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Erwartungen Oracle und Micron schrecken Technologiebranche auf

Die Unternehmen halten sich bei IT-Ausgaben zurück. Das Ergebnis: Die Oracle-Aktie fällt nachbörslich um vier Prozent, die Micron-Papiere brechen um 13 Prozent ein.
24.06.2011 - 14:46 Uhr Kommentieren
Der Firmensitz von Oracle in Redwood City, Kalifornien. Quelle: dapd

Der Firmensitz von Oracle in Redwood City, Kalifornien.

(Foto: dapd)

Boston/San Francisco Der weltweit drittgrößte Software-Konzern Oracle und der Chiphersteller Micron haben die Technologiebranche aufgeschreckt. Beide blieben mit ihren Zwischenberichten am Donnerstag hinter den Erwartungen zurück und schürten damit Befürchtungen, dass sich Firmen aufgrund der unsicheren wirtschaftlichen Lage - besonders in Europa - mit Investitionen erneut zurückhielten. Die Aktien beider Unternehmen brachen nachbörslich ein. Oracle legt seine Zahlen einen Monat vor den meisten Rivalen vor und gilt deshalb als Barometer für die gesamte Branche.

Vor allem das Geschäft in seiner neuen Hardware-Sparte, die der Konzern durch die Übernahme von Sun Microsystems erworben hatte, macht Oracle zu schaffen. Hier verbuchte der SAP-Konkurrent im vierten Quartal einen Umsatzrückgang von sechs Prozent auf 1,2 Milliarden Dollar. Dank guter Verkäufe von neuer Software kletterte der Umsatz insgesamt allerdings um 13 Prozent auf 10,8 Milliarden Dollar. Der Gewinn fiel mit 75 Cent pro Aktie etwas höher aus als von Branchenexperten im Schnitt erwartet.

Da Oracle die Analystenerwartungen in den vergangenen sechs Quartalen jedoch deutlicher in den Schatten gestellt hatte, zeigte sich der Markt enttäuscht. „Eigentlich übertrifft Oracle im vierten Quartal die Erwartungen sehr deutlich. Jetzt haben sie es gerade mal so geschafft“, sagte Trip Chowdry, Analyst bei Global Equities Research.

„Dieser Markt ist nervös und macht sich Sorgen über Nachfrage und die Wirtschaft“, fasste Analyst Kevin Cassidy von Stifel Nicolaus die Lage zusammen. Wegen der zunehmenden Konkurrenz von Tablet-Computern erlahmt die Nachfrage nach klassischen PCs, was wiederum die Geschäfte des US-Chipherstellers Micron belastete. Der Umsatz ging im dritten Quartal um 6,5 Prozent auf rund zwei Milliarden Euro zurück, der Gewinn brach sogar um über 90 Prozent auf 75 Millionen Dollar ein. Zu den Aussichten des Konzerns hielt sich Firmen-Vizechef Mark Adams bedeckt: „Momentan ist es schwierig für uns, weit in die Zukunft zu schauen.“

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