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EU-Kommission Apple wehrt sich gegen Milliarden-Steuernachzahlung

Die EU-Kommission fordert von Apple eine milliardenhohe Steuernachzahlung. Dagegen wehrt sich der US-Konzern nun und legt in dieser Woche Berufung ein. In einer Stellungnahme wirft auch Irland der Kommission Fehler vor.
19.12.2016 Update: 19.12.2016 - 11:26 Uhr Kommentieren
„Was die Kommission hier macht, ist eine Schande für europäische Bürger, sie sollte sich schämen“, sagte Apple-Finanzchef Luca Maestri gegenüber „Die Welt“. Quelle: AP
Apple Store

„Was die Kommission hier macht, ist eine Schande für europäische Bürger, sie sollte sich schämen“, sagte Apple-Finanzchef Luca Maestri gegenüber „Die Welt“.

(Foto: AP)

Berlin/Dublin Apple und Irland wehren sich wie angekündigt vor Gericht gegen die aus Brüssel geforderte Steuernachzahlung von mehr als 13 Milliarden Euro. Die EU-Kommission habe die relevanten Fakten missverstanden und mische sich in die nationale Souveränität in Steuerfragen ein, erklärte das irische Finanzministerium am Montag. Das Land habe dem iPhone-Konzern keinerlei Vorzugsbehandlung gewährt. Die Brüsseler Behörde gibt sich dennoch zuversichtlich.

Die EU-Kommission hatte Ende August nach jahrelanger Prüfung entschieden, dass die Steuer-Vereinbarungen von Apple in Irland aus ihrer Sicht eine illegale staatliche Beihilfe darstellen. Deswegen sollen rund 13 Milliarden Euro plus Zinsen nachgezahlt werden.

Apple-Finanzchef Luca Maestri warf EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager vor, eine politische Agenda zu verfolgen. „Was die Kommission hier macht, ist eine Schande für europäische Bürger, sie sollte sich schämen“, sagte er der Tageszeitung „Die Welt“. Schon nach der Entscheidung im Spätsommer hatte Apple-Chef Tim Cook die Nachforderung als „politischen Mist“ kritisiert. Sowohl Apple als auch Irland hatten Widerstand dagegen angekündigt.

„Die Kommission wird ihre Entscheidung vor Gericht verteidigen“, sagte eine Sprecherin der Brüsseler Behörde nun. Nach Einschätzung der Wettbewerbshüter bekam Apple besonders günstige Steuer-Konditionen in Irland, weil das Land den Konzern als Arbeitgeber gewinnen wollte. Apple habe deutlich weniger als den für alle geltende Satz von 12,5 Prozent gezahlt - für die Handelsfirma Apple Sales International sank die Körperschaftssteuer demnach etwa auf bis zu 0,005 Prozent. Apple erklärte, die Zahl sei aus der Luft gegriffen.

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    In Irland landet das Geld aus dem internationalen Verkauf von Apple-Geräten. Der iPhone-Konzern argumentiert, es müsse in den USA versteuert werden, weil dort unter anderem durch Entwicklungsarbeit der Wert geschaffen werde. Das Geld sei auf dem Weg zum US-Fiskus nur in Irland geparkt.

    US-Unternehmen müssen auf Auslandsgewinne bei der Einfuhr ins Heimatland 35 Prozent Steuern zahlen - können das Geld aber auch im Ausland lassen. Apple und andere Konzerne pochen auf eine Steuerreform, die diese Belastung absenkt. „Wir bringen unsere Gewinne zurück in die USA, wenn die Steuerquote vernünftiger ist“, sagte Maestri der „Welt“.

    Was Apples neue Notebooks können
    Macbook Pro mit Touch Bar
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    Die augenfälligste Neuerung beim neuen Macbook Pro: Apple hat die Funktionstastenleiste geopfert und stattdessen eine sogenannte Touch Bar eingebaut. Dort werden verschiedene Buttons und Bedienelemente passend zur aktuellen Anwendung eingeblendet.

    (Foto: dpa)
    Mehr Funktionen
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    Die Touch Bar deckt deutlich mehr Funktionen ab als fest gekennzeichnete Knöpfe. In einem Text-Programm zum Beispiel werden dort Wort-Vorschläge zum Auswählen eingeblendet sowie Bedienelemente etwa zur Auswahl von Schriften oder Farben.

    (Foto: AP)
    Touch Bar
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    Bei Foto-Anwendungen zeigt die Leiste Mini-Abbildungen der Motive, durch die man mit dem Finger scrollen kann, oder winzige Voransichten von Filtern zur Bildbearbeitung.

    (Foto: AFP)
    Relevante Funktionen schnell erreichen
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    Gerade bei komplexen professionellen Anwendungen wie Photoshop können relevante Funktionen aus den Tiefen der Programm-Menüs schneller erreichbar gemacht werden.

    (Foto: AFP)
    Fingerabdruckscanner
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    Rechts neben der Touch Bar befindet sich ein Fingerabdruckscanner ähnlich wie der in iOS-Geräten. Damit kann man über Apple Pay bezahlen, das Notebook entsperren und den Nutzer wechseln, wenn mehrere Personen mit ihren Fingerabdrücken registriert sind.

    (Foto: dpa)
    Flachere Tastatur
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    Die Tastatur der neuen Macbook Pro fällt flacher aus als beim bisherigen Modell. Apple hat für das Macbook 12 Zoll den neuen Mechanismus Butterfly entwickelt, der nun auch bei den neuen Pro-Modellen eingesetzt wird. Die Mechanik benötigt weniger Platz, der Tastenhub kann reduziert werden.

    (Foto: Reuters)
    Kompakter und leichter
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    Die flachere Tastatur und ein neues Gehäuse ermöglichen es Apple, die Macbook Pro deutlich kompakter und leichter zu bauen.

    (Foto: AFP)

    Irland bestreitet seinerseits, dass Apple mit seinen Steuerdeals eine Sonderbehandlung erhalten habe - das muss die Kommission nachweisen, damit sie von einer Verzerrung des Wettbewerbs sprechen kann. Außerdem habe die Brüsseler Behörde irisches Recht missverstanden und wende Regeln von 2010 für Entscheidungen aus den Jahren 1991 und 2007 an. Der Standpunkt der EU-Kommission ist, dass die irischen Apple-Töchter komplett in Irland steuerpflichtig sein sollten.

    Irland reichte die Klage nach eigenen Angaben bereits am 9. November ein, machte dies aber erst jetzt öffentlich und lieferte die Begründung. Das Verfahren vor dem Gericht der Europäischen Union dürfte mehrere Jahre dauern. Die unterlegene Seite würde dann wahrscheinlich noch vor den obersten Europäischen Gerichtshof (EuGH) ziehen.

    • dpa
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