Facebook-Datenaffäre CEO von Cambridge Analytica prahlt damit, Prostituierte und Spione einzusetzen

Cambridge Analytica soll Daten von Facebook-Nutzern missbraucht haben. Vor Undercover-Reportern berichtet CEO Nix über seine Vorgehensweisen.
Update: 20.03.2018 - 08:14 Uhr 9 Kommentare

Datenaffäre erschüttert Facebook – Tech-Werte unter Druck

DüsseldorfKnapp sechs Millionen Dollar hat sich Donald Trumps Präsidentschaftswahlkampagne die Dienste von Cambridge Analytica kosten lassen. Dafür hat die Firma Daten von mehr als 50 Millionen Facebook-Nutzern ohne deren Wissen abgegriffen und ihnen auf sie zugeschnittene politische Botschaften präsentiert. Auf diese Weise soll Cambridge Analytica Einfluss auf deren Wahlverhalten genommen haben.

Das britische Unternehmen scheint auf solche Kampagnen spezialisiert zu sein. Und ist darauf auch mächtig stolz. So halten geheime Aufnahmen fest, wie Führungskräfte der Firma damit prahlen, dass Prostituierte und Spione dazu benutzt werden könnten, um Politiker zu diskreditieren und Wahlen zu beeinflussen.

Vier Monate verfolgte ein Team von „Channel 4 News“ die Machenschaften von Cambridge Analytica. Dabei sprachen die Führungskräfte auch über ihre illegalen Taktiken zur Beeinflussung von Kampagnen, bei der US-Präsidentschaftswahl 2016 wie auch beim Brexit-Referendum.

Bei einer Begegnung sagte CEO Alexander Nix, sie könnten „einige Mädchen zum Haus des Kandidaten schicken“. Laut Video fügte Nix hinzu: Ukrainische Mädchen seien „sehr schön, ich finde, dass das sehr gut funktioniert“.

Die Untercover-Reporter, die sich als potenzielle Kunden ausgaben, hielten die Aussagen des CEO fest. Man sei es gewohnt, „im Schatten zu operieren“, sagte Nix noch.

Ganz anders klingt Nix dagegen in offiziellen Interviews. Zu den Vorwürfen, Daten von Facebook-Nutzern abgegriffen zu haben, sagte er bei BBC Newsnight: „Viele der Vorwürfe, die erhoben wurden, sind völlig unbegründet und äußerst unfair.“ Auch in einer Erklärung weist Cambridge Analytica die Behauptung des Daten-Missbrauchs zurück.

Großbritanniens Beauftragte für Informationssicherheit, Elizabeth Denham, gab sich mit dieser Antwort indes nicht zufrieden. Sie kündigte am Montag an, eine gerichtliche Verfügung erwirken zu wollen, um Zugang auf die Server des Unternehmens zu bekommen. Cambridge Analytica habe sich bei Ermittlungen „unkooperativ“ gezeigt. „Wir müssen da rein, wir müssen uns die Datenbanken anschauen, wir müssen verstehen, wie Daten von Cambridge Analytica verarbeitet oder gelöscht wurden“, sagte Denham, die von einer „komplexen und weitreichenden Untersuchung“ sprach.

Auch Facebook steht verstärkt im Zwielicht. Britische Abgeordnete forderten den Chef der Plattform, Mark Zuckerberg, zu einer Aussage vor einem Parlamentskomitee auf. Auch Brüssel ist alarmiert: Der EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani kündigte eine Untersuchung an. Er twitterte, die angebliche missbräuchliche Verwendung von Facebook-Nutzerdaten sei inakzeptabel und verletze Datenschutzrechte der Bürger.

In den USA baten Senator Ron Wyden aus Oregon und den Generalstaatsanwalt von Connecticut, George Jepsen, Facebook um eine schriftliche Stellungnahme. Der US-Staat Massachusetts kündigte zudem Ermittlungen an.

Da Cambridge Analytica unrechtmäßig erhaltene Nutzerdaten entgegen früheren Zusicherungen nicht gelöscht hatte, hatte Facebook das Unternehmen am Wochenende ausgesperrt. Das Online-Netzwerk selbst geriet nach den Enthüllungen auch in schweres Fahrwasser. Die Aktie fiel am Montag um rund sieben Prozent – und das ließ den Börsenwert von Facebook um über 35 Milliarden Dollar schrumpfen. Immer lauter wird gefragt, warum sich bisher Gründer und Chef Mark Zuckerberg nicht zu der Situation geäußert hat.

Zudem berichtete die „New York Times“, dass der angesehene Sicherheitschef Alex Stamos das Unternehmen verlassen wolle. Er habe sich dafür eingesetzt, offener über die russische Einmischung in den US-Präsidentenwahlkampf 2016 zu informieren, sei aber von anderen Managern abgebügelt worden, schrieb die Zeitung.

  • ap
  • Bloomberg
  • dpa
  • ska
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9 Kommentare zu "Facebook-Datenaffäre: CEO von Cambridge Analytica prahlt damit, Prostituierte und Spione einzusetzen"

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  • Richtig lesen und verstehen, das ist nicht Ihre Sache,
    Herr Robbie McGuire
    20.03.2018, 11:43 Uhr
    So, so, Herr Maidan schreibt News und keine Kommentare.

  • CEO von Cambridge Analytica prahlt damit, Prostituierte und Spione einzusetzen

    der passt doch prima zum Gröpaz.
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    Herr Peter Spiegel - 20.03.2018, 10:26 Uhr
    Nutten-Parties.. Wie kann man nur so neidisch sein, Herr Maidan, machen Sie doch mal mit
    vielleicht entspannt Sie das. Immer nur Fake-News schreiben bring doch nichts.
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    So, so, Herr Maidan schreibt News und keine Kommentare. Wieder mal ein typischer Spiegel, der die einfachsten Dinge nicht versteht.

  • Nutten-Parties.. Wie kann man nur so neidisch sein, Herr Maidan, machen Sie doch mal mit
    vielleicht entspannt Sie das. Immer nur Fake-News schreiben bring doch nichts.

  • Seit Wochen sagen uns die Journalsiten, dass Trump ein hochkorrupter, amoralischer Lügner ohne jede Kompetenz ist. Und das entspricht auch der Wahrheit. Jeden Tag gibt es neue Geschichten über Geheimagenten, Nutten, und massive Desinformations-Kampagnen. Es ist doch der Wahnsinn, dass dieses Gebaren von Anhängern einer KONSERVATIVEN Partei auch noch bejubelt wird!

    Wie viel Russen-Gemauschel, Nutten-Parties, Lügengeschichten brauchen die Neuen-Konservativen eigentlich, bis sie jede Form von Anstand mit ihrem Trump zerstört haben??

  • Seit Wochen sagen uns die Journalsiten, dass Trump ein hochkorrupter, amoralischer Dreckssack ohne jede Kompetenz ist. Und das entspricht auch der Wahrheit. Jeden Tag gibt es neue Geschichten über Geheimagenten, Nutten, und massive Desinformations-Kampagnen. Es ist doch der Wahnsinn, dass dieses Gebaren von Anhängern einer KONSERVATIVEN Partei auch noch bejubelt wird!

    Viel viel Russen-Gemauschel, Nutten-Parties, Lügengeschichten brauchen die Neuen-Konservativen eigentlich, bis sie jede Form von Anstand mit ihrem Trump zerstört haben??

  • Ukrainische Mädchen seien „sehr schön, ich finde, dass das sehr gut funktioniert“. Das stimmt, immer in der Türkei zu bewundern, die überernährten deutschen Damen kommen da nicht mit.

  • Seit Wochen sagen uns Mainstream Media Journalisten, dass machen immer nur die Russen. Der Artikel passt da ja gar nicht so in ihr Feindbild

  • Es ist ALLES nicht okay. Alles was Trump getan hat, ist dreckig. Er wird dafür bestraft werden. Und seine russischen und englischen Helfer auch.

  • Also verstehe ich das richtig: Die Briten haben in großem Stil über soziale Medien die US-Wahl und Wähler manipuliert? Gibt es da jetzt Sanktionen gegen das UK? Und einen Untersuchungsausschuss über mögliche Kontakte vom Trump-Wahlkampfteam mit englischen Verbindungsleuten? Oder ist es so, dass dieselbe Sache einmal schlimm, und ein andermal ok ist, je nachdem WER es tut?

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