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Diane Greene geht Überraschender Führungswechsel bei Google Cloud

Neue Probleme für Google-Chef Sundar Pichai: Diane Greene zieht sich von der Führung der Sparte Cloud Computing zurück.
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Das Logo von Google an der Fassade des Hauptsitzes des Mutterkonzerns Alphabet. Die Chefin der Cloud-Sparte wirft überraschend nach nur drei Jahren hin und verschärft den Druck auf CEO Sundar Pichai. Quelle: dpa
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Das Logo von Google an der Fassade des Hauptsitzes des Mutterkonzerns Alphabet. Die Chefin der Cloud-Sparte wirft überraschend nach nur drei Jahren hin und verschärft den Druck auf CEO Sundar Pichai.

(Foto: dpa)

Chefwechsel in Googles wichtigster Zukunftssparte. Diane Greene wird sich Ende Januar 2019 von der Führung der Tochter für Cloud Computing zurückziehen. Ihr Nachfolger wird ein früherer Oracle-Manager, Thomas Kurian. Greene teilte die Entscheidung am Freitag in einem Blogeintrag mit. Sie werde zusammen mit Kurian, der noch im November bei Google anfangen wird, für einen reibungslosen Übergang sorgen.

Ihren Posten im Aufsichtsgremium der Muttergesellschaft Alphabet werde Greene beibehalten.
Green stand erst seit Ende 2015 an der Spitze von Google Cloud und sollte die Aufholjagd im boomenden Geschäft für Computing im Internet, in der „Cloud“, leiten, in dem Amazon (AWS) und Microsoft (Azure) mit weitem Abstand vor Google führen.

Der Führungswechsel ist das jüngste Indiz dafür, dass es mit dieser Aufholjagd nicht so läuft, wie es gedacht war. Laut Marktforscher Canalys hält Amazon 32 Prozent des weltweiten Cloud-Marktes, gefolgt von Microsoft mit 17 Prozent und Google mit acht Prozent. Google selbst wird massiv von Alibaba aus China bedrängt, das derzeit mit IBM um den vierten Platz streitet und einen massiven Ausbau des weltweiten Cloud-Geschäfts angekündigt hat.

Der Branchendienst „The Information“ berichtet von internen Spannungen zwischen Greene und anderen Google-Managern. So hätten ihre Versuche, Cloud-Angebote mit Werbeverträgen zu verknüpfen zu Verstimmungen geführt, heißt es unter Berufung auf informierte Personen.

Das nur drei Jahre dauernde Experiment mit der erfahrenen Gründerin und Managerin Diane Greene war nicht billig für Google: Mit ihrem Einstieg kaufte Sundar Pichai auch gleich ihr jüngstes Start-up „Bebop“ mit – für rund 400 Millionen Dollar. Nun ist sie wieder weg, nicht ohne im Blogpost zu erwähnen, dass sie ohnehin eigentlich nur zwei Jahre bleiben wollte, wie sie ihrer Familie schon Ende 2015 gesagt habe.

Der Rückschlag setzt auch den schlingernden Google-Chef Sundar Pichai zusätzlich unter Druck. Er hatte zuletzt mit massiven Mitarbeiterprotesten zu kämpfen. Tausende Mitarbeiter forderten das Unternehmen öffentlich auf, Praktiken wie eine interne Zwangsschlichtung bei sexuellem Fehlverhalten innerhalb des Unternehmens zu beenden.

Außerdem waren Manager, den grobes Fehlverhalten zur Last gelegt wurde, mit üppigen Abfindungen und lobenden Worten geräuschlos entsorgt worden. Mitarbeiterproteste hatten auch dazu geführt, dass Google lukrative Cloud-Verträge mit der Regierung und dem Pentagon aufgeben musste.

Greene gelang es zwar, die Cloud-Sparte als weitgehend unabhängig vom Rest der Google-Aktivitäten zu positionieren und zu einem Marktteilnehmer zu machen, der in Unternehmen- und Behördenkreisen als Technologie-Partner akzeptiert wird. Allerdings geht die Entwicklung nicht schnell genug voran. Nach eigenen Aussagen setzt Google im Quartal mit der Cloud „rund eine Milliarde Dollar“ um.

Das ist zu wenig und zu langsam. Gut 85 Prozent der Google-Umsätze werden immer noch im Werbegeschäft erzielt und Cloud-Computing wäre der ultimative Bereich, mit dem Pichai diesen Klammergriff der Onlinewerbung lockern könnte. Doch er schafft es einfach nicht.

Jetzt soll Thomas Kurian ran. Der hatte den Software-Konzern Oracle, bei dem er zuletzt die Produktentwicklung und das Cloud-Geschäft leitete, erst im September verlassen. Er soll sich laut Bloomberg mit Gründer Larry Ellison über die Strategie zerworfen haben. Kurian wollte angeblich mehr Oracle-Software in Cloud-Services von Konkurrenten wie Amazon oder Microsoft laufen lassen - während Ellison auf die hauseigene Infrastruktur gepocht habe. Ellison machte noch auf der Hausmesse „Openworld“ im Oktober klar, dass er die Clouddienste der Wettbewerber für nicht sicher genug gegen Cyberangriffe halte.

Was für Kurian spricht, ist seine ausgewiesene Erfahrung im Geschäft mit Firmen und Großkunden aus Verwaltung und Regierung. Zuletzt allerdings hatten sich die Wolken über Oracles Cloud-Business verdunkelt: Ein Pensionsfond verklagte das Management, einschließlich Kurian, im August, weil es angeblich die Wachstumsraten in der Cloud geschönt haben soll. Oracle hält die Klage für völlig unbegründet und will nach eigenen Aussagen mit allen Mitteln dagegen zur Wehr setzen.

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