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Fragen und Antworten Das müssen Sie zum Microsoft-Konzernumbau wissen

Microsoft steht vor einem umfangreichen Konzernumbau und spaltet sich intern in zwei Teile auf. Die wichtigsten Fragen und Antworten.
Update: 29.03.2018 - 20:38 Uhr 1 Kommentar
Der Konzern spaltet sich intern in zwei Teile auf. Quelle: Reuters
Microsoft

Der Konzern spaltet sich intern in zwei Teile auf.

(Foto: Reuters)

Redmond, San Francisco, Düsseldorf Der Software- und Hardware-Riese Microsoft hat am Donnerstag einen weitreichenden Konzernumbau angekündigt. Der Konzern soll intern in zwei Teile aufgespalten werden. Ein Unternehmensteil soll sich künftig auf Geräte und Nutzererlebnis fokussieren, während sich der andere Unternehmensteil auf Cloud-Dienste und Künstliche Intelligenz (KI) spezialisieren soll.

Das teilte Microsoft-CEO Satya Nadella in einer E-Mail an die Mitarbeiter mit. Der US-Sender CNBC hatte zuerst darüber berichtet. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Microsoft-Konzernumbau:

Wer soll die neuen Unternehmenseinheiten leiten?

Rajesh Jha soll den Unternehmensteil Geräte und Nutzererlebnis leiten. Die Leitung des Cloud- und KI-Teils soll Scott Guthrie übernehmen.

Wie begründet Microsoft-CEO Satya Nadella den Schritt?

„Wir können nicht zulassen, dass organisatorische Grenzen Innovationen für unsere Kunden behindern. Deshalb ist eine Kultur des Wachstumsdenkens wichtig“, begründete Nadella die interne Aufspaltung des Konzerns. Nadella arbeitete in den vergangenen Jahren daran, das Geschäft von Microsoft stärker über das Windows-Betriebssystem hinaus auszubauen, das einst den Grundstein für den Software-Konzern legte.

Eine zentrale Marschrichtung dabei waren Cloud-Dienste, bei denen Software, Daten und Rechenkapazität aus der Internet-„Wolke“ bereitgestellt werden. Eine intelligente Cloud und intelligente Geräte würden die nächste Phase der Innovationen bestimmen, schrieb Nadella jetzt in seiner E-Mail an die Mitarbeiter.

Die interne Reorganisation wird laut Microsoft-CEO Nadella „Monate dauern“. Der Vorstandschef wird kommende Woche in mehreren Fragestunden für die rund 120.000 Mitarbeiter weltweit zur Verfügung stehen.

Was passiert mit dem Microsoft-Chef nach dem Konzernumbau?

Nadella bleibt auch nach dem Umbau CEO des Gesamtkonzerns.

Welche Top-Manager müssen gehen?

Der langjährige Windows-Chef Terry Myerson verlässt Microsoft im Zuge des Unternehmensumbaus. Myerson, der mehr als 20 Jahre bei Microsoft war, hatte bisher die große Sparte geleitet, die für Windows und die Geräte von Microsoft wie die Surface-Tablets zuständig war.

Nadella habe Myerson die Trendwende nicht zugetraut, sagt Gartner-Analyst Werner Goertz. „Er war im Unternehmen nicht beliebt. Ihm fehlte die große strategische Vision und die Fähigkeit, einen relativ großen Mitarbeiterstab zu führen.“

Wie beurteilen Analysten den Microsoft-Konzernumbau?

Nach Ansicht des Gartner-Analysten Werner Goertz steht die Umstrukturierung für den neuen Kurs, den Konzernchef Satya Nadella Microsoft verordnet hat: „Das Unternehmen sieht seine Zukunft bei Cloud-Produkten, künstlicher Intelligenz und Quantum Computing. Das sind die strategischen Schwerpunkte, auf die sich Microsoft künftig ausrichtet.“

Das Betriebssystem Windows löse sich vom PC-Rechner, werde zur übergreifenden Plattform, das Enterprisegeschäft von Microsoft wandere in die Cloud. „Nadella hat relativ schnell eingesehen, dass das Hardware- und Konsumentengeschäft zweitrangig ist.“

Die Entscheidung stehe für eine grundsätzliche Neuausrichtung des Unternehmens. „Microsoft verabschiedet sich von der Hardware“, so der Gartner-Analyst. Der Prozess habe sich abgezeichnet, besonders im Verkauf der Mobilsparte Nokia. Auch der Tablet-Rechner Surface sei zwar gut gestartet, doch es gebe immer weniger Grund für Microsoft, sich weiter auf das Gerät zu konzentrieren. „Das Hardware-Massengeschäft liegt nicht in Microsofts Kernkompetenz.“

Der Schritt könnte Microsoft zu neuem Wachstum verhelfen, glaubt Goertz. „Das Cloudgeschäft und die Geschäftsmodelle rund um neue Technologien wie Künstliche Intelligenz sind noch sehr jung. Im Vergleich zum klassischen Office-Geschäft, das es seit den 70er-Jahren gibt, ist der Markt bislang noch weniger hart umkämpft.“

Worauf müssen sich Investoren einstellen?

Für Analysten und Investoren wird sich durch die Reorganisation zunächst nichts ändern, sagte eine Microsoft-Sprecherin auf Anfrage. Das bisherige Berichtswesen an die Börsenaufsicht, aufgeteilt in drei Sparten, werde beibehalten. Quartalsabschlüsse werden so auch in Zukunft vergleichbar bleiben.

Wie stellt sich die Konkurrenz auf?

Microsofts neue interne Struktur ahmt die Organisation des Onlinehändlers Amazon nach. Konzernchef Jeff Bezos hat ebenfalls den Zukunftsbereich Cloud Computing und damit indirekt Künstliche Intelligenz als eigenständigen Bereich Amazon Web Services (AWS) aus dem Rest des Handelskonzerns ausgegliedert.

Microsoft geht nicht ganz so weit, aber die Reorganisation wird diesen finalen Schritt einfacher machen. AWS ist mit Wachstumsraten von 40 Prozent Wachstumschampion innerhalb des Amazon-Konzerns. AWS dürfte Microsoft vor allem im Geschäftskundenbereich große Konkurrenz machen. „Die Produkte von Amazon sind viel flexibler. Das macht sie vor allem für kleinere und mittelständische Firmen interessant“, sagt Gartner-Analyst Goertz.

Microsofts Gegenstück Azure ist zwar noch kleiner als AWS, wächst laut Analysten mit 90 Prozent pro Quartal derzeit aber schneller.

Alphabet hat sein Cloudgeschäft bei Google integriert und weist es noch nicht gesondert aus.

Wie sehen Analysten die Zukunft von Microsoft?

Morgan Stanley hat erst am Montag sein Kursziel für die Microsoft-Aktie auf 130 Dollar angehoben und erklärt, binnen eines Jahres dürfte die Marktkapitalisierung den Wert von einer Billion Dollar übersteigen. Als Hauptargument gilt das jetzt auch von CEO Nadella intern aufgewertete Cloudgeschäft, in dem Microsoft mit Azure und Angeboten wie Office365 so gut aufgestellt sei wie kein anderer Anbieter – inklusive Amazons AWS.

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1 Kommentar zu "Fragen und Antworten: Das müssen Sie zum Microsoft-Konzernumbau wissen"

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  • "Microsoft spaltet sich auf!" Eine ganz schön reißerische Oster-Headline für eine simple interne Reorganisation. Unter einer Aufspaltung eines Unternehmens verstehe ich andere Dimensionen.

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