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EMI-Verkauf Bertelsmann geht beim Verkauf von Beatles-Label EMI leer aus

Universal Music steht vor dem Kauf des Tonträgergeschäfts seines Konkurrenten EMI. Auch der deutsche Medienkonzern Bertelsmann hatte mitgeboten - nicht zuletzt wegen des lukrativen Rechtekatalogs.
Update: 11.11.2011 - 19:57 Uhr 2 Kommentare
EMI ist das viertgrößte Plattenlabel der Welt und hatte schon die Beatles unter Vertrag. Quelle: dpa

EMI ist das viertgrößte Plattenlabel der Welt und hatte schon die Beatles unter Vertrag.

(Foto: dpa)

LondonDer deutsche Medienkonzern Bertelsmann dürfte beim Verkauf des Musikkonzerns EMI in letzter Minute doch leer ausgehen. Ein mit der Transaktion Vertrauter sagte der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag, ein Konsortium unter Führung von Sony werde für 2,2 Milliarden Dollar den Zuschlag für den lukrativen Musikrechte-Katalog des Traditions-Labels erhalten. Darum hatte sich auch das Gemeinschaftsunternehmen BMG Rights Management von Bertelsmann mit dem Finanzinvestor KKR beworben, das lange als Favorit galt. Doch Sony habe mit Hilfe eines Milliardenkredits der Schweizer UBS seine Offerte aufgebessert, hieß es in Verhandlungskreisen. EMI war der US-Großbank Citigroup  zugefallen, weil der Finanzinvestor Terra Firma die Schulden nicht mehr bedienen konnte.

Der andere Teil der hochverschuldeten EMI, das CD-Geschäft, geht für 1,9 Milliarden Dollar an den zur französischen Vivendi  gehörenden weltgrößten Musikkonzern Universal Music, wie Vivendi am Freitag bestätigte. Teile von EMI, die nicht zum Kerngeschäft zählen, sollen für 500 Millionen Euro verkauft werden. EMI hat Künstler wie Katy Perry, Coldplay und die Beastie Boys unter Vertrag.

Die größte Hürde in den Verhandlungen, die Frage nach der Übernahme der Pensionsverpflichtungen der EMI-Mitarbeiter, sei gelöst, hieß es in Verhandlungskreisen. Sie sollen nun von der Citigroup übernommen werden. Der Milliardär Len Blavatnik, dem der EMI-Rivale Warner Music gehört, hatte wegen des Streits um die Altersvorsorge überraschend einen Rückzieher gemacht. Er hatte lange als Favorit gegolten.

Um EMI wird seit Monaten gefeilscht. Mit einem Erlös von zusammen 4,1 Milliarden Dollar wäre die Citigroup am Ziel ihrer Vorstellungen. Nach Angaben des "Wall Street Journals" liegt der Preis über den Erwartungen von Branchenkennern. Weil die Gebote für EMI als Ganzes zu niedrig waren, hatte die Bank beschlossen, den Konzern aufzuspalten. EMI ist derzeit die kleinste der vier großen, weltweit agierenden Plattenfirmen nach Marktführer Universal, Sony Music und Warner.

Citigroup hatte EMI im Februar von Terra Firma übernommen. Der Finanzinvestor hatte im Boom vor der Finanzkrise für EMI 6,5 Milliarden Dollar bezahlt.

EMI besitzt an 1,3 Millionen Titeln die Rechte

Für BMG Rights Management hätte die Übernahme einen großen Sprung bedeutet. EMI besitzt einen der lukrativsten Musikrechtekataloge der Branche, der die Beatles und Pink Floyd umfasst. Insgesamt hätte das Gemeinschaftsunternehmen damit seine Rechtebibliothek mit 1,3 Millionen Titeln vervielfacht. Zum Schatz des Traditionslabels EMI gehören Stücke von „New York, New York“ bis zum aktuellen Adele-Hit „Rolling in the deep“.

Wenn Sony/ATV zum Zuge kommt, wäre deren Chef Martin Bandier wieder an seinen Ursprüngen: Er hatte den EMI-Musikverlag aus dem Nichts aufgebaut und 18 Jahre geführt, ehe er 2007 aus der Firma gedrängt wurde.

Die zuletzt für EMI veröffentlichten Zahlen stammen aus dem Geschäftsjahr, das im März 2010 endete. Damals hat das Unternehmen 1,65 Milliarden Pfund umgesetzt und einen Verlust von 512 Millionen Pfund gemacht. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) lag bei 332 Millionen Pfund.

Analysten gehen davon aus, das im darauf folgenden Geschäftsjahr (bis März 2011) das Ebitda um zehn bis 20 Prozent gesunken ist - also auf etwa 266 Millionen Pfund (436 Millionen Dollar). Potenzielle Käufer, die zuletzt knapp vier Milliarden Dollar für EMI gebten, bewerten das Unternehmen also mit mehr als dem Neunfachen des Ebitda.

Ähnlich war das Preisniveau beim Verkauf des EMI-Konkurrenten Warner Music. Das Unternehmen ging im Frühjahr für gut drei Milliarden Dollar an den russischen Milliardär Len Blawatnik. Nach Berechnungen der Nachrichtenagentur Bloomberg entsprach das dem 9,2-Fachen des Ebitda.

Warner Music ist die weltweit drittgrößte Plattenfirma, EMI dagegen mit einem Marktanteil von etwa zehn Prozent die Nummer vier der Branche. "Der EMI-Musikrechtekatalog entschädigt für den kleineren Marktanteil im traditionellen Plattengeschäft", sagt ein Londoner Analyst, "am Ende wird EMI daher wohl für einen ähnlichen Preis wie Warner Music den Besitzer wechseln, wenn die Interessenten noch etwas genauer in die EMI-Bücher geschaut haben."

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2 Kommentare zu "EMI-Verkauf: Bertelsmann geht beim Verkauf von Beatles-Label EMI leer aus"

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  • Die GEMA ist die GEZ fürs Radio.

    Man wird mit Grönemeier, Nena, Skorpiens und allem nertötendem immer gleich geleierten Gedudel vollgedröhnt.

    Jeden Tag immer die gleiche endlose Discount-Musik von NDR, RSH und und und. EIn Dauerauftrag an die GEMA läuft da uns den musikalischen Abfall auch noch jahrzentelang veraltet im Radio zu präsentieren.

    Haben Sie mal Country gehört im Radio, einen Beatles-Titel ? Neue Bands mit frischem Sound ?

    Nein, nur diese Bambi / Promi Musik als Dauerauftrag.

    Mir wird nach 10 Minuten Radiohören schon immer schlecht,

    GOTT SEI DANK GIBT ES INTERNET-RADIO !!!!! :-)

  • Und wieder einmal gewinnt ein französisches Unternehmen das Rennen. Sie haben es halt drauf, wenn es um Firmenübernahmen geht, im Gegensatz und zwar GANZ im Gegensatz zu hiesigen Unternehmen.