Facebook und Live-Videos Mark Zuckerbergs Antwort auf Periscope

Das Live-Streaming im Internet boomt. Nun will auch Facebook-Chef Mark Zuckerberg mitmischen und dem Konkurrenzdienst Periscope den Rang ablaufen. Das erfordert allerdings eine robuste Infrastruktur.
Update: 06.04.2016 - 16:53 Uhr
Facebooks Gründer und Chef hatte bereits angekündigt, dass Live-Videoübertragungen vom Smartphone aus für ihn ein nächster großer Schwerpunkt sind. Quelle: Reuters
Mark Zuckerberg

Facebooks Gründer und Chef hatte bereits angekündigt, dass Live-Videoübertragungen vom Smartphone aus für ihn ein nächster großer Schwerpunkt sind.

(Foto: Reuters)

Menlo ParkFacebook gibt allen seinen Nutzern die Möglichkeit, Live-Videos über die Plattform des weltgrößten Online-Netzwerks zu senden. Zudem bekommen die Live-Streams einen eigenen Bereich in der Facebook-App für mobile Geräte.

Ähnlich wie beim Konkurrenzdienst Periscope von Twitter wird es eine Karte geben, auf der aktuelle Übertragungen angezeigt werden, sowie die Möglichkeit, die Videos live zu kommentieren.

Facebooks Gründer und Chef Mark Zuckerberg hatte bereits angekündigt, dass Live-Videoübertragungen vom Smartphone aus für ihn ein nächster großer Schwerpunkt sind. Er rechnet damit, dass mit der Zeit auch Streams in virtueller Realität zum Alltag gehören werden.

Der Facebook-Chef tourt durch Berlin
Auszeichnung für Zuckerberg
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Der Unternehmer erhielt am Donnerstagabend als erster Preisträger den Axel Springer Award des Berliner Medienhauses. Zuckerberg habe „mit Facebook das wichtigste Kommunikationsmittel einer neuen Generation geschaffen", sagte Springer-Chef Mathias Döpfner. Zwei Tage lang ist der Facebook-Gründer in Berlin unterwegs.

Zuckerberg mit Ehefrau Priscilla und Verlegerin Friede Springer
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Der Facebook-Gründer kam ausnahmsweise weder im grauen T-Shirt noch im dunklen Hoodie zu der Veranstaltung. „Ich habe auch bunte T-Shirts, die trage ich aber nur am Wochenende“, erwidert der Unternehmer.

Dank für die Auszeichnung
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Zuckerberg sagte, diese Auszeichnung sei für ihn „eine große Ehre“. Er erinnert an die Anfänge von Facebook, das er eigentlich nur entwickelt habe, um etwas für seine Kommilitonen auf dem College zu tun.

Virtual Reality
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Für den Facebook-Gründer ist sie die logische Weiterentwicklung der bisherigen Erzählformen im digitalen Zeitalter.

Bill Gates
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Der Microsoft-Gründer wurde per Video auf der Gala zugeschaltet.

Martin Schulz
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Der EU-Parlamentspräsident forderte in seiner Rede Zuckerberg zum verantwortlichen Umgang mit Nutzerdaten auf.

Zuckerberg und Kanzleramtsminister Altmaier (rechts)
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Zum Auftakt seines zweitägigen Berlin-Besuchs kündigte Zuckerberg europaweite Forschungspartnerschaften im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) an. In der ersten Runde spendet der US-Konzern 25 Hochleistungsserver im Wert von insgesamt rund 1,1 Millionen Euro an Forschungsinstitute in Deutschland und ganz Europa. Zu den ersten Empfängern gehört die TU Berlin.

Facebook hat über 1,6 Milliarden Mitglieder. Die Offensive bei Live-Video erfordert damit auch eine robuste Infrastruktur, die den höheren Datendurchsatz bewältigen kann.

Der verstärkte Fokus auf Live-Videos sei im Februar beschlossen worden, sagte Zuckerberg der US-Website „Buzzfeed“. Wenige Tage danach sei ein Team aus 150 Programmierern abgestellt worden, um an der Integration in die App und dem Ausbau der Infrastruktur zu arbeiten.

„Wir betreten ein neues goldenes Zeitalter für Video“, sagte Zuckerberg „Buzzfeed“. Er wäre nicht überrascht, wenn in fünf Jahren Videos den Großteil der Videos bei Facebook ausmachen. Das Online-Netzwerk setzt in seinem Anzeigengeschäft auch verstärkt auf Videowerbung.

Apps für Live-Streaming vom Smartphone gab es schon lange - doch sie waren nur mäßig populär. Vor rund einem Jahr setzte mit dem Start der Anwendungen Meerkat und Periscope eine für viele überraschende Renaissance ein. Mit Twitter im Rücken entschied Periscope dieses Rennen für sich und die Entwickler von Meerkat rücken inzwischen vom Live-Streaming ab und wollen die App als Online-Netzwerk mit einem Fokus auf Videos neu positionieren.

Facebook nahm Live-Videos erstmals im vergangenen Sommer ernsthaft in Angriff. Zunächst konnten Prominente und Medien die Funktion nutzen. Facebook biete mit seinen vielen Nutzern ein größeres Publikum für Live-Videos als andere Plattformen, erklärte Zuckerberg. Laut US-Berichten soll es auch finanzielle Anreize für Prominente und Medienunternehmen geben, Live-Videos bei Facebook zu platzieren. Das Netzwerk konkurriert bei Online-Videos mit der Google-Plattform YouTube, die auf rund eine Milliarde Nutzer kommt. Nach Informationen der Website „Venture Beat“ will Google unter dem Namen „YouTube Connect“ ebenfalls eine Plattform für Live-Streaming bieten.

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  • dpa
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