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Eharmony-Übernahme Pro Sieben Sat 1 verkuppelt jetzt auch Amerikaner

Der Konzern kauft die Partnervermittlung Eharmony. Es ist die erste Akquisition, seit sich Finanzinvestor General Atlantic bei Pro Sieben beteiligt hat.
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In Deutschland ist Pro Sieben Sat 1 mit seinen Angeboten bereits Marktführer. Quelle: Imago
Dating-Website Parship

In Deutschland ist Pro Sieben Sat 1 mit seinen Angeboten bereits Marktführer.

(Foto: Imago)

MünchenPro Sieben Sat 1 verstärkt sich in Amerika und übernimmt die Partnervermittlung Eharmony. Das teilte der Medienkonzern an diesem Montagmorgen mit. „Werte zu schaffen und Synergien zu heben sind Kernelemente unserer Strategie“, sagte Vorstandschef Max Conze.

Zu dem börsennotierten Unternehmen gehört bereits die Parship-Elite-Gruppe, der Marktführer auf diesem Feld im deutschsprachigen Raum. Zum Kaufpreis machte die Firma keine Angaben.

Es ist dies die erste Übernahme, seit der Konzern im Frühjahr den Finanzinvestor General Atlantic an Bord geholt hat. Die Amerikaner haben sich mit 25,1 Prozent an NuCom beteiligt, einem zu Jahresbeginn neu geschaffenen Bereich. Dabei wurde die Sparte mit 1,8 Milliarden Euro bewertet.

In NuCom hat Pro Sieben Sat 1 Beteiligungen abseits des Kerngeschäfts gebündelt. Zehn dynamische Firmen zählen dazu, unter anderem das Vergleichsportal Verivox und der Parfümversand Flaconi.

Der Medienkonzern hat sich mit der Beteiligung von General Atlantic selbst unter Druck gesetzt. Die Amerikaner fordern deutlich steigende Erlöse des Bereichs, auch durch Übernahmen. „Unser vorrangiges Ziel ist Umsatzwachstum. Damit schaffen wir Werte“, sagte Jörn Nikolay, Deutschlandchef des Private-Equity-Hauses, dem Handelsblatt unmittelbar nach dem Einstieg.

Im Schnitt verbuchten die Firmen, an denen General Atlantic beteiligt ist, 2017 ein Plus von 30 Prozent. Erklärtes Ziel von Beginn an ist es, über die Grenzen des deutschsprachigen Raums hinaus zu wachsen.

Eharmony übernehme die technische Plattform der Parship-Elite-Gruppe und könne dadurch einen attraktiveren Service auf seinen Internetseiten anbieten, heißt es in der Mitteilung. Der bisherige Eharmony-CEO Grant Langston werde die Geschäfte weiterführen, das Management von Parship-Elite ziehe in den Aufsichtsrat von Eharmony ein.

Für das Jahr 2018 rechne Eharmony mit 2,8 Millionen Registrierungen auf seinen Seiten. Finanzielle Details nannten die neuen Partner nicht.

„Wir bringen zwei starke Marken zusammen und bauen sie zu einem der weltweit führenden Unternehmen für Online-Partnervermittlung aus“, erläuterte Conze. Der Ex-Chef des Staubsaugerherstellers Dyson führt Pro Sieben Sat 1 seit Juni, setzt aber bislang den Kurs seines Vorgängers fort.

Aufstrebende Start-ups eingekauft

Der bis Februar amtierende Konzernchef Thomas Ebeling hat den Vorstoß in neue Geschäftsfelder schon vor Jahren vorangetrieben, um das Unternehmen von der TV-Werbung unabhängiger zu machen. Im klassischen Fernsehen sind kaum Zuwächse zu erwarten.

Zunächst fing Ebeling an, nicht verkaufte Werbeplätze an Onlinefirmen gegen eine Beteiligung zur Verfügung zu stellen. Später übernahm der Konzern dann vermehrt aufstrebende Online-Start-ups. Ebeling hat den Konzern im Februar verlassen, nachdem er das Vertrauen von Investoren und Aufsichtsrat verloren hatte. Kurz nach seinem Abgang flog Pro Sieben Sat 1 aus dem Dax.

Ebeling hatte die Ziele des Konzerns für die nächsten Jahre aber noch auf einem Investorentag Ende vergangenen Jahres formuliert. Er kündigte an, der Umsatz werde jährlich um fünf Prozent klettern. Im Vergleich zu 2017 ergibt das bis 2022 ein Umsatzplus von einer Milliarde Euro.

Der Zuwachs soll nicht zuletzt von dynamischen Töchtern wie Verivox, Parship-Elite oder Jochen Schweizer Mydays kommen. Das operative Ergebnis soll gleichzeitig steigen und die Marge, bezogen auf das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, mindestens 25 Prozent erreichen.

Für Mitte November hat Conze Analysten und Anleger in die Zentrale nach Unterföhring eingeladen. Auf einem Kapitalmarkttag will er erläutern, wie er die Zukunft von Pro Sieben Sat 1 sieht. Die Übernahme zeigt, dass Akquisitionen auch künftig eine wichtige Rolle spielen werden.

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