Französische Telekombranche SFR und Numericable vor Milliarden-Fusion

In Frankreichs Telekombranche bahnt sich ein Milliarden-Geschäft an. Die Fusion von Numericable und SFR soll in den nächsten Wochen festgezurrt werden. Es ist nicht das erste Mal, das beide Seiten Gespräche führen.
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Der Mischkonzern Vivendi treibt derzeit die Abspaltung seiner Mobilfunk-Tochter SFR voran. Quelle: Reuters

Der Mischkonzern Vivendi treibt derzeit die Abspaltung seiner Mobilfunk-Tochter SFR voran.

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ParisIn Frankreich bahnt sich ein milliardenschwerer Zusammenschluss in der Telekommunikationsbranche an. Vivendi machte am Montag ein Interesse an seinem Mobilfunkunternehmen SFR bekannt. Der Hauptaktionär der Kabelgesellschaft Numericable, Altice, habe dies bekundet. Ein formelles Angebot gebe es jedoch bislang nicht.

Insider sagten, der Vorschlag bewerte SFR mit rund 15 Milliarden Euro. Vivendi werde einen rund 30-prozentigen Anteil an dem neuen Gemeinschaftsunternehmen aus SFR und Numericable halten. Der Mischkonzern Vivendi treibt derzeit die Abspaltung seiner Mobilfunk-Tochter voran. Dem einstigen Gewinnbringer machen Billigangebote des Konkurrenten Iliad schwer zu schaffen.

Die Zeitung „Les Echos“ berichtete, die Unternehmen hätten sich im Prinzip bereits geeinigt. Das Geschäft solle in den nächsten Wochen festgezurrt werden. Numericable, das zu 40 Prozent zu Altice gehört, ist erst im November an die Börse gegangen und galt davor selbst als Übernahmekandidat für SFR und den Branchenrivalen Bouygues.

Experten zufolge könnten durch den Zusammenschluss die Kosten signifikant gesenkt werden. SFR könnte etwa Numericable-Leitungen nutzen und damit viel Geld sparen.

Ende 2012 führten beide Seiten schon einmal Fusionsgespräche, die jedoch nicht zum Erfolg führten. Seither hat Altice-Gründer Patrick Drahi sowohl Numericable als auch Altice an die Börse gebracht, um seine Finanzkraft zu stärken. Zu Altice gehören neben Kabelnetzen in Frankreich auch Netze in Belgien und Mobilfunkunternehmen in Israel. Der Konzern in seiner jetzigen Form ist durch jahrelange Zukäufe entstanden. Es profitiert vom wachsenden Investoreninteresse am Kabelgeschäft. Immer mehr Verbraucher nutzen das Kabel anstelle des Mobilfunks, um fernzusehen und für einen schnellen Internetzugang.

Auch in Deutschland ist die Branche im Umbruch. Die hiesige Tochter der spanischen Telefonica will E-Plus für 8,6 Milliarden Euro kaufen. Kabel Deutschland wurde im Herbst für knapp elf Milliarden Euro von Vodafone geschluckt.

  • rtr
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