Flirtportal expandiert Tinder für Inder

Ihr erstes Auslandsbüro eröffnet die Dating-App Tinder ausgerechnet in Indien, einem der konservativsten Länder der Welt. Um den riesigen Markt zu erobern, muss sich das Flirtportal den Indern etwas anpassen.
Beim Flirten läuft auf dem Subkontinent so einiges anders. Quelle: Imago
Liebe in Indien

Beim Flirten läuft auf dem Subkontinent so einiges anders.

(Foto: Imago)

Das kleine Dorf Samode, tief in der Einöde des Bundesstaates Rajasthan, hat eigentlich nur ein Schlösschen als Sehenswürdigkeit. Die Dorfjugend weist Besucher aber gerne noch auf eine weitere Attraktion hin. „Der Garten der Liebe“, sagt einer der Jungs und zeigt auf ein paar Büsche, der heimliche Treffpunkt für die verliebte Jugend des Städtchens. „Man muss aber auf die Leoparden aufpassen.”

Mit der Liebe ist es eine schwierige Sache in Indien. Sex vor der Ehe bleibt ein Tabu, im Land der arrangierten Ehe gestaltet sich die Partnersuche auf eigene Faust oft schwierig, und das Daten noch schwieriger. Ausgerechnet hier eröffnet die Dating-App Tinder jetzt ihr allererstes Auslandsbüro – auch, um sich den Bedürfnissen der Inder in Sachen Liebe besser anzupassen.

„Wir müssen abwarten und beobachten. Einer der Gründe, weswegen wir hier jetzt ein Büro haben ist auch, damit wir die indischen Nutzer besser verstehen“, sagte die neue Indien-Chefin, Taru Kapoor, dem Online-Portal Quartz India.

Tinder hat den Markt für Dating-Portale revolutioniert, vielleicht sogar die Partnersuche überhaupt. Für manche ist die App schnell und unkompliziert, für andere oberflächlich. Nutzer bekommen nur ein paar Bilder von anderen Usern in einem bestimmten Umkreis zu sehen. Unter den Fotos stehen noch ein paar zusätzliche Details, beispielsweise „suche was Ernstes”, oder „halb Ninja, halb Altphilologe“. Wischen beide mit dem Finger auf dem Display nach rechts, kann das Paar chatten und sich verabreden.

Tipps für die Beziehung am Arbeitsplatz
huGO-BildID: 34191411 Two children whisper during the memorial service for Nelson Mandela at the Bryanston Methodist Church in Bryanston suburb of Jo
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Auch wenn man sich mit einem anderen Kollegen gut versteht, sollte man ihm nicht jedes Beziehungsdetail zuflüstern. Die Gefahr ist groß, dass die vermeintlichen Geheimnisse die Runde im Büro machen. Vor allem wenn der Partner von dem Vertrauensbruch erfährt, könnte das zu Spannungen führen.

NSA
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Wer eine Beziehung am Arbeitsplatz führt, sollte das nicht geheim halten. Besser ist es, mit offenen Karten spielen und das Verhältnis mit dem Vorgesetzten zu besprechen. In vielen Fällen kann so Ärger und Gerede im Büro vermieden werden.

huGO-BildID: 3659527 Die Mittagspause im Freien geniessen am Donnerstag, 15. April 2004, einige Sonnenhungrige in einem Cafe auf dem Frankfurter Roem
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Wer die Mittagspause auch einmal mit anderen Kollegen verbringt, läuft weniger Gefahr, nur noch als „das Büro-Paar“ bezeichnet zu werden. Für Menschen mit einer Beziehung am Arbeitsplatz sollte es wichtig sein, weiterhin als unabhängige Person wahrgenommen zu werden.

"Bär" radelt durch die Aue
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Kosenamen wie „Bärchen“, Küssen und Händchenhalten sind zwischen Kopierer und Meetingraum nicht gern gesehen. Eine Anzeige wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses wird es wohl nicht nach sich ziehen, aber man kann sich Zärtlichkeiten auch für den Feierabend aufheben.

Nacken, Nackenschmerzen
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Zu Spannungen führen kann eine Beziehung zum Chef: Wenn ein Partner eine höhere Führungsposition in der Firma innehat, sollte das der andere nicht ausnutzen und sich Vorteile im Beruf verschaffen. Bissige Kommentare wären in diesem Fall das geringste Übel, häufig kommt es dadurch auch zu Mobbing am Arbeitsplatz. Dann sollte man über einen Berufswechsel nachdenken.

Streit um Futter
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Streit im Büro ist Tabu. Kollegen und Vorgesetzte sollten nicht als Schlichter oder Befürworter genutzt werden, das schadet dem Arbeitsklima. Falls eine Auseinandersetzung sofort geklärt werden muss, sollte man das lieber vor den Türen des Büros tun. Und ansonsten: Die Diskussion auf nach die Arbeit verschieben.

Streitschlichtungszentrum geplant
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Falls die Beziehung scheitert, sollten die Ex-Partner sachlich darüber reden, wie es am Arbeitsplatz weitergeht. Die Atmosphäre im Betrieb sollte keinesfalls unter privaten Streitigkeiten leiden. Auch über einen Arbeitsplatzwechsel sollte nachgedacht werden.

Die App ist der Teil der zur Match-Gruppe, zu der auch andere Partner-Portale wie OkCupid oder Friendscout24 gehören, und die Ende November mit einem Börsengang rund 400 Millionen US-Dollar eingenommen hat. Geld verdient die App mit Premium-Mitgliedschaften sowie mit Werbung. Jeden Tag wird nach eigenen Angaben rund 1,4 Milliarden Mal nach links oder rechts gewischt, und zwar in mittlerweile 196 Ländern. Indien soll nun „eines der Kernmärkte werden“, teilt das Unternehmen mit.

Inder chatten besonders gern
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