einsatz. „Alle Industrieunternehmen werden früher oder später erkennen, dass IoT-Plattformen von strategischer Bedeutung für ihre zukünftigen Geschäftsmodelle sind“, sagte Bitkom-Präsident Achim Berg.

Konzerne wie Siemens mit Mindsphere oder ein Bündnis von Mittelständlern mit Adamos und andere haben IoT-Plattformen entwickelt – viele von ihnen nutzen dabei die Software von Cumulocity. „Wenn man sich Mindsphere als Auto vorstellt, dann sind wir ein Teilezulieferer“, erklärt Groß.

Bei Adamos stellt die Software-AG-Tochter sogar die gesamte Plattform. „Wir sind eine Art Hidden Champion im Internet der Dinge, da wir unsere Technologie auch als White-Label-Lösung zur Verfügung stellen“, meint Groß. Cumulocity ist unter anderem Kern der „Cloud der Dinge“ der Deutschen Telekom.

Wir sind eine Art Hidden Champion im Internet der Dinge Cumulocity-Gründer Bernd Groß

Den Mund fusselig reden muss sich Groß nicht mehr, auch bei Mittelständlern nicht. Sie können sich über immer bessere Maschinen nicht mehr differenzieren. „Das ist weitgehend ausgereizt.“

Sie müssen daher smartere Lösungen bieten. Zum Beispiel über vorausschauende Wartungen. Dafür aber brauchen sie Anwendungen, wie sie Cumulocity bietet. „Der Markt zieht jetzt mit enormen Wachstumsraten an, sagt Groß. „Er ist aber immer noch auf einem bescheidenen Niveau.“
Der 50-jährige Groß hat sich den Start-up-Geist bewahrt. In Jeans und Polo-Shirt ist er unterwegs, mit eindringlichen Gesten diskutiert er die neuesten Technologien. Er kennt beide Welten. Für Nokia arbeitete er 18 Jahre in Helsinki und im Silicon Valley, bevor er Cumulocity gründete. Nun erlebt er bei der Software AG eine Art Mischform.

„Als angestellter Geschäftsführer fühlt es sich auch nicht schlecht an“, sagt er. Die Software AG sei ja auch eher ein großes Start-up mit schnellen Entscheidungswegen. Ob es bei Nokia Siemens Networks bürokratischer zuging? Als Antwort lächelt Groß nur.

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