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David Pecker Trumps Hofberichterstatter legt sich mit Amazon-Chef Bezos an

Der CEO von American Media soll hinter der Erpressung von Amazon-Chef Jeff Bezos stehen. Er ist ein enger Freund von Trump – und legt sich gerne mit den Feinden des Präsidenten an.
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Die Schlagzeilen hatte sich der Chef von American Media und dem National Enquirer anders vorgestellt. Quelle: AFP
Bericht über den Erpressungversuch

Die Schlagzeilen hatte sich der Chef von American Media und dem National Enquirer anders vorgestellt.

(Foto: AFP)

New YorkDavid Pecker, der CEO und Chairman des US-Verlags American Media (AMI), soll hinter dem Erpressungsversuch gegen den Amazon-Chef Jeff Bezos stehen. Damit könnte der 67-Jährige auch seinem Freund Donald Trump helfen. Schließlich ist Bezos auch Besitzer der Trump-kritischen „Washington Post“ und dem Präsidenten schon lange ein Dorn im Auge.

Der Hintergrund für die jüngsten Drohungen: Die zu American Media gehörende Wochenzeitschrift National Inquirer hatte vor einigen Wochen die außereheliche Affäre von Bezos bekannt gemacht. Seitdem stellt Bezos jedoch seinerseits Nachforschungen über American Media an. Und das passt dem Verlag gar nicht. Peckers Unternehmen soll deshalb versucht haben, den Amazon Gründer zu erpressen: „No thank you, Mr. Pecker“ hatte Bezos seinen Eintrag überschrieben, den er in der Nacht auf Freitag auf der Website Medium.com veröffentlichte.

Dort publizierte Bezos die Email-Drohungen von American Media-Managern: Eine Mail des Chief Content Managers listet detailliert die zehn intimen Fotos von Bezos und seiner Geliebten auf, die im Besitz von American Media seien. Diese Bilder könnten veröffentlicht werden, wenn die Washington Post ihre Untersuchungen zum National Inquirer veröffentlicht, heißt es.

Eine Zweite Mail aus der Rechtsabteilung stellt klare Forderungen. Unter anderem soll Bezos öffentlich erklären, dass die Berichterstattung über seine Affäre keinen politischen Hintergrund habe. Doch gerade die politische Verflechtungen von David Pecker und seinem Medien-Imperium waren seit der Trump-Wahl mehrfach ein viel diskutiertes Thema.

Der als Sohn eines Maurers in der Bronx aufgewachsene Pecker ist seit langen Jahren ein Freund und Bewunderer Donald Trumps. Das geht über die gemeinsame Vorliebe für Florida hinaus. Dort war Pecker schon früh ein häufiger Gast in Trumps Luxus-Resort Mar-El-Lago. 

Pecker begann seine Karriere als Rechnungsprüfer bei Medienkonzernen und steig schon bald ins Management auf. Als Hachette-Manager produzierte er Ende der 90er Jahre auch das Magazin „Trump Style“, das in den Gebäuden des Geschäftsmannes auslag. 

Pecker und sein Verlag spielen auch eine Rolle in der Schweigegeldaffäre des Präsidenten. American Media zahlte dem ehemaligen Playmate Karen McDougal, die behauptet, eine Affäre mit Trump gehabt zu haben, 150.000 US-Dollar für die Rechte an ihrer Geschichte. Der „National Enquirer“ veröffentlichte diese aber nie, sondern schwieg die angebliche Affäre tot. Diese Methode ist in den USA als „catch and kill“ bekannt (zu Deutsch etwa: „fange und vernichte“).

American Media gab im Dezember zu, das Geld bezahlt zu haben – bestritt aber das angebliche Ziel dahinter. Es wird untersucht, ob das als nicht deklarierte Wahlkampfhilfe  zu werten ist. Außerdem soll Pecker enge Beziehungen nach Saudi-Arabien und deshalb besonders positiv berichtet haben. 

Auch die Veröffentlichung von Bezos Affäre mit Lauren Sanchez, die nur wenige Tage nach der Trennung von seiner Frau kam, gilt vielen als politischer Akt, der direkt auf einen politischen Gegner abzielte. Peckers Medium veröffentlichte damals private SMS zwischen Bezos und Sanchez. 

Dass Pecker damit Trump einen großen Gefallen tat, daran ließ auch der Präsident keinen Zweifel: Trump hat die Arbeit des National Inquirer als hervorragenden Journalismus gelobt: „Tut mir so leid, die News zu Jeff Bozo zu hören, dass er von einem Wettbewerber erwischt wird, der , wie ich verstehe, viel akkurater in seiner Berichterstattung ist, als seine Lobbyisten-Zeitung, die Amazon Washington Post“, twitterte der Präsident Mitte Januar. Offensichtlich hat Pecker nicht damit gerechnet, dass Bezos mit Untersuchen gegen American Media zurückschlägt.

Pecker hatte wohl zudem nicht erwartet, dass Bezos sich von der angedrohten Veröffentlichung der Fotos seiner Genitalien nicht einschüchtern lässt: „Wenn ich mich in meiner Position nicht gegen diese Erpressung erheben kann, wie viele Leute können es dann?“, fragte der Amazon-Chef in seinem offen Brief.

„Natürlich will ich keine persönlichen Fotos veröffentlicht sehen, aber ich werde auch nicht bei ihren allseits bekannten Erpressungsmethoden mitmachen, bei ihren politischen Gefälligkeiten, politischen Attacken und Korruption.“ Er habe sich stattdessen dafür entschieden, den Spieß umzudrehen - und zu „sehen, was dadurch zum Vorschein kommt“.

Peckers American Media teilte am Freitag morgen mit, dass sich der Verlag bei der Berichterstattung zu Bezos korrekt verhalten habe. Angesichts der Erpressungsvorwürfe werde dennoch eine interne Untersuchung eingeleitet.

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