Europazentrale in Dublin Facebook lässt sich in die Karten schauen – ein bisschen

Wie arbeitet Facebook? Lange hat der Weltkonzern ein Geheimnis darum gemacht. Jetzt durften deutsche Journalisten erstmals in die Europazentrale in Dublin. Die Kritik an Hasskommentaren hat die Facebook-Tür geöffnet.
So arbeitet man in der Facebook-Zentrale
In Kontakt kommen.
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Hier kann man die Köpfe zusammenstecken.

Einfach machen.
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Einer der Motivationssprüche, die die Wände der Europazentrale schmücken.

Keine Angst.
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Motivationsspruch in Facebooks Europazentrale.

Liebe Deine Arbeit.
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Motivationsspruch in Facebooks Europazentrale.

Spielerisch-kreative Atmosphäre.
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In Facebooks Europazentrale in Dublin, wo auch das Community Operation Team arbeitet, darf sich jeder Besucher an der Pinnwand verewigen.

Aus Glas.
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Mitarbeiter können sich an einer Wand in der Eingangshalle als gläserne Silhouetten darstellen lassen.

Aus Glas.
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Mitarbeiter können sich an einer Wand in der Eingangshalle als gläserne Silhouetten darstellen lassen.

DublinEin Bürogebäude am Grand Canal Square. Sechs Etagen. Viel Glas, viel Stahl. Passanten, die ahnungslos vorbeilaufen, erraten nicht, wer sich hinter der spiegelnden Fassade immer weiter ausbreitet. Über dem Eingangsportal hängt kein Firmenschild. Und doch residiert hier – mitten im so genannten „Silicon Dock“ und in direkter Nähe zu Google, LinkedIn und Twitter – ein Unternehmen, das die Social-Media-Welt in den vergangenen Jahren wohl wie kein zweites vor sich hergetrieben hat: Facebook.

2009 hat der Weltkonzern seine Europazentrale in Dublin eröffnet. 30 Mitarbeiter zogen damals an den Grand Canal Square. Inzwischen sind es 1.100, die in 53 unterschiedlichen Bereichen und Abteilungen arbeiten. Und es werden immer mehr. Unlängst hat Gareth Lambe, Head of Facebook Ireland, einen weiteren Gebäudetrakt angemietet und Kapazitäten für insgesamt 2.000 Mitarbeiter geschaffen.

Die größte Abteilung ist das so genannte Community Operation Team – die Unit, die wie keine zweite unter Beschuss steht, vor allem aus Deutschland. Denn die, nennen wir sie Facebook-Moderatoren, die im Schichtbetrieb rund um die Uhr an sieben Tagen die Woche arbeiten, überprüfen Kommentare und Fotos, die bei Facebook gepostet und von Nutzern als anstößig oder unangemessen gemeldet wurden. Und sie löschen, wenn sie Verstöße gegen Facebooks Gemeinschaftsstandards entdecken.

Oder besser: Falls sie Verstöße entdecken. Denn vor allem in der emotional aufgeheizten Diskussion rund um das Thema Flüchtlinge bleiben auf deutschen Facebook-Seiten immer wieder Kommentare online, aus denen der Hass nur so tropft. So zum Beispiel das Posting eines Mannes aus Berlin, für den das Foto des toten Aylan am Strand von Bodrum ein Grund zum Feiern war. Oder der Beitrag der Seite „Gegen Asylanten in Deutschland“, in dem es hieß: „Mit einem Loch im Hinterkopf wären manche Leute noch zumindest als Nistkasten zu gebrauchen.“

Zahlreiche Kommentare wie diese wurden von aufgebrachten Nutzern gemeldet, oft sogar mehrmals. Doch Facebook sah in den Postings kein Problem und löschte – wenn überhaupt – erst Tage später. Kein Wunder, dass das in Deutschland eine gesellschaftliche Diskussion über Facebooks Moralvorstellungen entfachte.

Fast alle deutschen Medien berichteten, Internet-Vordenker wie der Blogger und Autor Sascha Lobo attestierten Facebook ein „Hate-Speech-Problem“, schließlich zitierte Bundesjustizminister Heiko Maas Facebook-Vertreter zum Gespräch. Und sogar Bundeskanzlerin Angela Merkel forderte Facebook auf, strenger gegen Hass-Kommentare vorzugehen. Den eisigen Wind aus Deutschland müssen sie bis in die letzte Lounge-Ecke am Grand Canal Square von Dublin gespürt haben. Und sie reagierten.

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