Deutsche Telekom Das Prinzip rosarote Hoffnung

Der scheidende Telekom-Chef René Obermann hinterlässt ein Milliardenminus. Er hatte Pech – und es kam noch kein Glück hinzu. Was seine Bilanz wirklich trübt, sind aber die Aussichten: Wo ist die Zukunft der Telekom?
Update: 28.02.2013 - 14:29 Uhr 9 Kommentare
Der eine geht, der andere kommt: René Obermann (r.) gibt den Chefposten bei der Telekom zum Jahresende auf, Timotheus Höttges übernimmt. Quelle: dpa

Der eine geht, der andere kommt: René Obermann (r.) gibt den Chefposten bei der Telekom zum Jahresende auf, Timotheus Höttges übernimmt.

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DüsseldorfEs ist kein Abschied nach Maß: In der letzten Jahresbilanz, die der scheidende Telekom-Chef René Obermann vorlegt, steht ein Minus von 5,3 Milliarden Euro. Damit verantwortet der Manager, der zum Jahresende nach mehr als sieben Jahren an der Spitze das Unternehmen verlassen wird, das zweitschlechteste Ergebnis der Firmengeschichte.

„Der Milliarden-Fehlbetrag ist nicht das, was er im Namen trägt“, betonte der Manager jedoch am Donnerstag bei der Bilanzpressekonferenz. „Uns fehlen keine Mittel, um die Entwicklung des Konzerns voranzutreiben.“ Denn das Minus geht fast ausschließlich auf eine Abschreibung auf die schwächelnde US-Tochter zurück. Ohne diesen Einmal-Effekt betrug der Überschuss 2,5 Milliarden Euro.

Und so präsentiert die Deutsche Telekom die Bilanz als Dokument der rosaroten Hoffnung. Hoffnung darauf, dass es endlich eine Lösung fürs schwierige US-Geschäft gibt. Aber auch darauf, dass sich die hohen Investitionen – etwa in schnelle Netze und intelligente Dienste – bald auszahlen und damit Umsatz und Gewinn wieder steigen. Spätestens wenn die Konjunktur in Europa wieder anzieht.

Die US-Tochter schreibt rote Zahlen, und seit Jahren sucht die Telekom nach einem Ausweg. Der Verkauf von T-Mobile USA an den Branchenriesen AT&T scheiterte jedoch an den Kartellbehörden. Daraufhin fand der Bonner Konzern eine kleine Lösung: Im Oktober gab er bekannt, dass seine Tochterfirma mit dem kleinen Anbieter MetroPCS zusammengeht.

Dabei wird die T-Mobile USA allerdings niedriger bewertet als beim Einstieg im Jahr 2000. Der damalige Telekom-Chef Ron Sommer machte für den Kauf von Voicestream 40 Milliarden Euro locker – aus heutiger Sicht ein überzogener Preis. Ein Trost: Die Liquidität beeinflusst diese Korrektur nicht.

Die hohe Abschreibung nimmt der Bonner Konzern gerne in Kauf, falls er damit endlich die Probleme im US-Geschäft lösen kann. Gegen die großen Wettbewerber AT&T und Verizon Wireless kommt die Telekom-Tochter nur schwer an, sie verliert Kunden und schreibt aktuell Verluste. Die Hoffnung: Sollten US-Behörden und MetroPCS-Aktionäre der Fusion von Nummer 4 und Nummer 5 zustimmen, entsteht ein schlagkräftigerer Anbieter.

„Aufgrund einer verbesserten Position für Mobilfunkfrequenzen und eines erweiterten Kundenstamms werden wir mit der gemeinsamen Gesellschaft in den USA offensiver mit den anderen nationalen Mobilfunkbetreiber konkurrieren können“, heißt es im Geschäftsbericht der Telekom. Der Konzern erwartet Synergien von 6 bis 7 Milliarden US-Dollar.

Die Analysten sind enttäuscht
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9 Kommentare zu "Deutsche Telekom: Das Prinzip rosarote Hoffnung"

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  • @ Gordongecko
    Ich hoffe, dass Sie das ironisch meinen. Deutsche Telekom hat bisher die höchste Dividende (im Vergleich zu allen anderen Deutschen Unternehmen) an den Aktionären bezahlt.

  • @Gordon

    Das sind unsere Führungskräfte in der BRDDR

    ER ein Vergaser
    Seine Frau ne Talk-Gake

    Aber Haupsache Cash stimmt und wenn der Laden hier anfängt zu brennen, egal ; im Ausland lebts sich auch vortrefflich.

  • was haben sieben Jahre Obermann gebracht?
    ihm ein Millionenvermögen!
    den Aktionären NICHTS!
    was für ein Versager
    und dem Neuen sieht man schon an wie es weiter geht

  • Die Telekom Bilanz wird mal wieder zu schlecht kommentiert.
    Das Unternehmen ist kerngesund. 36 Mrd. Schulden bei 18 Mrd. Gewinn zeigen das deutlich.
    Der Voicestream Deal wurde übrigens hauptsächlich mit Telekom Aktien bezahlt, die damals noch ca. 100 € Wert waren. Das Amerika Geschäft war in den letzten Jahren profitabel. Nur die Sonderabschreibung hat einen buchhalterischen Verlust zur Folge gehabt.

  • Hey dou Super Angie

    " In der Raumfahrt nennt man das einen Hüllenbruch "

    Leute auf über die Brücke im Gleich-Marsch

  • bei diesem Missmanagment wundert mich bei der Deutschen Telekom, verlegen oder schließen Standorte, damit teilzeit alleinerziehende ausscheiden, oder andere vorzeitig in den Ruhestand gehen weil die Fahrt zu weit ist. Arbeiplätze werden ins Ausland verlegt,deutsche Kunden können diese Mitabeiter nicht verstehen da deren deutsch und das Wissen so miserabel ist, da wundert mich als ehemalige die schlechte Situation der Telekom nicht,
    bei den Mitarbeiten hier im Lande fehlt es auch an Montivation, immer mehr druck , zum teil werden Mitarbeiter sogar rausgemobbt, um Kosten zu sparen.
    aber hier wird auf das falsche Pferd gesetzt, nur mit gut ausgebildeten und motivierten und ordentlich bezahlten Mitaebeiten kann man auch gute Geschäfte machen. mit nix wissen, und nix verdienen funktioniert das nicht

  • mit der bald beginnenden Staatspleite der BRD wird auch die Telekom verschwinden, dann nach dem Neustart mit einer Belegschaft von unter 50 % wieder beginnen.

    alles andere ist eh nur bla und Zeitverschwendung

    Obermann soll froh sein mit viel Cash noch den Absprung geschafft zu haben.

    Die Rettereien gehen jetzt in eine Kritische Phase über die sie vor oder nach Sept. 2013 erreichen wird.

  • Pleiten, Pech und Pannen, gepaart mit politischer Fehlregulierung und Unfähigkeit. Die Rechnung wird von gutgläubigen Volksaktienbesitzern beglichen.

  • Pech? Nein, das ist das Ergebnis eines erfolgreichen Jungmanagers, der ein horrendes Einkommen hat. Warum nahm er nicht sein Einkommen, um seine vorsätzlichen Fehler(Verluste) aus zu gleichen?

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