Dell plant Akquise EMC-Zukauf könnte größter Deal der Branche werden

Einst galt Dell als Branchenprimus, doch der Smartphone- und Tablet-Boom setzt den PC-Hersteller schon länger unter Druck. Nun plant der Konzern sein Comeback – mit der größten Übernahme der Branche überhaupt.
Einst war Dell die Weltmarkt-Nummer eins, doch inzwischen landet der Konzern nur auf Platz drei. Quelle: Reuters
Verkaufseinbruch

Einst war Dell die Weltmarkt-Nummer eins, doch inzwischen landet der Konzern nur auf Platz drei.

(Foto: Reuters)

New YorkDer einstige Computerprimus Dell plant einem Insider zufolge für sein Comeback den Kauf des Datenspeicher-Spezialisten EMC, der an der Börse rund 50 Milliarden Dollar wert ist. Gelingt das Vorhaben, wäre es die größte Übernahme in der Branche überhaupt. Der PC-Hersteller käme damit dem Ziel des Konzerngründers Michael Dell näher, die Position bei Firmenkunden zu stärken. Michael Dell hatte das Unternehmen 2013 von der Börse genommen, um den angeschlagenen Konzern zu sanieren. Wie andere Anbieter leidet Dell unter dem Einbruch bei PC-Verkäufen, nachdem Tablets und Smartphones den Markt revolutioniert haben.

Analysten stellen aber infrage, ob Dell das Geld für einen EMC-Kauf aufbringen kann. Wegen dieser Skepsis stieg der EMC-Aktienkurs am Donnerstag auch nur um vier Prozent auf rund 27 Dollar. Dem Sender CNBC zufolge ist dies der derzeit von Dell gebotene Preis.

Von den Plänen hatte zunächst das „Wall Street Journal“ berichtet. Demnach ist nicht klar, ob der auf Speichersysteme spezialisierte EMC-Konzern vollständig übernommen werden soll. Ein Abschluss sei ebenfalls nicht gewiss. Nach Reuters-Informationen spricht Dell bereits mit Banken für Details einer Finanzierung. Dem Analysten Toni Sacconaghi vom Finanzhaus Bernstein zufolge hat Dell selbst aktuell Schulden im Volumen von zwölf Milliarden Dollar. Für den Kauf würde der Konzern CNBC zufolge zusätzliche 40 Milliarden Dollar benötigen.

Die bislang größte Übernahme der Branche ist der im Mai angekündigte Kauf des amerikanischen Chip-Herstellers Broadcom durch den heimischen Rivalen Avago für 37 Milliarden Dollar.

Dell liegt inzwischen weltweit auf Rang drei. Michael Dell will den 1984 gegründeten Konzern auf Firmenkunden ausrichten, ähnlich wie es auch die Rivalen HP oder IBM machen. Anfang September erklärte Dell, sein Unternehmen verzeichne seit zehn Quartalen ungebrochenes Wachstum trotz des weiter schrumpfenden PC-Markts.

EMC steht unter Druck seines Großaktionärs Elliott Management, der einen Verkauf der Mehrheitsbeteiligung an VMware fordert. EMC hält 80 Prozent an VMware. Von allen denkbaren Alternativen sei eine Übernahme durch Dell „ein Albtraum-Szenario ohne strategische Synergien“, das sich nur für den PC-Hersteller lohnen würde, sagte Analyst Daniel Ives vom Finanzberater FBR Capital Markets.

Die wertvollsten Start-ups der Welt
Platz 10: Dropbox
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Der in San Francisco ansässige Anbieter von Web-Speicher zählt bereits mehr als 400 Millionen private Nutzer und wird zurzeit von 500 Unternehmen verwendet. Nach eigenen Angaben des Cloud-Unternehmens werden alle 24 Stunden 1,2 Milliarden Dateien in der Dropbox gespeichert. Seit der Gründung 2007 hat das Startup 0,6 Milliarden Dollar von Investoren wie Black Rock oder Goldman Sachs erhalten. Heute ist ihr Investment geschätzte zehn Milliarden Dollar wert. Damit liegt Dropbox auf Platz zehn im aktuellen Ranking des Wall Street Journal.

Platz 9: Pinterest
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Das soziale Bildernetzwerk bietet Nutzern die Möglichkeit, Fotos auf virtuellen Pinnwänden zu teilen, liken oder kommentieren. Das 2010 in San Francisco gegründete Startup verfügt heute über weitere Unternehmenssitze in New York, Chicago, Los Angeles, Atlanta, London, Paris, Berlin, Tokyo und Sao Paulo mit insgesamt über 500 Mitarbeitern. Der Unternehmenswert beläuft sich auf satte elf Milliarden Dollar, 1,3 Milliarden haben fremde Kapitalgeber bis heute in das Netzwerk investiert. Platz neun für das von drei Studenten gegründete Start-up.

Platz 8: SpaceX
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Das Raumfahrt-Startup von Tesla-Gründer Elon Musk hat bereits fünf Trägerraketen ins All befördert. Gegründet wurde Space Exploration Technologies, wie das Unternehmen vollständig heißt, bereits 2002, und hat sich seitdem mehrfach Geld bei Investoren geholt, insgesamt 1,1 Milliarden Dollar. Die Bewertung ist mit 12 Milliarden Dollar üppig.

Platz 7: Didi Kuaidi
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Auch die chinesische Taxi-App Didi Kuaidi ist für Kapitalgeber interessant: so flossen bereits 3 Milliarden Dollar in das Startup von Cheng Wei. Fahrdienstanbieter wie Uber oder Didi Kuaidi erfreuen sich in China immer größerer Beliebtheit. Davon profitiert der nun 15 Milliarden Euro schwere Dienstleister und landet auf Platz sieben im Ranking der Venture-Kapital-Firmen.

Platz 6: Flipkart
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Der virtuelle Marktplatz flipkart wurde 2007 von den Absolventen des Indian Institute of Technology Delhi, Sachin und Binny Bansal, gegründet. Seitdem haben verschiedene indische Investoren 3 Milliarden Dollar in das E-Commerce-Startup investiert, das mittlerweile fünf Mal so viel wert ist (15 Milliarden Dollar).

Platz 5: Snapchat
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Das erst 2011 in Los Angeles gegründete Startup Snapchat mit einem Wert von 16 Milliarden Dollar zählt heute zu den wertvollsten, nicht börsennotierten Unternehmen der Welt. Insgesamt 1,2 Milliarden Dollar haben US-amerikanische Kapitalgeber bereits in den Instant-Messaging-Dienst investiert. Die App, die sowohl für Smartphones als auch Tablets verfügbar ist, macht den Versand von Fotos an Freunde möglich. Das Revolutionäre: die Dateien sind nur wenige Sekunden sichtbar und zerstören sich dann selbst. Die Wiederherstellung ist allerdings innerhalb der Ordnerstruktur des eigenen Geräts möglich. Dieser kleine Umweg scheint den besonderen Reiz für Nutzer auszumachen.

Platz 4: Palantir
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Auch das vor einigen Jahren noch wenig bekannte Startup-Unternehmen Palantir Technologies aus Palo Alto im Silicon Valley schafft es in die Top Fünf des Rankings. 1,5 Milliarden Dollar investierten Kapitalgeber in den 20 Milliarden schweren Entwickler von Software, der in der Lage ist, Informationen aus verschiedensten Quellen miteinander zu verknüpfen und auszuwerten. Das weiß man nicht nur bei Hedgefonds gewinnbringend zu nutzen, um Markttrends herauszufiltern. Auch die US-Regierung nutzt eine Variante des Systems zum Jagen nach Terroristen, wobei Banküberweisungen, Einkäufe, Berichte von Fahndern und öffentliche Quellen wie das Internet, Facebook und Twitter zusammengeführt werden.

  • rtr
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