Disney kauft Fox-Anteile Das Imperium schlägt zu

Walt Disney kauft für 52,4 Milliarden Dollar große Teile des Medienriesen 21st Century Fox. Das Disney-Reich wird damit auf einen Schlag enorm vergrößert. Der Konzern will so vor allem Netflix und Amazon angreifen.
Update: 14.12.2017 - 14:42 Uhr 2 Kommentare

„Pullover, Unterwäsche, Socken“ – Das Milliarden-Geschäft mit der Erfolgs-Saga

New YorkDer traditionsreiche Unterhaltungskonzern Walt Disney sagt mit der milliardenschweren Übernahme des Film- und TV-Geschäfts des Medienriesen Twenty-First Century Fox den jüngeren Konkurrenten Netflix und Amazon den Kampf an. Disney legt 52,4 Milliarden Dollar in Aktien für Großteile des Imperiums von Medienmogul Rupert Murdoch auf den Tisch, wie der US-Konzern am Donnerstag mitteilte.

Damit kann das Unternehmen, das von den Mickey-Mouse-Erfindern 1923 gegründet wurde, künftig auch Kinofilme wie „Avatar“, „Titanic“ oder „X-Men“ sowie Fernsehserien wie „Die Simpsons“ zeigen. Aus dem eigenen Haus kommen bereits Bestseller wie „Star Wars“ und „Die Eiskönigin“. Zudem übernimmt Disney ein umfangreiches internationales Kabelnetz mit dem rasant wachsenden Indien-Geschäft und eine Beteiligung am Bezahlsender Sky.

Fox-Aktionäre werden nun 0,2745 Disney-Aktien für jeden Anteilsschein erhalten. Reuters-Berechnungen zufolge entspricht dies 29,50 Dollar je Aktie. Damit ist Disney bereit, einen hohen Aufschlag zu zahlen und milliardenschwere Fox-Schulden zu übernehmen. An der Wall Street war der gesamte Fox-Konzern am Mittwoch bei einem Schlusskurs von 32,75 Dollar etwa 60 Milliarden Dollar wert.

Fox setzt künftig fast nur noch auf News und Sport. Murdochs Konzern wird durch den Verkauf massiv verschlankt; was vom Geschäft übrig bleibt, soll in eine neue Gesellschaft abgespalten werden. Fox behält seine großen Sportsender und die bekannten News-Kanäle. Hier läuft es derzeit rund – die Einschaltquoten und Werbeerlöse sind nicht zuletzt wegen des Rummels um Donald Trumps Präsidentschaft hoch. Murdoch hat einen engen Draht zu Trump, der als großer Fox-Fan gilt.

Der 66-jährige Disney-Chef Bob Iger will die Integration der Fox-Sparten bis Ende 2021 überwachen. Er hat bereits dreimal seine Pensionierung verschoben. Noch im März hatte er erklärt, das Unternehmen im Juli 2019 verlassen zu wollen.

Mit der Übernahme eines Großteils der Fox-Gruppe macht Disney auf einen Schlag viele seiner Schwächen wett. Zuletzt bereitete dem Konzern vor allem das Kabelgeschäft mit den Disney-Fernsehkanälen sowie dem Sportsender ESPN und dem Fernsehkanal ABC Probleme. Immer mehr Zuschauer melden sich lieber bei Streamingdiensten wie Netflix und Amazon an.

Die größten Medienkonzerne der Welt
Keine Chance für die deutschen Medienkonzerne
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Die größten Medienkonzerne der Welt haben ihren Firmensitz fast ausnahmslos in ein und demselben Land – und es ist nicht Deutschland. Wie ein Ranking des Instituts für Medien- und Kommunikationspolitik zeigt, liegen die deutschen Konzerne aus der Medienbranche abgeschlagen auf den hinteren Plätzen. Am besten schlägt sich da noch der Bertelsmann Konzern aus Gütersloh: Mit knapp 17 Milliarden Euro Jahresumsatz schafft es Bertelsmann auf Platz 15, im Vorjahr lag er noch vier Plätze weiter vorne. Das zweitstärkste deutsche Unternehmen ist der öffentlich-rechtliche Senderverbund ARD auf Platz 30, die Unternehmensgruppe ProsiebenSat.1 folgt auf Rang 48.

Platz 10: Altice Group
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Auf Platz zehn liegt noch nicht das Land, das das Ranking um die größten Medienunternehmen der Welt eigentlich dominiert. Hier liegt in diesem Jahr die niederländische Altice Group. Der börsennotierte Konzern hatte 2016 einen jährlichen Umsatz von 23,5 Milliarden Euro nachweisen können. Damit ist die Altice Group der einzige europäische Vertreter unter den zehn größten Medienunternehmen der Welt.

Platz 9: Facebook Inc.
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Wie erwartet gehört das Imperium um Mark Zuckerberg zu den weltweit größten Medienkonzernen – allerdings nur auf Platz neun im Ranking. Das Unternehmen, dem das soziale Netzwerk Facebook, die Videoplattform Instagram und den Messenger WhatsApp gehört, ist jedoch nur das amerikanische Schlusslicht im Ranking. Und das trotz eines Jahresumsatzes von 25 Milliarden Euro in 2016. Noch mehr Umsatz erzielen konnten fast nur andere amerikanische Firmen. Mit einer Ausnahme auf Platz acht...

Platz 8: Sony Entertainment
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... denn auf Platz acht liegt ein Unternehmen aus Japan – Sony Entertainment. Der Player in der Unterhaltungselektronik konnte im vergangenen Jahr 25,9 Milliarden Euro umsetzen. Für noch mehr Umsatz sorgten 2016 ansonsten nur noch US-amerikanische Firmen.

Platz 7: Charter Communications Inc.
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Charter Communications ist einer der größten Kabelbetreiber der USA. Im Jahr 2016 machte das Unternehmen Schlagzeilen mit der Übernahme von Time Warner Cable. Etwa 25 Staaten versorgt er mit Video-, Daten-, interaktiven und privaten Netzwerkdiensten. 26,2 Milliarden Euro konnte der Konzern 2016 umsetzen. Das macht ihn zum siebtgrößten Medienunternehmen der Welt. Platz sechs hält nur einen vergleichsweise geringen Vorsprung.

Platz 6: Time Warner Inc.
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Der Verkäufer ist trotzdem noch größer: Time Warner steht hinter dem Film- und Fernsehstudio Warner Bros., hinter dem Kürzel seiner Aktie „TWX“ und hinter dem Originalverlag der Superheldencomics Superman und Batman. Der internationale Konzern mit Hauptsitz im New York ist das sechstgrößte Medienunternehmen der Welt. Im vergangenen Jahr konnte Time Warner eine stolze Summe von 26,5 Milliarden Euro Umsatz nennen.

Platz 5: News Corp. & 21st Century Fox
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Es sind zwar mittlerweile zwei eigenständige Firmen, dennoch gehören sie zusammen: Der Zeitungs- und Buchverlag „News Corp.“ und der Film- und Fernsehkonzern „21st Century Fox“. Beide gehören zum Medienreich der amerikanischen Unternehmer Rupert und James Murdoch. Gemeinsam konnten die beiden Unternehmen im Jahr 2016 einen Umsatz von 32,2 Milliarden Euro erzielen und belegen somit Rang fünf im Ranking. Flagschiff des Verlags ist wohl das „Wall Street Journal“, zu „21st Century Fox“ gehört der Fernsehsender „Fox News“´, Amerikas kommerziell erfolgreichstes Nachrichtenprogramm.

Mit dem Kauf erwirbt Disney auch den Fox-Anteil an dem Videostreaming-Dienst Hulu. Bekannt ist, das Disney bald selbst ins Streaming-Geschäft einsteigen will. Die langjährige Partnerschaft mit Netflix wurde bereits beendet. Im Gegensatz zu dem Marktführer fehlte es Disney bisher allerdings an Inhalten, um das Angebot zu füllen. Dies dürfte künftig keine Schwierigkeit mehr darstellen.

Ursprünglich hatte auch Comcast Interesse an Fox-Bereichen. Am Montag gab der US-Kabelnetz-Betreiber jedoch seinen Rückzug aus den Verhandlungen bekannt. Unbekannt ist bisher, wie die US-Wettbewerbsbehörden die geplante Übernahme von Disney behandeln werden. Jüngst hatte sich das US-Justizministerium gegen die Akquisition von Time Warner durch den Telekomriesen AT&T ausgesprochen.

Für den 86-jährigen Rupert Murdoch findet mit dem Großverkauf die 50 Jahre andauernde Expansion seines Unternehmens von einer einzelnen australischen Zeitung zu einem weltweit tätigen Unternehmen ein jähes Ende. Das Firmenreich des Medienmoguls, der traditionell eigentlich eher für aggressive Zukäufe steht, zerfällt mit dem Verkauf weiter. Im Zuge des Abhörskandals beim britischen Boulevardblatt „News of the World“ hatte er unter öffentlichem Druck bereits sein Zeitungsgeschäft, zu dem etwa das „Wall Street Journal“ und die „New York Post“ gehören, vom restlichen Konzern getrennt.

  • rtr
  • dpa
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2 Kommentare zu "Disney kauft Fox-Anteile: Das Imperium schlägt zu"

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  • Herr Maidan, das ist aber nicht nötig, daß Sie sich verkleiden um den Sozialismus zum Durchbruch zu verhelfen. zzzzzzz.

  • Das Bild macht ja einen reichlich martialischen Eindruck.

    Und das soll "gute Unterhaltung" sein?

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