Datenskandal um Cambridge Analytica Das holt Facebook in sieben Minuten wieder rein – Britische Behörde kündigt Strafe von 565.000 Euro an

Aufgrund der Datenaffäre um Cambridge Analytica soll Facebook in Großbritannien mehr als 560.000 Euro Strafe zahlen. Der Internetgigant soll nun Stellung beziehen.
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Facebook: Britische Datenschutzbehörde kündigt Höchststrafe an Quelle: dpa
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Hintergrund des Skandals ist die Weitergabe von Daten von 87 Millionen Nutzern an die britische Beratungsfirma Cambridge Analytica.

(Foto: dpa)

LondonIm Skandal um millionenfach weitergegebene Facebook-Nutzerdaten will die britische Datenschutzbehörde ICO den US-Konzern mit einer Strafe von 500.000 Pfund (565.000 Euro) belegen. Facebook habe die Daten seiner Mitglieder nicht geschützt und so gegen das Gesetz verstoßen, erklärte Behördenchefin Elizabeth Denham am Mittwoch. Zudem habe es keine Transparenz darüber gegeben, wie Daten der Plattform von Dritten abgefischt worden seien.

„Facebook hat es versäumt, die Art von Schutz zu bieten, zu dem sie nach den Datenschutzgesetzen verpflichtet sind“, sagte Denham. Die Geldstrafe „sendet ein klares Signal aus, dass ich dies für ein wichtiges Thema halte, besonders wenn man sich das Ausmaß und die Auswirkungen dieser Art von Datenverstößen ansieht“.

Hintergrund des Skandals ist die Weitergabe von Daten von 87 Millionen Facebook-Nutzern an die britische Beratungsfirma Cambridge Analytica. Das Unternehmen unterstützte 2016 das Wahlkampfteam des späteren US-Präsidenten Donald Trump. Die von Facebook erlangten Daten verwendete es nach eigener Darstellung aber nicht für den amerikanischen Wahlkampf.

Die Strafe von 500.000 Pfund ist für Facebook vergleichsweise klein, weil der Konzern einen Marktwert von 590 Milliarden Dollar hat. Sie ist aber der Höchstbetrag, den ICO-Chefin Denham verhängen kann. Facebook kann sich vor der endgültigen Entscheidung noch zu den Vorwürfen äußern. Zu den mutmaßlichen Verstößen kam es vor Inkrafttreten der neuen Datenschutzgrundverordnung in der Europäischen Union. Sie erlaubt deutlich höhere Strafen.

Facebooks Datenschutzbeauftragte, Erin Egan, sagte in einer Stellungnahme: „Wie wir bereits gesagt haben, hätten wir mehr tun sollen, um Berichte über Cambridge Analytica zu untersuchen und im Jahr 2015 Maßnahmen zu ergreifen. Wir arbeiten bei der Untersuchung von Cambridge Analytica eng mit dem ICO zusammen, ebenso wie mit Behörden in den USA und anderen Ländern. Wir prüfen den Bericht [der britischen Behörde] und werden demnächst dem ICO antworten.“

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