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Deutsche IT Brauchen wir ein deutsches Microsoft?

Weg von Microsoft, Google und Intel: Politiker, Unternehmer und IT-Experten fordern die Entwicklung einer deutschen IT – zum Schutz gegen die Spitzel des US-Geheimdienstes. Doch der Plan ist nicht so gut, wie er klingt.
19.07.2013 - 18:42 Uhr 68 Kommentare
Ein Netz in Schwarz-Rot-Gold? Nach dem Überwachungsskandal wird die Forderung nach einer deutschen IT laut. Quelle: Getty Images

Ein Netz in Schwarz-Rot-Gold? Nach dem Überwachungsskandal wird die Forderung nach einer deutschen IT laut.

(Foto: Getty Images)

Düsseldorf Immer wenn es darum geht, dass der Staat die Wirtschaft massiv subventionieren soll, muss Airbus als Beispiel herhalten. Nur dank staatlicher Förderung von Frankreich und Deutschland konnte der europäische Flugzeughersteller den Abstand zum einstigen Monopolisten Boeing aufholen. Heute ist Airbus in der Luftfahrt nicht mehr wegzudenken.

Daher überrascht nicht, dass Politiker eine deutsche IT fordern. Bundeskanzlerin Angela Merkel kommentiert die Bespitzelungsaffäre mit dem Satz, dass Europa dort aufholen müsse, wo es „eigene technische Fähigkeiten verloren“ habe. Beim Satellitensystem Galileo und eben bei Airbus gibt Europa bereits kontra. Folgt die IT-Branche?

Auch der SPD-Bundestagsabgeordnete Dieter Wiefelspütz sagt: „Wenn Washington die Marktmacht amerikanischer Unternehmen in der Internet-Branche missbraucht, dann müssen wir angemessene Alternativen schaffen.“ Und der CSU-Innenpolitiker Hans-Peter Uhl meint, die Regierung müsse „dreistellige Millionenbeträge“ für IT-Sicherheit „Made in Germany“ aufbringen.

Geht es nach solchen Äußerungen, ist jetzt wieder Zeit für Industriepolitik im großen Stil: Die Berichte über die Abhörprogramme des US-Geheimdienstes machen schmerzhaft deutlich, dass die vernetzte Gesellschaft kaum ohne chinesische Chips und amerikanische Software auskommt. Eine IT „Made in Germany“ oder „Made in Europe“ soll verhindern, dass ausländische Geheimdienste deutsche Staatsgeheimnisse und die Erfindungen des Mittelstandes ausspionieren. Doch es ist höchst fraglich, ob eine Förderung nach dem Prinzip Airbus hilft, das Internet weniger amerikanisch zu machen.

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    Bislang sind keine handfesten Beweise an die Öffentlichkeit gedrungen, dass fremde Staatsschnüffler deutsche Firmen ausspionieren. Allerdings ist die Zuordnung digitaler Angriffe schwierig. In einer Umfrage des Sicherheitsdienstleisters Corporate Trust unter 600 Unternehmen gaben rund 21 Prozent an, durch Spionage bereits Schäden erlitten zu haben. Immerhin 14 Prozent der Opfer gehen davon aus, dass ausländische Nachrichtendienste die Finger im Spiel hatten.

    Die Forderungen nach einer deutschen IT klingen gut, gerade im Wahlkampf, und lenkt davon ab, wie wenig die Politiker derzeit gegen die Bespitzelung tun können oder wollen. Doch so einfach ist das nicht. Dagegen sprechen grundsätzliche Zweifel an der Industriepolitik, deren Erfolgsquote niedrig ist. Für jede erfolgreiche Förderung stehen mehrere misslungene Projekte. Auch in der IT-Branche.

    Keine Förderung kommt gegen Google an
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    68 Kommentare zu "Deutsche IT: Brauchen wir ein deutsches Microsoft?"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • "Unsere gesellschaftlichen Regelungen sind aber auf diese mechanische Welt gepolt und die alternde Gesellschaft ist schwerer in der Lage als eine junge Gesellschaft ihr Abstraktionsvermögen den neuen Gegebenheiten anzupassen."

      Was für ein dummer, sinnloser Satz!!!

      Gerade die Älteren, die den Übergang in die digitale Welt mitgestalteten, haben wesentlich besseres Verständnis für alle diese Zusammenhänge!!!

      Die Generation NULL, die nur Touchscreen kennt, ist mit der neun, digitalen Welt völlig überfordert, weil sie Null Ahnung hat, aber davon jede Menge!!!

    • "Unsere gesellschaftlichen Regelungen sind aber auf diese mechanische Welt gepolt und die alternde Gesellschaft ist schwerer in der Lage als eine junge Gesellschaft ihr Abstraktionsvermögen den neuen Gegebenheiten anzupassen."

      Genauso siehts aus.

    • @hermann.12,

      Ihre Arroganz ist unerträglich und unwahr!
      Ich verwende seit Jahren OpenOffice.org geschäftlich für alle Anwendungen, inclusive numerische Berechnungen, etc...
      Nicht umsonst wird OpenOffice.org schon seit Jahren von dem rennomierten Computermagazin CT gelobt!

      MS Office hat sich ins Abseits hineinmanövriert seit der Einführung der neuen Oberfläche, die anwenderunfreundlich ist! Millionen Anwender beschweren sich disbezüglich müssen sich aber letztlich damit abfinden, weil eben Angestellte.

    • @dot,

      das Problem liegt in der Internationalisierung die es erlaubt rechtliche und kulturelle Tabus straflos zu brechen. Förderlich ist da auch der politische Pragmatismus, wie er besonders, aber nicht ausschließlich von links gepflegt wird.
      Umdeutungen wie bei der Pendlerpauschale im Steuerrecht, die Veränderungen der Rolle der Frau, die Änderungen im Arbeitsrecht, die vielfach unausgegorene Ökopolitik alles ist von pragmatischer Opportunität geprägt und leider fast immer auf Kosten der konsequenten Systematik die Hast und Ungeduld beschert uns letztlich nur Abhängigkeiten und korrupte Systeme. Von denen wir letztlich nur enttäuscht werden können.
      Nicht das vieles nicht erstrebenswert ist, es geht aber darum mehr als die Gier des momentanen Vorteils oder Fortschritts zu betrachten.

      H.

    • "Wenn das so eine dolle und vor allem einfache Idee wäre, warum haben es dann die zahlreichen deutschen "Internetversteher" noch nicht gemacht?"

      Weil die Internetausdrucker es wichtiger fanden das Internet kein "rechtsfreier" Raum ist. Teilweise unbegründet Leuten die Tür "eingetreten", ihr Equipment bis heute nicht wieder haben, Jugendliche im Namen einer Verwertungslobby kriminalisiert, Kindergärten verklagt haben und alles was mit Online zu tun hat, quasi unter Generalverdacht gestellt hat.
      Und sämtliche Kleinabrechner mit seinem Vorschriften aus dem Land getrieben hat. Schon mal darüber nachgedacht warum Paypal keine deutsche Firma ist?
      Warum es keinen echten deutschen Trust für SSL gibt?
      Fragen Sie mal beim öffentlich rechtlichen Rundfunk nach, es ist wichtiger Pöstchen für angeblichen Jugendschutz zu verpulvern. Nach dessen Maßgaben müßten die restliche europäische Jugend völlig verkommen und alle Nazi-Anhänger sein.
      Es gibt eine Erklärung, die eigentlich alles erklärt.
      Das Wort VERBOTEN! In Deutschland muß in der Medienlandschaft immer erst jemanden fragen, oder ist Zwangsmitglied ohne das man es weiß, und die unvermutete Rechnung hat schon manchen Kleinunternehmer im ersten Jahr erledigt.
      Ein Betriebssystem nach deutschen Gesetzen zu bauen, ist schlicht unmöglich.
      Das Internet ist durch den Kommerz "gross" geworden. Aber in Wahrheit war es kostenlose Software. 70% aller Server laufen auf Apache2 und Linux, das ist kostenlos. Ebenso wie viele Programmiersprachen.
      Microsoft hat auch erst spät die Dimension erkannt, und brachte dann seine Virenschleudern auf den Markt. Netscape war lange vor Gates da.
      Gates und alle anderen betreiben eine Salami-Taktik, wie mache ich aus einer Wurst viele Scheiben und verkaufe diese teuer nach der Maßgabe, ach das ist ja einfach. Das ist Marktwirtschaft für Konsum.
      Aber Profis zur individuellen Programmierung sind eben teurer, dafür auch sicherer. Wer heute jault, war einfach zu geizig und hinterm Mond.

    • @spartacus,

      das ist eine sehr arrogante und zu dem falsche Aussage.
      Es ist wohl richtig, das das Openoffice für normale einfache Anwender keine Problem darstellt.
      Das ändert sich aber rapide, sobald mehr gebraucht wird als das Einmaleins oder einen Brief zu schreiben.
      Ähnliche Probleme entstehen auch für Normalanwender bezüglich der Kompatibiliät der Dateiformate.
      Ich habe ernsthaft den Umstieg getestet, privat und geschäftlich, aber Openoffice konnte letztlich mit MS Office nicht konkurieren, auch wenn sich MS Office zur Zeit rapide verschlechtert.

      H.

    • @pool,
      ich kann ihren Pessimismus in der Weise teilen, wie der Fluch "Mögest du in interesaanten Zeiten leben" wahr ist.
      Neues muss erst vor die "Wand gefahren werden" bevor die Trägheit der Massen in Bewegung kommt, um bereits erreichte kulturelle Standards erneut zu gewinnen.
      Und je nach Konstellation gelingt das nicht allen Gesellschaften, was das auf und Ab der Kulturen bedingt.
      Das heißt aber nicht, dass das Internet und die dazugehörige Technik heiße Luft wäre. Es handelt sich lediglich um eine weitere Phase der industriellen Revolution mit ähnlichen Effekten für Dienstleistungen und Wissen, wie vor 100 Jahren für die mechanische Welt.
      Unsere gesellschaftlichen Regelungen sind aber auf diese mechanische Welt gepolt und die alternde Gesellschaft ist schwerer in der Lage als eine junge Gesellschaft ihr Abstraktionsvermögen den neuen Gegebenheiten anzupassen.
      Schön zu sehen an den eigentlich völlig unsinnigen und rückwärts gewandten Fehlsteuerungen bei Urheberrechten und Patenten, die lediglich die alten Verhältnisse einfrieren und damit Zukunft letztlich verbauen.
      Auch Ihnen kann ich nur sagen, das die einzige Chance darin besteht, das neue zu gestalten, statt es abzulehnen oder alte Besitzstände und Geschäftsmodelle(Urheberrecht) zu schützen, die letztlich nur das Siechtum verlängern.
      Das wird nicht leicht, ums so mehr, als wir eine alternde Gesellschaft sind und Gestaltung der Zukunft eine Sache der Jugend ist, die politisch mittlerweile zu unbedeutend ist, ob genügend Veränderung zu ermöglichen.
      Und es liegt in der Natur der Sache, das wir Älteren je nach Begabung mal mehr mal weniger schnell die nötige Vorstellungskraft verlieren, statt der Risiken und den Verlust, die Chancen und den Gewinn zu sehen. Denn es ist nun mal so, unsere alte Welt stirbt und nur wer sich auf das Neue einlässt, hat die Chance Teile des alten zu bewahren und in die Zukunft zu retten. Nur wegen des langen Erfolgs der jungen BRD konnten wir diese Wahrheit verdrängen.

      H.

    • Im Grunde genommen ist die Forderung nach eigener Technik richtig und notwendig. Das Problem ist aber, das IT Technik Massentechnik ist und Akzeptanz nicht verordnet werden kann.
      Es wäre aktuell, aber leider nur theoretisch, vermutlich gar nicht so schwierig etwas anzubieten, das die Kunden bewegen könnte sich von den großen amerikanischen Anbietern wegzubewegen. Nur wirtschaftlich wäre das wegen der etablierten Marktmacht der Platzhirsche wohl sehr lange nicht.
      auch stehen die Wünsche und Vorstellungen der Mitesser und politischen Mitdenker in Europa einer wirkungsvollen Konkurrenz heftig im Wege.
      Ähnlich wie im Filmgeschäft wären die möglichen Entscheidungsträger gar nicht bereit sich von ihren elitär snobistischen Vorstellungen zu verabschieden, um die Massen gewinnen zu können. Ganz abgesehen davon, das der Machtverlust die Gestaltung wirklich dem Markt zu überlassen europäischen Intellektuellen letztlich ein totaler Graus wäre.
      Was bleibt ist das Lamentieren, ohne ernstlich zu wollen.

      H.

    • Gibt eh Linux, LibreOffice, PGP uvm., da braucht man nichts mehr neu zu schaffen, nur noch anzuwenden!
      Und dort wo wer eine Zusatzlösung braucht, genügt eine Ausschreibung. Einziger Verlierer wären die Marktetingabteilungen der Großkonzerne, aber um die Schnösel ist eh nicht schad.

    • Nur zu!
      Wenn das so eine dolle und vor allem einfache Idee wäre, warum haben es dann die zahlreichen deutschen "Internetversteher" noch nicht gemacht?
      Kommt mir so vor, wie die "1 Million Elektroautos" von Frau Kühnast. In der Technik ist es halt leider so: man kann nicht nur daherquatschen, man muss es auch können - wie die bösen Amis halt.

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