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Fairfax und Nine Milliardendeal in Australiens Medienwelt sorgt für scharfe Kritik

Zwei der größten australischen Medienkonzerne wollen sich zusammenschließen. Beobachter sehen den kritischen Journalismus in Gefahr.
26.07.2018 - 09:45 Uhr Kommentieren
Der Deal soll 2,5 Milliarden Euro wert sein und Nine zum größten Spieler der Sparte machen, wie die beiden Unternehmen am Donnerstag mitteilten. Quelle: AFP
Titel des Medienkonzerns Fairfax

Der Deal soll 2,5 Milliarden Euro wert sein und Nine zum größten Spieler der Sparte machen, wie die beiden Unternehmen am Donnerstag mitteilten.

(Foto: AFP)

Sydney Die Konzentration im australischen Medienmarkt dürfte sich in diesem Jahr dramatisch verschärfen. Am Donnerstag haben zwei der größten australischen Medienkonzerne ihre Fusion angekündigt. Die TV-Produktionsfirma Nine Entertainment will den traditionsreichen Zeitungsverlag Fairfax Media für umgerechnet etwa 2,5 Milliarden Euro übernehmen. 

Wie die beiden Unternehmen mitteilten, soll Nine künftig 51,1 Prozent von Fairfax kontrollieren. Die Pläne müssen noch von den Aktionären beider Firmen sowie der Verbraucherschutzbehörden genehmigt werden.

Die Unternehmen stehen seit langem wegen der wachsenden Konkurrenz durch Anbieter im Internet unter Druck, allen voran Google. Durch die Fusion sollen pro Jahr umgerechnet rund 30 Millionen Euro an Kosten gespart werden können, hieß es in Sydney. Möglich geworden ist der Zusammenschluss nach einer von der konservativen Regierung geforderten Änderung der Mediengesetze im vergangenen Jahr.

Der frühere Premierminister Paul Keating reagierte über Twitter mit der Bemerkung, Nine habe „den Opportunismus und die Ethik einer Straßenkatze“. Der Deal sei „ausgesprochen schlecht“. Während sich Fairfax in ihrer über 177-jährigen Geschichte und Zeitungstiteln wie „Sydney Morning Herald“, „The Age“ und „Australian Financial Revue“ dem Qualitätsjournalismus verschrieben hat, macht Nine den Großteil des Geschäfts mit der Produktion von Boulevard-Unterhaltungsprogrammen sowie vage als „News“ verpackten Infotainment-Segmenten.

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    Die völlig überraschende Ankündigung wurde von vielen Journalisten scharf kritisiert. Nicht nur gehe damit die Medienvielfalt in Australien weiter zurück. Über 80 Prozent der Druckmedien werden bereits von der Firma News Corp von Medienmogul Rupert Murdoch kontrolliert.  Die meisten Beobachter sind sich einig, dass künftig Nine die redaktionelle Richtung aller Fairfax-Titel bestimmen werde.

    Regierungschef Turnbull begrüßt die Pläne

    Sollte die Fusion realisiert werden, droht der Qualitätsjournalismus zum größten Verlierer zu werden. Der Medienkommentator Bernard Keane sagte am Donnerstag, Medienfusionen zwischen Unternehmen mit Problemen oder Übernahmen in Australien oder in Übersee seien selten erfolgreich. „Irgendjemand verliert immer viel Geld“, schreibt er. Die Folge seien „der Verlust von Arbeitsplätzen, kleinere Budgets und eine Beschneidung der teuren Aspekte der Produktion, allem voran der Nachrichtenbeschaffung“.

    Keating erklärte weiter, die Philosophie von Nine werde „schließlich wie Eiter durch Fairfax sickern“. Falls sich Befürchtungen bewahrheiten und Nine von den Zeitungstiteln eine Richtungsänderung verlangt, haben australische Verbraucher nur noch die im Internet publizierte Tageszeitung „Guardian Australia“ als ernstzunehmende Quelle kritischer Berichterstattung und Analyse.

    Premierminister Malcolm Turnbull, früher selbst Journalist, begrüßte die Pläne. Eine Fusion werde „beide Firmen stärker machen“, meinte er. Die zunehmend konservativer gewordene Politik der regierenden Koalition stand in den letzten Jahren immer wieder im Fadenkreuz der Berichterstattung von Fairfax-Journalisten.

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