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Deutsche Telekom in Ungarn Frauenfeindlicher Sänger sorgt für Ärger

„Es ist nicht Sache der Frauen, gleich viel zu verdienen wie Männer“: Wegen misogyner Aussagen hat die Deutsche Telekom ihren Sponsorenvertrag mit einem ungarischen Sänger gekündigt. Die Regierung in Budapest schäumt.
Der Popsänger Akos liegt mit seinen Äußerungen ganz auf der Linie seiner Regierung. Die ist wütend über die Kündigung. Quelle: Reuters
Auf Kurs

Der Popsänger Akos liegt mit seinen Äußerungen ganz auf der Linie seiner Regierung. Die ist wütend über die Kündigung.

(Foto: Reuters)

BudapestWegen frauenfeindlichen Äußerungen des ungarischen Schlagersängers Akos hat die Ungarische Telekom (MT), eine Tochter der Deutschen Telekom (DT), ihren Sponsorenvertrag mit dem Künstler aufgekündigt. Ungarns rechtskonservative Regierung wies im Gegenzug die Ministerien und Regierungsämter an, alle Handy- und Internet-Verträge mit der MT zu kündigen, bestätigte ein Regierungssprecher am Donnerstag.

Der Sprecher bezeichnete den Schritt der Ungarischen Telekom als „verfassungswidrig“ und als eine Verletzung der Redefreiheit des Sängers. Akos, ein von der Regierung favorisierter Künstler, hatte in einem regierungsnahen Fernsehkanal gesagt: „Es ist nicht Sache der Frauen, gleich viel Geld zu verdienen wie die Männer. (...) Ihre Sache ist es, Kinder zu gebären und Mutter zu sein.“

So stark sind Europas Gegner
File photo of Alternative fuer Deutschland leader Lucke
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Deutschland: Alternative für Deutschland (AfD)

Die erst vor einem Jahr gegründete eurokritische AfD verfehlte bei der Bundestagswahl mit 4,7 Prozent nur knapp den Einzug ins Parlament. Bei der Europawahl war das kein Problem für die Partei, denn die Eintrittsschwelle beim Europa-Parlament liegt bei nur drei Prozent.

(Foto: Reuters)
AfD-Bundesparteitag
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Doch das Ergebnis der AfD ist deutlich besser als bei der Bundestagswahl: Sieben Prozent der deutschen Wähler entschieden für die Partei, die mit ihrem Vorsitzenden Bernd Lucke (Foto) und dem früheren Präsidenten des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Hans-Olaf Henkel, an der Spitze ins Parlament einzieht. Die Partei punktete wohl vor allem mit ihrer ablehnenden Haltung zum Euro.

(Foto: dpa)
Strache head of Austria's Freedom Party FPOe addresses a news conference presenting the party's new election campaign posters in Vienna
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Österreich: Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ)

Die FPÖ konnte bei der Parlamentswahl in Österreich im September ihren Stimmenanteil auf gut 20 Prozent erhöhen. Sie ist in allen neun Landtagen und vielen Gemeinderäten vertreten. Die Partei stellte bereits zwei Abgeordnete im Europa-Parlament, nun sind es doppelt so viele. Mit 19,5 Prozent ist die FPÖ drittstärkste Kraft in Österreich. Die Partei ging unter dem Vorsitzenden Heinz-Christian Strache (Foto) mit Positionen gegen Zuwanderung, die Gemeinschaftswährung und Hilfen für europäische Krisenstaaten auf Stimmenfang.

(Foto: Reuters)
National Front May Day rally
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Frankreich: Front National

Der fremdenfeindliche Front National ist die stärkste französische Partei bei der Europa-Wahl. Knapp 25 Prozent der Wähler stimmten für die Rechtspartei unter Marine Le Pen. Sie trat vor drei Jahren die Nachfolge ihres Vaters und Parteimitbegründers Jean-Marie Le Pen an und konnte bei der französischen Präsidentenwahl 2012 knapp 18 Prozent der Stimmen auf sich vereinen.

(Foto: dpa)
Le Pen, National Front Party Candidate for the 2012 French presidential election, salutes supporters in Paris
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Der Front National war lange Zeit ein Sammelbecken für Protestwähler. Inzwischen kann Marine Le Pen (Foto) aber mit ihrer harten Haltung gegenüber Kriminalität und Roma immer mehr Anhänger der regierenden Sozialisten und der Mitte-Rechts-Partei UMP für sich gewinnen.

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UK INDEPENDENT PARTY'S NEWLY ELECTED MEP KILROY-SILK POINTS AT FAKE EUROPEAN CONSTITUTION BY THE HOUSES OF PARLIAMENT IN LONDON
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Großbritannien: United Kingdom Independence Party (UKIP)

Mit der UKIP ist auch in Großbritannien eine dem rechten Spektrum zuzuordnende Kraft zur beliebtesten Partei aufgestiegen. Die United Kingdom Independence Party, die einen Austritt aus der EU anstrebt, hat sich mit 28 Prozent der Stimmen zu einer ernsthaften Bedrohung für die Konservativen von Premierminister David Cameron entwickelt.

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Nigel Farage camapigns in Amersham
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Die Anti-Immigrationspartei unter dem Vorsitzenden Nigel Farage (Foto) profitiert von der derzeit auch in Großbritannien wichtigen Debatte über EU-Einwanderer etwa aus Rumänien und Bulgarien. Sie war auch in der vergangenen Legislaturperiode schon im Europa-Parlament vertreten.

(Foto: dpa)

Die Ungarische Telekom beendete daraufhin die Zusammenarbeit mit dem Sänger. „Den aus den Äußerungen sprechenden Geist halten wir für unvereinbar mit der Mission und der Werteordnung unserer Firmengruppe“, teilte das Unternehmen mit.

Politiker aus der Regierungspartei Fidesz von Ministerpräsident Viktor Orban äußern sich immer wieder frauenfeindlich, ohne dass dies Konsequenzen hat. So erklärte etwa Parlamentspräsident Laszlo Köver am Sonntag: „Unsere Töchter sollten es als den höchsten Grad der Selbstverwirklichung ansehen, dass sie uns Enkelkinder gebären können.“

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  • dpa
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