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Genauer Auslöser des Paukenschlags weiter offen IG Metall lässt die Korken knallen

Die Ablösung von Infineon-Chef Ulrich Schumacher ist vor allem für die IG Metall ein Triumph. Die Gewerkschafter hatten sich zahlreiche Fehden mit dem umstrittenen Top-Manager geliefert - und fühlen sich nun in ihrer kritischen Haltung gegenüber dem ungeliebten Vorstandsboss bestätigt.

HB MÜNCHEN. Auf der entscheidenden Aufsichtsratssitzung stimmten nun auch die übrigen Kontrolleure in den Gewerkschaftschor ein. „Wir haben schon eine Flasche Prosecco aufgemacht“, sagte der langjährige Aufsichtsrat Wolfgang Müller am Freitag einen Tag nach dem überraschenden Führungswechsel in München. „Wir haben mit unseren sachlichen Kritikpunkten Recht gehabt. Das schon eine Genugtuung.“

Für die Gewerkschaften war Schumacher der Inbegriff einer unerwünschten amerikanischen Management-Kultur. Der Vorstandsvorsitzende wiederum tat alles, um die Gewerkschaften zu reizen und ihren Einfluss zurückzudrängen. Den Abgang Schumachers sieht die IG Metall nun auch als wichtiges Signal, dass in Deutschland mit seinem Mitbestimmungsmodell nicht alles geht, was anderswo den Profit steigert.

Der amtierende Aufsichtsrat Dieter Scheitor zählte am Freitag noch einmal auf, was die IG Metall Schumacher alles vorwarf. „2001 hat er alle Beschäftigte in der Probezeit rausgeworfen.“ Danach habe er weiter massiv Stellen abgebaut und Konzernfunktionen ins Ausland verlagert. Ein besonderes rotes Tuch war für die Gewerkschaft die von Schumacher propagierte Einführung einer „Performance Culture“. Mit Hilfe des Programms sollten „Schwachleister“ im Konzern identifiziert werden. Finanzvorstand Peter Fischl kündigte zwar am Freitag an, Infineon halte an der grundsätzlichen Strategie fest. Zumindest aber der Umzug der Konzernzentrale ins Ausland, mit dem Schumacher immer wieder liebäugelte, ist ab sofort vom Tisch.

Nicht nur die Strategie, auch Schumachers Führungsstil spielten bei dem Zerwürfnis eine Rolle. So soll er sich mit seinen Vorstandskollegen überworfen haben. „Schumacher hat in alle Bereiche reinregiert“, heißt es in Unternehmenskreisen. Dabei sei er stets gut informiert gewesen. „Er hatte seine eigene Stasi, so wurde das im Unternehmen genannt.“ Auch ein ehemaliger Vertrauter von Schumacher betont, dass dieser sich im Unternehmen eine Reihe von Seilschaften aufgebaut habe. „Da wird es jetzt noch weitere personelle Veränderungen geben.“

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