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Erfolgreicher Sparkurs Philips ist wieder auf Kurs

Nach einem Milliardenverlust im Vorjahr kann der niederländische Elektronikkonzern Philips wieder schwarze Zahlen vorlegen. Das strikte Sparprogramm von Philips-Chef Frans van Houten scheint sich auszuzahlen.
23.07.2012 Update: 23.07.2012 - 15:14 Uhr Kommentieren
Philips legt Gewinn und Umsatz über Erwartungen vor. Quelle: Reuters

Philips legt Gewinn und Umsatz über Erwartungen vor.

(Foto: Reuters)

Amsterdam Der radikale Umbau von Philips zeigt Wirkung. Der niederländische Siemens s-Konkurrent kehrte mit einem Millionengewinn im zweiten Quartal in die schwarzen Zahlen zurück. Damit bewies Unternehmenschef Frans van Houten Analysten zufolge, dass er das Ruder bei Europas größtem Verbraucherelektronikkonzern herumreißen kann. Nachdem bereits die schwächelnde TV-Sparte ausgelagert wurde, räumt Van Houten nun auch noch mit den letzten Sorgenkindern auf. So würden derzeit Optionen für das Audio- und Video-Geschäft geprüft, kündigte er am Montag an. Wie zuvor bei den Fernsehern leidet der Bereich, der auch DVD-Spieler umfasst, unter der billigen Konkurrenz aus Asien.

"Philips hat gezeigt, dass es trotz des herausfordernden Umfelds mithalten kann", resümierte ING-Analyst Sjoerd Ummels. Die Euphorie spiegelte sich am Markt wider. In der Spitze verzeichnete die Philips-Aktie ein Plus von sieben Prozent und erreichte damit den höchsten Wert seit einem Jahr.

Mit einer massiven Restrukturierung stemmte sich der Konzern gegen den Abschwung. Tausende Stellen wurden gestrichen, das Management ausgetauscht und Randbereiche abgestoßen. Die Bemühungen zeigen Erfolge. Nachdem die Niederländer zu Jahresbeginn bereits mit einem Gewinnsprung von 80 Prozent aufwarteten, erwirtschafteten sie im zweiten Quartal einen Gewinn von 167 Millionen Euro.

Ein Jahr zuvor war noch ein Verlust von 1,19 Milliarden Euro angefallen. Der Umsatz stieg von April bis Juni um fünf Prozent auf 5,9 Milliarden Euro. Bei beiden Kennzahlen lag Philips über den Erwartungen der Analysten. Ein Grund für die Entwicklung war das starke Geschäft in der Gesundheitssparte. Zudem gingen viele Energiesparlampen über den Ladentisch.

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    Philips ist vor allem bei der Medizintechnik ein Rivale von Siemens. Dort legte der Umsatz um sieben Prozent zu, da vor allem in Krankenhäusern neues Gerät angeschafft wurde. In Schwellenländern wie China oder Indien stiegen die Erlöse hier sogar um 22 Prozent.

    Trotz des nach wie vor unsicheren Umfelds ist Konzernchef Van Houten überzeugt, dass Philips seine Finanzziele für 2013 erreichen wird. Der Umsatz soll um vier bis sechs Prozent steigen. Für dieses Jahr wollte er sich nicht festlegen. "Die allgemeine Konjunktur ist nicht unser Freund, aber wir sehen etwas Wachstum in Russland, im Nahen Osten, in Asien und in den USA", sagte Van Houten in einem Interview des Senders CNBC.

    Das Kostensparprogramm für dieses Jahr im Volumen von 400 Millionen Euro ist nach Angaben des Unternehmens auf einem guten Weg. Siemens wird am Donnerstag Zahlen für das vergangene Quartal vorlegen, das dritte im Geschäftsjahr der Münchner (zum Ende September).

    • rtr
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