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Disney Alles aus einer Hand

Für 66 Milliarden Dollar kauft der Disney-Konzern große Teile von 21st Century Fox. Damit konzentriert sich der Medienmarkt in den Händen immer weniger Anbieter. Das liegt auch am Erfolg von Diensten wie Netflix und Co.
14.12.2017 - 21:38 Uhr Kommentieren
Das Disney-Logo am Times Square in New York. Das Unternehmen übernimmt das Kabel- und Filmgeschäft von 21st Century Fox. Quelle: AFP
Milliarden-Deal

Das Disney-Logo am Times Square in New York. Das Unternehmen übernimmt das Kabel- und Filmgeschäft von 21st Century Fox.

(Foto: AFP)

New York Wollen Sie sich den neuen „Star Wars“ anschauen? Oder haben sie den neuen X-Men-Film „Dark Phoenix“ gesehen? Der Trickfilm „Coco - Lebendiger als das Leben“ war ein schönes Erlebnis. Und falls Sie sich wie Millionen anderer auf die Fortsetzung des Erfolgsfilms „Avatar“ von 2009 freuen, dann müssen sie nur noch zwei Jahre warten.

So unterschiedlich die Produktionen alle waren, zwei Sachen sind ihnen gemeinsam: Sie sind erfolgreiche Blockbuster, die bald allesamt von Disney stammen können. Der weltweit größte Medienkonzern übernimmt das Kabelgeschäft und Film- und Fernsehstudio von 21st Century Fox für 66 Milliarden Dollar, inklusive der Übernahme von Schulden in Höhe von 13,7 Milliarden Dollar. Dem Unternehmen gehören beispielsweise die Rechte zu „X-Men“ oder „Avatar“.

Richtig den Atem verschlägt es einem, wenn man sich die gesamte Medienlandschaft anschaut. Die Medien konzentrieren sich in den Händen immer weniger Anbieter. Der Kabelkonzern Comcast besitzt das Film- und Fernsehstudio NBC Universal, der Mobilfunkanbieter AT&T will Time Warner übernehmen, Disney wäre mit Fox ein weiterer Riese.

Die größten Medienkonzerne der Welt
Keine Chance für die deutschen Medienkonzerne
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Die größten Medienkonzerne der Welt haben ihren Firmensitz fast ausnahmslos in ein und demselben Land – und es ist nicht Deutschland. Wie ein Ranking des Instituts für Medien- und Kommunikationspolitik zeigt, liegen die deutschen Konzerne aus der Medienbranche abgeschlagen auf den hinteren Plätzen. Am besten schlägt sich da noch der Bertelsmann Konzern aus Gütersloh: Mit knapp 17 Milliarden Euro Jahresumsatz schafft es Bertelsmann auf Platz 15, im Vorjahr lag er noch vier Plätze weiter vorne. Das zweitstärkste deutsche Unternehmen ist der öffentlich-rechtliche Senderverbund ARD auf Platz 30, die Unternehmensgruppe ProsiebenSat.1 folgt auf Rang 48.

(Foto: dpa)
Platz 10: Altice Group
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Auf Platz zehn liegt noch nicht das Land, das das Ranking um die größten Medienunternehmen der Welt eigentlich dominiert. Hier liegt in diesem Jahr die niederländische Altice Group. Der börsennotierte Konzern hatte 2016 einen jährlichen Umsatz von 23,5 Milliarden Euro nachweisen können. Damit ist die Altice Group der einzige europäische Vertreter unter den zehn größten Medienunternehmen der Welt.

(Foto: AFP)
Platz 9: Facebook Inc.
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Wie erwartet gehört das Imperium um Mark Zuckerberg zu den weltweit größten Medienkonzernen – allerdings nur auf Platz neun im Ranking. Das Unternehmen, dem das soziale Netzwerk Facebook, die Videoplattform Instagram und den Messenger WhatsApp gehört, ist jedoch nur das amerikanische Schlusslicht im Ranking. Und das trotz eines Jahresumsatzes von 25 Milliarden Euro in 2016. Noch mehr Umsatz erzielen konnten fast nur andere amerikanische Firmen. Mit einer Ausnahme auf Platz acht...

(Foto: Reuters)
Platz 8: Sony Entertainment
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... denn auf Platz acht liegt ein Unternehmen aus Japan – Sony Entertainment. Der Player in der Unterhaltungselektronik konnte im vergangenen Jahr 25,9 Milliarden Euro umsetzen. Für noch mehr Umsatz sorgten 2016 ansonsten nur noch US-amerikanische Firmen.

(Foto: AP)
Platz 7: Charter Communications Inc.
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Charter Communications ist einer der größten Kabelbetreiber der USA. Im Jahr 2016 machte das Unternehmen Schlagzeilen mit der Übernahme von Time Warner Cable. Etwa 25 Staaten versorgt er mit Video-, Daten-, interaktiven und privaten Netzwerkdiensten. 26,2 Milliarden Euro konnte der Konzern 2016 umsetzen. Das macht ihn zum siebtgrößten Medienunternehmen der Welt. Platz sechs hält nur einen vergleichsweise geringen Vorsprung.

(Foto: AP)
Platz 6: Time Warner Inc.
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Der Verkäufer ist trotzdem noch größer: Time Warner steht hinter dem Film- und Fernsehstudio Warner Bros., hinter dem Kürzel seiner Aktie „TWX“ und hinter dem Originalverlag der Superheldencomics Superman und Batman. Der internationale Konzern mit Hauptsitz im New York ist das sechstgrößte Medienunternehmen der Welt. Im vergangenen Jahr konnte Time Warner eine stolze Summe von 26,5 Milliarden Euro Umsatz nennen.

(Foto: Reuters)
Platz 5: News Corp. & 21st Century Fox
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Es sind zwar mittlerweile zwei eigenständige Firmen, dennoch gehören sie zusammen: Der Zeitungs- und Buchverlag „News Corp.“ und der Film- und Fernsehkonzern „21st Century Fox“. Beide gehören zum Medienreich der amerikanischen Unternehmer Rupert und James Murdoch. Gemeinsam konnten die beiden Unternehmen im Jahr 2016 einen Umsatz von 32,2 Milliarden Euro erzielen und belegen somit Rang fünf im Ranking. Flagschiff des Verlags ist wohl das „Wall Street Journal“, zu „21st Century Fox“ gehört der Fernsehsender „Fox News“´, Amerikas kommerziell erfolgreichstes Nachrichtenprogramm.

(Foto: dpa)

Disney übernahm bereits mit großem Erfolg eine Reihe von Filmstudios wie Marvel oder Pixar. Für die Akquisitionen zahlte das Unternehmen mit Sitz in Los Angeles jeweils einige Milliarden Dollar. Der neue Kauf folgt einer anderen Logik als zuvor, als es um lukrative Filmserien wie „Star Wars“ oder „Toy Story“ ging.

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    Durch das Internet entstehen neue Konkurrenten wie Amazon oder Netflix, die mit Eigenproduktionen die Kunden an ihre Streamingdienste binden. Immer mehr Menschen kündigen ihrer Kabelgesellschaft und schauen statt Fernsehen lieber „House of Cards“ oder andere Produktionen der neuen Anbieter im Internet an.

    Die Kartellbehörden in den USA könnten Disney jedoch einen Strich durch die Rechnung machen. Schon bei AT&T meldete die US-Regierung unter Donald Trump Bedenken an. Es bleibt aber abzuwarten, ob der Telekommunikationskonzern sich nicht doch vor Gericht durchsetzt. Die Argumente von AT&T oder Disney sind stichhaltig. Netflix verfügt weltweit über 100 Millionen Abonnenten, Amazon besitzt mindestens 60 Millionen – mit stark wachsender Tendenz.

    Die jetzige Übernahme riecht nach Panik. Disney will die Kunden durch Marktmacht in eigene Streamingdienste zwingen. Das dürfte in digitalen Zeiten schwer fallen. Die etablierten Firmen wehren sich wie im Reflex und mit althergebrachten Methoden. Übernommene Unternehmen sind zudem schwierig zu integrieren, wie die Erfahrung zeigt. Dass Übernahmen trotzdem versucht werden, entspringt nicht selten mehr dem Ego der Firmenleitung als der Realität des Marktes.

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