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Fernsehkonzern RTL Group wächst dank Digitalgeschäft – die Blitzanalyse

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Der Medienkonzern hat im ersten Halbjahr 2018 vor allem im Digitalgeschäft ein starkes Umsatzwachstum von neun Prozent auf 424 Millionen Euro verzeichnet. Quelle: dpa
RTL Group

Der Medienkonzern hat im ersten Halbjahr 2018 vor allem im Digitalgeschäft ein starkes Umsatzwachstum von neun Prozent auf 424 Millionen Euro verzeichnet.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDer Fernsehkonzern RTL Group hat am Mittwoch seine Zahlen für das erste Halbjahr 2018 vorgelegt. Die wichtigsten Fakten:

  • Der Umsatz steigt um 2,3 Prozent auf drei Milliarden Euro.
  • Das bereinigte Ergebnis (Ebitda) legt um 1,9 Prozent auf 638 Millionen Euro zu.
  • Das Unternehmen erwartet für das Gesamtjahr 2018 weiterhin ein moderates Wachstum. Das Umsatzplus soll zwischen 2,5 und fünf Prozent liegen.
  • Treiber des Wachstums sind das Digitalgeschäft und die Produktionstochter Freemantle.
  • RTL-Aktien steigen am Mittwochmorgen an der Börse um 4 Prozent.

Das fällt positiv auf

Digitales Wachstum: Die RTL Group verzeichnet im ersten Halbjahr 2018 vor allem im Digitalgeschäft ein starkes Umsatzwachstum von neun Prozent auf 424 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum lag der Umsatz bei 389 Millionen Euro. Als Wachstumstreiber haben sich digitale Angebote wie Broadband TV, Ludia und Videoland erwiesen. Die Plattformerlöse stiegen zudem um fünf Prozent auf 167 Millionen Euro.

Das Wachstum im digitalen Bereich ist wichtig für das Luxemburger Unternehmen, da die Medienbranche in einem tiefgreifenden Strukturwandel steckt: Die Konsumenten wandern immer stärker zu Streamingdiensten wie Netflix und Amazon Prime Video, das Nachsehen haben klassische TV-Anbieter wie RTL und Pro Sieben Sat 1. Die etablierten Fernsehanbieter bauen deshalb eigene Video-on-Demand-Dienste wie TV Now (RTL) aus.

Gleichzeitig profitiert die RTL Group deutlich von dem neuen Mediennutzungsverhalten. Die neuen Anbieter benötigen Inhalte – und das ist das Geschäft der RTL-Tochter Freemantle Media, zu der auch die Filmproduktionsfirma Ufa gehört. 18,7 Prozent der Einnahmen entfallen heute auf die Inhalteproduktion.

Die RTL Group ist die ertragsstärkste Tochter des Gütersloher Medienkonzerns Bertelsmann. Die Umsatzrendite von RTL liegt im ersten Halbjahr 2018 bei 20,9 Prozent (Vorjahr: 21 Prozent). Damit liegt das börsennotierte Unternehmen deutlich vor anderen Bertelsmann-Töchtern wie Penguin Random House oder Gruner + Jahr.

Das fällt negativ auf

Abhängigkeit vom TV-Geschäft: Die RTL Group steckt inmitten eines tiefgreifenden Branchenumbruchs. Das Mediennutzungsverhalten wandelt sich, die Verbraucher wollen heute selbst entscheiden, wann sie welche Filme und Serien anschauen. Daher gewinnen Streaminganbieter wie Netflix und Amazon Marktanteile. RTL stammt aus der klassischen, werbefinanzierten TV-Welt und erzielt derzeit immerhin noch 47,7 Prozent des Umsatzes aus dem Geschäft mit Werbeeinnahmen aus dem Fernsehgeschäft.

Was jetzt passiert

RTL will die eigene Video-on-Demand-Plattform TV Now deutlich ausbauen. Der Dienst, der ein Hybrid aus werbefinanziertem, kostenfreiem Teil und einem Abo-Modell darstellt, soll vor allem mit exklusiven, lokalen Inhalten gespeist werden. Als Vorbild gilt der Dienst Videoland aus den Niederlanden, den einst der jetzige RTL-Chef Bert Habets aufbaute. RTL Niederlande fusioniert derzeit die werbefinanzierte Plattform RTL XL mit dem schnell wachsenden Abo-Modell Videoland.

Aber RTL ist nicht der einzige deutsche Anbieter, der Netflix & Co. Paroli bieten will. Auch der Münchener Medienkonzern Pro Sieben Sat 1 rüstet sich: Zusammen mit dem US-Medienkonzern Discovery baut das Unternehmen die eigene Videoplattform Maxdome stark aus. Das Bundeskartellamt hat bereits die Zustimmung erteilt.

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