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Facebook, Twitter, Instagram Deutsche misstrauen sozialen Netzwerken – löschen aber nicht ihre Accounts

Eine Studie hat das Vertrauen der Menschen weltweit in Medien analysiert. Deutsche sehen Facebook und Co. sehr skeptisch – ziehen daraus aber keine Konsequenzen.
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Facebook, Twitter und Co.: Deutsche misstrauen sozialen Netzwerken Quelle: dpa
Facebook

Anders als in bunten Werbekampagnen verbreitet haben die weltweit rund zwei Milliarden Nutzer eben nicht die letztendliche Hoheit über ihre Daten.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Mit einer groß angelegten Werbekampagne versuchte Facebook im Herbst 2016, das Vertrauen der Deutschen zu gewinnen. Darin zu sehen waren Menschen, die ihren Frust über das soziale Netzwerk ablassen. „Ich hab mal etwas gepostet, was ich nie, nie, nie hätte teilen sollen“, sagte etwa eine junge Frau. Der US-Konzern zeigte dann in nüchternen Texten, wie solche Fehler zu beheben sind. Tenor: Vertraut uns, wir sind die Guten.

Die millionenschwere Imagekampagne hat anscheinend nicht sonderlich gut verfangen. In einer Studie der PR-Agentur Edelman zeigt sich: Die Deutschen hegen ein tiefsitzendes Misstrauen gegen soziale Netzwerke. Nur 27 Prozent der Deutschen schenken sozialen Medien wie Facebook, Instagram, Snapchat oder Twitter tatsächlich Vertrauen.

Im weltweiten Vergleich ist das ein niedriger Wert, denn global schätzen 41 Prozent der Befragten diese Medienkanäle. Die Studie „Trust Barometer 2018“ sowie die am Mittwoch veröffentlichte Sonderauswertung für Deutschland basiert auf einer Umfrage unter mehr als 9000 Menschen.

Edelman sieht vor allem die werbetreibenden Unternehmen in der Pflicht. „Unternehmen müssen handeln, wenn sie den Kontakt zu ihren Kunden nicht verlieren wollen“, sagt Firmenchef Richard Edelman. Seiner Ansicht nach müssten die Unternehmen, von deren Werbegeld Facebook abhängig ist, die Verantwortung übernehmen.

Facebook ist reputationsmäßig in eine schwere Krise geraten. Mit dem Datenskandal in diesem Frühjahr erhöhte sich das Misstrauen der Menschen zusehends. Anders als zuvor in bunten Werbekampagnen verbreitet haben die weltweit rund zwei Milliarden Nutzer eben nicht die letztendliche Hoheit über ihre Daten.

Im März 2018 wurde bekannt, dass das britische Datenanalysehaus Cambridge Analytica Datensätze von mehr als 50 Millionen Facebook-Profilen unrechtmäßig verwendet hatte – unter anderem zu dem Zweck, gezielt politische Botschaften in Facebook zu streuen. Das inzwischen insolvente Datenunternehmen war Spezialist darin, maßgeschneiderte Botschaften an potenzielle Wähler zu senden.

Skandale wie dieser sorgten nach wie vor für starkes Misstrauen unter den Nutzern, meint Agenturchef Edelman. Das Kuriose ist allerdings: Trotz der negativen Einstellung sind vor allem die Deutschen zurückhaltend, wenn es darum geht, Konsequenzen zu ziehen. Während weltweit 40 Prozent der Befragten zugaben, sie hätten ihre Konten gelöscht, haben sich in Deutschland nur 26 Prozent zu diesem Schritt entschieden.

Agenturchef Edelman glaubt, dass Unternehmen die sozialen Netzwerke aus der Krise führen könnten: „Verbraucher erwarten, dass Unternehmen Haltung zeigen.“ So würden sich 64 der deutschen Befragten wünschen, dass sich Firmen gegen Fake News stark machen. Und 68 Prozent sind der Ansicht, dass werbetreibende Unternehmen ebenfalls für den Schutz der privaten Daten der Nutzer verantwortlich sind.

Edelman, dessen Geschäft es ist, Unternehmen in Kommunikationsfragen zu beraten, ist zuversichtlich. Nicht aufgeben, die Initiative ergreifen – und öfter einmal auf die Kunden hören, lautet sein Ratschlag.

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