Geheimdienstausschuss So pochte das Herz des Twitter-Chefs während seiner Anhörung im US-Senat

Jack Dorsey hat die Auswertung seines Pulses vor und während der Befragung im US-Senat veröffentlicht. Sein Herz schlug schneller als gewöhnlich.
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Jack Dorsey twitterte die Auswertung seiner Herzschlagfrequenz während der Befragung. Quelle: dpa
Anhörung im US-Senat

Jack Dorsey twitterte die Auswertung seiner Herzschlagfrequenz während der Befragung.

(Foto: dpa)

DüsseldorfGründe, sich gestresst zu fühlen, hatte Jack Dorsey am Mittwoch genug. Der Twitter-Gründer sagte gemeinsam mit Facebook-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg zunächst vor dem Geheimdienstausschuss im US-Senat aus. Es ging um den Vorwurf, die Tech-Unternehmen unternähmen zu wenig im Kampf gegen Falschnachrichten und die Beeinflussung von US-Wahlen durch ausländische Akteure. Anschließend wurde Dorsey vor dem Komitee für Energie und Handel des Repräsentantenhauses dazu befragt, wie Twitter die Inhalte überwacht, die Nutzer auf der Kurznachrichten-Plattform veröffentlichen.

Wie stark Dorsey während der Befragungen unter Druck stand, zeigt eine Auswertung seines Pulses, die der Unternehmer selbst bei Twitter veröffentlichte. Der Screenshot einer Gesundheitsapp zeigt in der Nacht vor der Anhörung einen sehr niedrigen Ruhepuls mit einem Minimalwert von 44 Herzschlägen pro Minute. Auf solche Werte kommen nur sehr sportliche Menschen, der gewöhnliche optimale Ruhepuls eines Erwachsenen liegt bei 60 bis 70 Schlägen.

Um 9:30 Uhr Washingtoner Zeit begann die erste Anhörung – und Dorseys Puls schnellte deutlich nach oben. Bei seiner Einzelanhörung ab 12.30 Uhr erreichte er einen Höchstwert von 109 Herzschlägen pro Minute. Erst am Nachmittag, nach den Befragungen, sanken die Werte wieder in den Normalbereich.

In der Anhörung versicherten sowohl Dorsey als auch Facebooks Vorstandsmitglied Sandberg, wie wichtig ihnen der Schutz der demokratischen Wahlen und der Kampf gegen Manipulatoren und Falschnachrichten seien. Beide Manager unterstrichen ihre Bereitwilligkeit, mit der Regierung und ihren Ermittlern zusammenzuarbeiten, und räumten Versäumnisse ein.

So entschuldigte sich Sandberg erneut dafür, nicht schneller reagiert zu haben, als bei den amerikanischen Präsidentschaftswahlen im Jahr 2016 der Verdacht russischer Manipulationsversuche aufkam. Doch mittlerweile habe ihr Konzern „Hunderte“ unglaubwürdige Seiten und Nutzerkonten gelöscht. Dorsey kündigte an, Nutzer künftig alarmieren zu wollen, wenn diese einem Fake-Account gefolgt sind, und das Profil nicht nur zu sperren, wie es bisher der Fall ist.

Große Kritik schlug Google entgegen: Weder Konzernchef Sundar Pichai noch Gründer Larry Page waren der Vorladung gefolgt. Eine Befragung des Anwalts Ken Walker, der Mountain View bereits bei vorherigen Anhörungen vertreten hatte, lehnten die Politiker ab.

Dass ein so prominenter Unternehmer wie Jack Dorsey seine Gesundheitsdaten veröffentlicht, ist ungewöhnlich, auch wenn der Markt für Gesundheitsapps boomt. Mittlerweile gibt es zahlreiche Anwendungen für Smartphones, Tablets und Smartwatches. Bei vielen Apps sind zwar weder Nutzen noch Effizienz belegt, bei anderen Programmen konnte hingegen die Wirksamkeit nachgewiesen werden. Eine Anti-Migräne-App ist 2016 sogar mit einem Preis ausgezeichnet worden.

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