Finnischer Handyhersteller will Produktion ausweiten China-Geschäft soll Nokia bald den meisten Umsatz bringen

Der finnische Mobiltelefonhersteller Nokia will sein China-Geschäft ausbauen. Das Land werde voraussichtlich in drei Jahren innerhalb des Konzerns den größten Umsatzbeitrag liefern, sagte Vorstandschef Jorma Ollila am Mittwoch in Peking.

HB/slo/HB DÜSSELDORF. Derzeit setzt Nokia in den USA am meisten um, gefolgt von China mit einem Umsatz von 3,6 Mrd. Dollar im vergangenen Jahr und damit einem Anteil von etwa zehn Prozent am gesamten Konzernerlös. Im Vergleich zum Vorjahr setzte Nokia in China 44 Prozent mehr um.

Das Land gilt als der größte Mobilfunkmarkt und glänzt derzeit auch mit recht hohen Wachstumsraten. Analysten erwarten, dass die Zahl der Handynutzer in China in diesem Jahr um 14 Prozent auf 390 Millionen steigt. In Europa und den USA wird das Wachstum voraussichtlich verhaltener ausfallen. Branchenexperten sagen daher für den Gesamtmarkt voraus, dass dieses Jahr etwa acht Prozent mehr Mobiltelefone abgesetzt werden.

Ollila geht davon aus, dass bis 2010 weltweit etwa drei Milliarden Menschen ein Mobiltelefon haben werden – 1,3 Milliarden mehr als heute. Jeder vierte Neukunde werde ein Chinese sein, sagte der Nokia-Chef. Um die wachsende Nachfrage zu befriedigen, will der finnische Konzern seine Produktionskapazitäten und Forschungsanlagen in China ausweiten.

Nokia ist der weltweit größte Handyhersteller mit einem Marktanteil von gut 30 Prozent. 2004 errangen die Finnen auch in China die Position als Nummer eins und verdrängten den chinesischen Produzenten Ningbo Bird von diesem Platz. Auch Motorola zog an Ningbo Bird vorbei: Nach Angaben der Marktforscher von Fuji-Keizai hatte Nokia einen Marktanteil von zwölf Prozent, gefolgt von Motorola mit elf Prozent und Ningbo Bird mit zehn Prozent.

Handyhersteller und Mobilfunk-Netzausrüster erwarten, dass die chinesische Regierung in diesem Jahr Lizenzen für die neue Mobilfunktechnik UMTS vergibt. Davon erwarten die Unternehmen einen enormen Wachstumsschub und bringen sich jetzt in Stellung.

Nokia will auch in Indien sein Geschäft ausbauen. Daher stecken die Finnen dort 150 Mill. Euro in einen neuen Produktionsstandort. Auch Mobilfunktechniklieferanten wie Ericsson und Alcatel haben ähnliche Pläne. Insgesamt würden die Unternehmen in Indien 800 Mill. Dollar investieren, teilte das Kommunikationsministerium in Neu Delhi am Mittwoch mit. Nach Schätzungen der indischen Telekom-Regulierungsbehörde soll sich die Zahl der Mobiltelefonbesitzer bis 2007 auf 200 Millionen vervierfachen.

Schon jetzt ist das Wachstumstempo des indischen Mobilfunkmarktes enorm: Im Januar stieg die Zahl der Handynutzer um knapp 1,8 Millionen auf 49 Millionen. Sinkende Preise sowie geänderte Zahlungsregeln habe dazu beigetragen. Bis vor eineinhalb Jahren mussten Mobiltelefonierer in Indien wie in den USA auch dann für Gespräche zahlen, wenn sie angerufen wurden. Der Markt kam nicht in Gang. Erst als das Land die europäischen Regeln einführte – nur der Anrufer muss zahlen –, stellte sich ein großer Wachstumsschub ein. „Vorher war es einfach zu teuer für einen Inder, ein Handy zu haben und es einzuschalten“, sagt Taylor Reynolds, Analyst bei der OECD.

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