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Frauenquote Telekom plant Teilzeitjobs für Führungskräfte

Telekom-Personalvorstand Thomas Sattelberger reicht eine Frauenquote nicht. Er strebt eine ganz neue Unternehmenskultur an – mit kürzeren Arbeitszeiten für Manager und E-Mail-Pausen an den Wochenenden. Im Interview spricht er über den Sinn der Quote, Seilschaften in Unternehmen und warum er nach wie vor überzeugt davon ist, dass andere deutsche Unternehmen folgen werden.
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Telekom-Personalvrostand Thomas Sattelberger: In der Führungsebene wird Ähnlichkeit produziert. Quelle: dpa

Telekom-Personalvrostand Thomas Sattelberger: In der Führungsebene wird Ähnlichkeit produziert.

(Foto: dpa)

Herr Sattelberger, Sie haben sich mit der Frauenquote zum Anwalt weiblicher Führungskräfte aufgeschwungen. Wie viele Chefinnen gibt es in ihrem eigenen Ressort?

Wir haben deutlich über 30 Prozent der neu zu besetzenden Führungspositionen an Frauen vergeben, darunter ganz zentrale Aufgaben wie die der Personalchefin für den Bereich Systemintegration mit über 20 000 Beschäftigten. Insgesamt sind in meinem Ressort rund ein Viertel der Führungskräfte Frauen. Zu wenig!

Das klingt für eine Personalabteilung nicht ungewöhnlich, da arbeiten ja meist viele Frauen. Wie hat sich denn die Zahl der weiblichen Führungskräfte entwickelt, seitdem sie da sind?

Im Personalbereich ist sie um rund zwei bis drei Prozent gestiegen. Insgesamt sind bei der Telekom weltweit 19 Prozent der Führungspositionen mit Frauen besetzt, in Deutschland dagegen nur 13 Prozent, was dem Durchschnitt in den Dax-Konzernen entspricht.

Wieso ist die Lage im Ausland besser?

Vor allem in Osteuropa und in den USA ist der Anteil deutlich höher als bei uns. Gerade nach dem Zusammenbruch des Sozialismus haben viele Frauen in der neu entstehenden Privatwirtschaft ihre Chancen ergriffen. In Skandinavien ist die Quotierungsdebatte bereits gelaufen, in anderen Nationen wie den Niederlanden und in Frankreich sind Gesetze auf dem Weg. In Deutschland stecken wir dagegen noch mittendrin in der Diskussion.

Als sie die Quote Mitte März angekündigt haben, sagten Sie, Sie hoffen, dass weitere Unternehmen würden der Telekom folgen. Sind Sie enttäuscht, dass es bislang noch nicht dazu gekommen ist?

Ich bin immer noch fest davon überzeugt, dass weitere Konzerne folgen. Die öffentliche Selbstverpflichtung eines riesigen deutschen Unternehmens wie der Telekom auf die Quote hat zu intensiven Diskussionsprozessen in anderen Unternehmen geführt, das höre ich von meinen Kollegen. Das ist ja auch eine Frage der Reputation. Es kann ja auch nicht sein, dass die Wirtschaft sich in dieser Frage von der öffentlichen Meinung isoliert.

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7 Kommentare zu "Frauenquote: Telekom plant Teilzeitjobs für Führungskräfte"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Es zeigt sich hier, dass die Telekom in Deutschland ein führendes Unternehmen ist, und zwar führend im sehr positiven Sinn. Man könnte fast dagen: Es ist undeutsch. Wir hätten beispielsweise keine bankenkriese, wenn 'Lehman brothers' unter 'Lehman Sisters' gelaufen wäre. Frauen sind hinsichtlich des Managements nicht generell besser als Männer, aber halt anders.

  • Leider muss man als Telekom-Kunde davon ausgehen, dass das Niveau weiter absinkt. Wenn Mitarbeiter nicht mehr nach Tüchtigkeit und Qualifikation befördert werden und der Chef stolz verkündet, dass man anstrebt noch weniger erreichbar zu sein wird das in der Tat mittelfristig die "Unternehmenskultur" ändern. Gute Nacht Telekom. Und dass das Ganze wiedermal eine Verächtlichmachung männlicher Leistungen ist und eigentlich Sexismus macht die Sache noch schlimmer. ich bin vor kurzem mit allen Verträgen zur Konkurenz gewechselt. ich als Kunde erwarte eine erstklassige technische Leistung für mein Geld und keine feministische ideologie.

  • @Gegen die Quote: >> Frauen sind einfach die besseren Menschen - das wollten Sie uns doch damit sagen, oder?

    Nein, das wäre wohl vermessen und war auch nicht meine intention. Gleichberechtigung ist schön und gut, sie drückt sich nur nicht in Führungspositionen in der Wirtschaft aus. UNd da wird meiner Meinung nach einfach großes Potenzial verschenkt.

  • >> Dass Frauen bessere Führungskräfte sind, kann man auch an den (anonymen) Chefbewertungen auf www.bizzwatch.de sehen

    Richtig, Frauen sind die besseren Führungskräfte, besser im Studium, besser im zwischenmenschlichen Zusammenleben. Frauen sind einfach die besseren Menschen - das wollten Sie uns doch damit sagen, oder? Können Sie auch mit Studien aufwarten die wissenschaftlichen und statistischen Ansprüchen genügen?

    Wir haben Gleichberechtigung, was wollen Sie noch?



  • Dass Frauen bessere Führungskräfte sind, kann man auch an den (anonymen) Chefbewertungen auf www.bizzwatch.de sehen: Hier haben Frauen eindeutig bessere Noten als Männer. Das mag zwar nicht repräsentativ sein, aber ein indiz ist es allemale.
    Anstatt einer Quote braucht es meiner Meinung nach aber eher einen Kulturwandel, ein anderes Denken. Das kann man nicht erzwingen - und das wollen die Frauen auch gar nicht (s. vorigen Kommentar)

  • Seltsam: Alle reden über Fraiuen im Management, aber keiner redet MiT ihnen. in einer „Kronberger Erklärung“ plädieren 60 Spitzenmanagerinnen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gegen eine gesetzliche Quote, wie sie aktuell in der Politik diskutiert wird. Die Managerinnen im Alter zwischen 33 und 43 Jahren sind alle Preisträgerinnen der initiative „Generation CEO“ ( http://www.heinerthorborg.com/generation-ceo.html ), die der Frankfurter Top-Personalberater Heiner Thorborg gegründet hat und dessen Schirmherrin bundesministerin Dr. Kristina Schröder ist.
    Die Managerinnen sprechen sich explizit dafür aus, das Potential an Talenten besser auszuschöpfen. Sprecherin der initiative ist ines Kolmsee, CEO der SKW Holding AG.
    Kern der Forderungen der Managerinnen ist, „eine bessere balance männlicher und weiblicher Talente auch in Spitzengremien der Wirtschaft herzustellen“. Die Managerinnen setzen auf die Überzeugung und Verantwortung der Vorstandsvorsitzenden, die diesen Kulturwandel nicht delegieren, sondern anführen müssen.

  • Erst wenn der letzte beamte diesen Laden verlassen hat, wird man von der Telekom als AG sprechen können. Es ist in den Köpfen der rosaroten Trruppe noch nicht angekommen, dass man selbst nachdenken muss und nicht auf jedes Geblubber der Politik anspringen darf.

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