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Samsung-Präsentation in Las Vegas

Der Smartphone-Absatz stagniert weltweit, auf dem wichtigen chinesischen Markt gingen die Verkäufe im vierten Quartal sogar markant zurück.

(Foto: AFP)

Elektronikkonzern Was hinter den schlechten Zahlen von Samsung steckt

In Las Vegas stellt der Elektronikkonzern die Umsatzbringer der Zukunft vor. Die Gegenwart sieht für Samsung dagegen düster aus.
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MünchenHilflos und allein zu Hause? Samsung hat die Lösung: Bot Care. Ein Roboter, der Kranken und Gebrechlichen künftig zur Hand gehen soll, wenn kein Pflegepersonal da ist. Auf der Elektronikausstellung CES in Las Vegas präsentierten die Koreaner den elektronischen Helfer auf großer Bühne.

Gleichzeitig kündigten sie weitere Roboter für andere Lebensbereiche an, den Bot Air etwa, um die Luftqualität zu messen, oder den Bot Retail, den Verkäufer der nächsten Generation.

Wann es die innovativen Roboter zu kaufen gibt und wie viel sie kosten werden, das verriet Samsung in Las Vegas nicht. Dabei könnte der Elektronikkonzern neue Umsatzbringer gut gebrauchen. Denn während die weißen Maschinen in Amerika am Dienstag die Messebesucher begeisterten, enttäuschte der Konzern zu Hause in Korea die Investoren mit unerwartet schwachen Quartalszahlen.

Der operative Gewinn sei im vierten Quartal 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 29 Prozent auf 10,8 Billionen Won (8,4 Milliarden Euro) eingebrochen, teilte das Unternehmen mit. Der Umsatz sei um 10,6 Prozent auf 59 Billionen Won gefallen. Samsung warnte zudem, dass das Ergebnis auch in den ersten drei Monaten des neuen Jahres schwächer ausfalle. Detaillierte Zahlen hat der Konzern allerdings am Dienstag nicht vorgelegt.

Den Koreanern macht vor allem das Ende des Booms der Speicherchips zu schaffen. Die Preise für die Halbleiter fallen bereits seit vergangenem Sommer, nachdem die kleinen elektronischen Bauteile zuvor drastisch teurer geworden waren. Vor allem die Betreiber von Rechenzentren hätten weniger geordert als früher, so Samsung.

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Einer der Gründe dafür: Der Chiphersteller Intel hatte mit Produktionsproblemen zu kämpfen, damit konnten die Computeranbieter lange nicht so viele Geräte produzieren wie geplant. Die Prozessoren von Intel sind das Gehirn der meisten Rechner weltweit. Zudem haben alle Anbieter während des Aufschwungs die Kapazitäten erhöht.

Besonders bitter für Samsung: Die Chips standen zuletzt für drei Viertel vom operativen Gewinn. Durch den Boom der Speicherchips wurde das Unternehmen 2017 erstmals größter Halbleiterhersteller der Erde und überholte den langjährigen Branchenführer Intel. Den Marktforschern von Gartner zufolge konnte Samsung die Position 2018 verteidigen.

Der zweite Grund für die schlechten Ergebnisse: Der Smartphone-Absatz stagniert weltweit, auf dem wichtigen chinesischen Markt gingen die Verkäufe im vierten Quartal sogar markant zurück. Das trifft Samsung gleich mehrfach. Einerseits ist das Unternehmen selbst der größte Handyanbieter weltweit. Andererseits beliefern die Asiaten viele Wettbewerber mit Komponenten, zum Beispiel Apple.

Börse nimmt schlechte Nachrichten gelassen

Der iPhone-Hersteller hat erst vergangene Woche die Anleger mit schwachen Absatzzahlen schockiert. Dazu kommt: Samsung spürt, dass die chinesischen Mobiltelefonproduzenten immer stärker werden. Huawei ist bereits die Nummer zwei weltweit, Xiaomi steht hinter Apple auf Platz vier, Oppo auf Rang fünf. Immer häufiger greifen die Chinesen zu einheimischen Anbietern, darunter leidet Samsung.

Analysten zeigten sich am Dienstag enttäuscht von Samsung. „Das ist ein Schock“, sagte Song Myung-sup von HI Investment & Securities der Agentur Bloomberg. Nicht nur Apple, sondern auch andere Smartphonehersteller, Server- und PC-Produzenten würden nicht mehr bestellen, betonte der Banker.

Die Börse allerdings nahm die schlechten Nachrichten gelassen. Der Kurs lag zum Handelsschluss in Seoul lediglich knapp zwei Prozent unter dem Vortag. Samsung Electronics hatte auf dem Parkett allerdings bereits vergangenes Jahr rund ein Viertel an Wert verloren.

Samsung war freilich nicht der einzige koreanische Elektronikanbieter, der die Märkte am Dienstag enttäuschte. Bei LG sei das operative Ergebnis wahrscheinlich um 80 Prozent gefallen, teilte der nach Samsung weltweit zweitgrößte Fernsehgerätehersteller mit.

Mit geschätzten 75,3 Milliarden Won (58,7 Millionen Euro) hat der Gewinn nur einen Bruchteil der von Analysten erwarteten 387 Milliarden Won erreicht. Der Umsatz ging vorläufigen Angaben zufolge um sieben Prozent zurück. Detaillierte Ergebnisse wird auch LG erst später präsentieren.

Samsung hofft jetzt auf das zweite Halbjahr, wenn neue Smartphones mit dem modernsten Mobilfunkstandard 5G sowie mit faltbaren Displays auf den Markt kommen.

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