Finanzgeschäfte MDR bestreitet Zockerei mit Rundfunkgebühren

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Die Landesrechnungshöfe von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben die Anlagepolitik des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) kritisiert. Nach einem am Donnerstag bekanntgewordenen Prüfbericht zu operativen Geldgeschäften hat der öffentlich-rechtliche Sender erhebliche stille Reserven in Spezialfonds angesammelt, deren Wert inzwischen stark gesunken sei. Zudem habe der Anteil „risikobehafteter Geldanlagen“ im August 2005 bei 49,82 Prozent gelegen, nur 35 Prozent seien erlaubt. Die Dreiländeranstalt verteidigte ihre Anlagepolitik indes als „seriös und erfolgreich“. Es habe keine Ausfälle gegeben, hieß es in einer Erklärung.

Laut Rechnungshof-Bericht wurden zwischen 1994 und 1999 sieben Spezialfonds aufgelegt, die Ende 2000 einen Wert von knapp 625 Mio. Euro hatten. Wegen dramatischer Kursverluste sank der Wert der Rücklagen bis Ende 2002 auf rund 464,7 Mio. Euro. Seit 2003 sei dieser wieder kontinuierlich angestiegen.

Die stillen Reserven, die vor allem 2005 erheblich zugenommen hätten, seien nun von der sich verschärfenden Finanzkrise betroffen. Über die Höhe des Rückgangs habe der MDR trotz Nachfrage keine Auskunft gegeben, hieß es. Dazu erklärte der Sender am Donnerstag, dass sich „angesichts der jüngsten Kursrückgänge an den Aktienmärkten die stillen Reserven wieder relativiert haben“.

Die Durchschnittsverzinsung aller Fonds seit Auflegung belaufe sich immer noch auf 3,7 Prozent pro Jahr. „Das heißt im Klartext, dass nicht ein Euro der Rundfunkgebühren verlorengegangen ist“, erklärte der MDR. Geldanlagen seien zur Bedienung künftiger Verpflichtungen wie Leasingraten für Landesfunkhäuser oder Betriebsrenten unverzichtbar.

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