Facebook-Skandal Apple-Chef Cook fordert mehr Datenschutzregeln

Der Apple-Chef kritisiert den Umgang mit Nutzerdaten bei Facebook. Mark Zuckerberg entschuldigt sich in Zeitungsanzeigen bei den Briten.
Update: 25.03.2018 - 12:02 Uhr Kommentieren
Der Apple-Chef spricht sich für mehr Datenschutz-Regeln aus. Quelle: AP
Tim Cook

Der Apple-Chef spricht sich für mehr Datenschutz-Regeln aus.

(Foto: AP)

PekingNach dem Datenskandal bei Facebook hat sich auch Apple-Chef Tim Cook zu Wort gemeldet. Der Manager forderte am Samstag am Rande des China Development Forum in Peking „handwerklich gut gemachte“ Regeln, die verhindern sollen, dass Daten der Nutzer ohne deren Wissen gesammelt und genutzt werden können.

Damit steigt der Druck auf Facebook und andere Technologiekonzerne, deren Geschäftsmodell darauf beruht, die enormen Datenmengen von Milliarden Menschen zu verwerten. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg musste sich in der vergangenen Woche dafür entschuldigen, dass sich die britische Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica über eine App unerlaubt Zugang zu Daten von mehr als 50 Millionen Profilen von Facebook-Nutzern verschafft hatte. Mit dem Datenbestand soll auch gezielt der Wahlkampf von US-Präsident Donald Trump unterstützt worden sein.

„Diese spezielle Situation ist so schlimm und umfassend, dass wahrscheinlich eine handwerklich gut gemachte Regulierung notwendig ist“, sagte Cook auf die Frage, ob nach dem Facebook-Skandal die Nutzung von Daten eingeschränkt werden sollte. „Wenn jemand weiß, welche Seiten du jahrelang besucht hast, wer deine Kontakte sind, was dir gefällt und nicht gefällt, und jedes intime Detail deines Lebens – meiner Meinung nach sollte das nicht existieren.“ Cook erklärte, Apple sei schon lange besorgt gewesen, dass Menschen weltweit Informationen preisgeben, ohne zu wissen, wie sie genutzt werden.

Facebook-Chef Zuckerberg hat in der britischen Presse um Entschuldigung für die Datenaffäre gebeten. Das weltgrößte soziale Netzwerk schaltete am Sonntag in mehreren Zeitungen ganzseitige Anzeigen. Darin wiederholte Zuckerberg sein Eingeständnis, dass es einen Vertrauensbruch gegeben habe. „Wir haben die Verantwortung, Ihre Daten zu schützen“, schrieb der 33-Jährige.

Er bedauere, dass sein Unternehmen nicht mehr dafür getan habe. Die Anzeige erschien auch im „Observer“, dessen Berichterstattung über den Skandal zu massiven Kursverlusten der Facebook-Aktie geführt hatte. Seit Bekanntwerden des Skandals hat der Konzern mehr als 50 Milliarden Dollar Börsenwert verloren.

EU-Justizkommissarin Vera Jourová fordert von Facebook nach dem Datenskandal genauere Auskünfte. „Ich verlange von Facebook weitere Klarstellungen, etwa inwieweit europäische Nutzer betroffen sind“, sagte sie der „Bild am Sonntag“. Dazu wolle Jourová am Montag einen Brief an Facebook-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg schicken, berichtete die Zeitung vorab. „Dieser Missbrauch von Daten von 50 Millionen Facebook-Nutzern ist völlig inakzeptabel“, sagte die Kommissarin nach einer USA-Reise.

Die US-Regierung und die zuständigen Behörden hätten ihr zugesichert, „dass sie die Vorwürfe sehr ernst nehmen und an der Vorbereitung der notwendigen Schritte arbeiten.“ Gleichzeitig seien die EU-Datenschutz-Behörden am Zug, um eine „europäische Antwort“ zu geben.

Nach Facebook-Skandal: Razzia bei Cambridge Analytica

Am Freitag durchsuchten Ermittler der britischen Datenschutzbehörde ICO die Büros von Cambridge Analytica. Derweil kehren erste Unternehmen dem weltgrößten Online-Netzwerk Facebook zumindest zeitweise den Rücken - etwa der Elektroauto-Hersteller Tesla und die Raumfahrt-Firma SpaceX.

Eine Mehrheit der Deutschen glaubt einer Umfrage für die Zeitung zufolge, dass Facebook der Demokratie schadet. 60 Prozent der Befragten waren demnach der Meinung, dass soziale Netzwerke wie Facebook für die Demokratie negative Auswirkungen haben. Von einer positiven Wirkung auf die Demokratie gingen laut der Emnid-Umfrage für die „Bild am Sonntag“ nur 33 Prozent der Befragten aus. Sieben Prozent waren sich unsicher oder machten keine Angabe.

Zudem gaben 89 Prozent der Befragten an zu glauben, dass Facebook in der Lage ist, die politische Meinung der Menschen zu beeinflussen. Nur zehn Prozent glauben das demnach nicht. Ein Prozent der Befragten war sich unsicher oder machten keine Angabe.

  • Bloomberg
  • dpa
  • rtr
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