Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Firmenübernahmen Wegen Spannungen mit den USA – China geht in Europa auf Einkaufstour

China greift immer öfter nach Unternehmen in Europa. Die chinesischen Investoren haben es dabei besonders auf deutsche Hightech- und Industriefirmen abgesehen.
Kommentieren

Globaler Handel – Das könnte das neue EU-China-Abkommen bedeuten

Stuttgart/München Deutsche Unternehmen sind weiterhin das bevorzugte Ziel chinesischer Investoren in Europa. Für Übernahmen und Beteiligungen in Europa gaben chinesische Firmen in diesem Jahr bereits 15 Milliarden Dollar aus, davon zehn Milliarden in Deutschland, wie aus einer Studie der Unternehmensberatung EY hervorgeht.

Nach politischem Gegenwind könnten Spannungen mit den USA nun wieder „zu einer größeren Bereitschaft in Europa führen, chinesische Investoren ins Boot zu holen“, sagte EY-China-Expertin Yi Sun.

Der bisher europaweit mit Abstand größte Deal in diesem Jahr war der Einstieg des Autobauers Geely bei Daimler, gefolgt von der Übernahme des französischen Computerspielproduzenten Ubisoft durch den Internetriesen Tencent und der noch laufenden Übernahme des bayerischen Autozulieferers Grammer durch Ningbo Jifeng.

Die Zahl der Übernahmen und das Investitionsvolumen in Europa seien jetzt zwar niedriger gewesen als in den Vorjahren. Aber „wenn in Europa ein attraktives Unternehmen als Übernahmeziel gilt, ist eigentlich immer auch ein chinesisches Unternehmen unter den Interessenten“, sagte Yi Sun.

In Deutschland belegten chinesische Investoren Platz vier hinter Anlegern aus den USA, Großbritannien und der Schweiz. Am größten sei ihr Interesse an Industriefirmen, verstärkt kauften sie gegenwärtig aber auch Rohstoff- und Konsumgüterunternehmen.

Der Gegenwind habe allerdings zugenommen: Vor allem bei High-Tech-Unternehmen und Energieversorgern gebe es in Europa mehr „politische Bedenken und die Sorge vor einem Ausverkauf von Know-how“ sagte Yi Sun. Zugleich seien die Verkäufer vorsichtiger geworden – sie forderten heute oft schon bei der Vertragsunterzeichnung hohe Garantien von den chinesischen Käufern.

Bankbürgschaften für chinesische Investoren seien inzwischen schwieriger zu bekommen. Und manchmal müssten Investoren aus der Volksrepublik auch Zugeständnisse in Bezug auf Arbeitsplätze und Unternehmenssitz machen, sagte Yi Sun.

Einige große Transaktionen scheiterten oder seien noch in der Schwebe. So wies der portugiesische Energieversorger EDP ein chinesisches Übernahmeangebot für elf Milliarden Dollar ab, in Deutschland kam der Einstieg des chinesischen Staatskonzern State Grid beim Netzbetreiber 50 Hertz nicht zustande.

Mitunter kämen Chinesen aber als „Retter in der Not“ zum Zuge, sagte Yi Sun: „Zahlreiche Transaktionen betrafen auch in diesem Jahr wieder insolvente Unternehmen.“ Auch für deutsche Mittelständler, die die von ihren Kunden erwartete Expansion nicht aus eigener Kraft stemmen könnten, böten sich chinesische Partner an.

  • dpa
Startseite

Mehr zu: Firmenübernahmen - Wegen Spannungen mit den USA – China geht in Europa auf Einkaufstour

0 Kommentare zu "Firmenübernahmen: Wegen Spannungen mit den USA – China geht in Europa auf Einkaufstour"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote