Details zum Datenleck Hacker erbeuten Telefonnummern und Mailadressen von 30 Millionen Facebook-Nutzern

Das vor zwei Wochen bekannt gewordenen Datenleck bei Facebook betrifft weniger Nutzer als angenommen. Die Datentiefe ist allerdings zum Teil enorm.
Update: 12.10.2018 - 20:30 Uhr Kommentieren
Das Unternehmen hat am Freitag Details zum Datenleck veröffentlicht. Quelle: dpa
Facebook-App

Das Unternehmen hat am Freitag Details zum Datenleck veröffentlicht.

(Foto: dpa)

DüsseldorfTelefonnummern und E-Mail-Adressen von fast 30 Millionen Facebook-Nutzern sollen Hackern zugänglich geworden sein. Das gab das Unternehmen am Freitag bekannt. Von 14 Millionen Nutzern haben die Hacker noch weitere persönliche Daten bekommen – etwa Informationen über ihren Wohnort, ihren Beziehungsstatus und ihre Religionszugehörigkeit.

Bereits vor zwei Wochen gab Facebook bekannt, dass Hacker Zugang zu Informationen von 50 Millionen Nutzern bekommen hatten – was bedeutet, dass sie sich als diese Nutzer hätten einloggen können. Nun gab das Unternehmen weitere Details zum Datenleck bekannt.

So sei die Zahl der betroffenen Nutzer mit 30 Millionen geringer gewesen als zunächst angenommen. Bei den 14 Millionen Nutzern, die am meisten durch das Leck betroffen waren, konnten die Hacker persönliche Infos wie den Aufenthaltsort, ihren Arbeitsplatz, Beziehungsstatus, Geburtsdatum, Sprache, Geschlecht und Benutzernamen sehen.

Außerdem konnten die Hacker offenbar an Informationen zum Nutzerverhalten gelangen – etwa die letzten zehn Orte, in denen sie über Facebook „eingecheckt“ haben, Nutzer und Webseiten, denen sie folgen sowie die 15 neusten Suchanfragen.

Facebook wolle die betroffenen Nutzer in den kommenden Tagen anschreiben. In der Mail würden die Hackerattacken noch einmal erklärt. Außerdem würden die Nutzer erfahren, welche Vorkehrungen sie treffen könnten, um sich und ihre Daten zu schützen.

Das Timing für Facebook könnte kaum ungünstiger sein. Der Hack fällt in eine Zeit, in der das weltgrößte soziale Netzwerk Vertrauen zurückgewinnen will. Es kämpft immer noch mit den Auswirkungen des im März bekannt gewordenen Datenskandals um Cambridge Analytica, bei der sich App-Entwickler illegal Zugriff auf die Daten von 87 Millionen Nutzern verschafften.

Facebook kämpft um das Vertrauen seiner Nutzer

Das Facebook-Management bemüht sich, verlorenes Vertrauen wieder herzustellen und entschuldigt sich – auch für den Vorwurf, zu zögerlich auf den Vorwurf russischer Wahlmanipulation reagiert zu haben: „Wir waren zu langsam, um es zu erkennen und zu handeln, das geht auf uns“, sagte Vorstandsmitglied Sheryl Sandberg bei einer Befragung in Capitol Hill.

Immer wieder hat das Netzwerk beteuert, die Situation besser im Griff zu haben und nun mehr Geld in Sicherheit und Personal zu investieren. Die neuerliche Sicherheitspanne mehrt die Zweifel daran und sorgen für Verunsicherung bei den Nutzern.

Das Sicherheitsproblem ist kein Einzelfall. Anfang der Woche gab Google ein Sicherheitsproblem bekannt. Durch ein Softwareproblem bei der sozialen Plattform Google Plus erhielten App-Entwickler unberechtigten Zugriff auf Nutzerdaten – darunter Namen, die E-Mail-Adresse, Geschlecht und Alter von Nutzern.

Bis zu 500.000 Nutzer könnten betroffen sein. Es sei angeblich nichts passiert, erklärt Google. Doch nach den zahlreichen Sicherheitspannen der jüngsten Zeit schwindet das Vertrauen in die Datenschutzbekenntnisse und Besserungsversprechen aus dem Silicon Valley.

Zumal Google das Sicherheitsproblem verschwieg – aus Angst vor schlechter PR, wie ein internes Memo nahelegt, aus dem das „Wall Street Journal“ zitiert. Erst ein Medienbericht förderte die Angelegenheit zutage.

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