Georg von Holtzbrinck-Preis 2016 „Werteorientierter Journalismus ist wichtiger denn je“

Am Montagabend haben Verleger Dieter von Holtzbrinck und Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart die besten Wirtschaftsjournalisten des Jahres ausgezeichnet – darunter die Enthüller der Steueraffäre „Panama Papers“.
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Diese Wirtschaftsjournalisten wurden ausgezeichnet
Feierliche Preisverleihung in Frankfurt
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Im Bild (v.l.): WirtschaftsWoche-Chefredakteurin Miriam Meckel, Lars-Marten Nagel, Marcel Pauly (Welt N24 GmbH), Björn Stephan, Fritz Zimmermann (Die Zeit), Handelsblatt-Redakteurin Nicole Bastian, Claus Kleber (ECO Media TV-Produktion GmbH), Vanessa Wormer (Süddeutsche Zeitung), Klaus-Peter Mueller (Commerzbank), Jochen Wegner (Zeit Online), Henrik Müller (Institut für Journalistik, TU Dortmund), Handelsblatt-Verleger Dieter von Holtzbrinck und Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart.

Kategorie „Text“
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Der diesjährige Preis in der Kategorie „Text“ geht an die Süddeutsche Zeitung-Redakteure Frederik Obermaier, Bastian Obermayer und Vanessa Wormer für ihre Berichterstattung über die „Panama Papers“. Im Bild: Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart mit Vanessa Wormer.

Kategorie „Interaktive Multimedia-Speziale“
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Für ihre Analyse „Wettlauf gegen den Verfall“ werden die Welt-Reporter Lars-Marten Nagel und Marcel Pauly ausgezeichnet. „Die Autoren schaffen es in ihrem interaktiven Multimedia-Spezial für WeltN24, ein Thema von direkter Relevanz für viele Nutzer – den teils jämmerlichen Zustand der Brücken in Deutschland – in ebenso anschaulicher wie tiefgehender Weise zu präsentieren“, lobte Laudator Prof. Dr. Henrik Müller (rechts), Professor an der Technischen Universität Dortmund, das Projekt.

Kategorie „Audiovisuell“
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Die Gewinner der Kategorie „Audiovisuell“ sind in diesem Jahr Angela Andersen und Claus Kleber mit ihrer ZDF-Dokumentation „Schöne neue Welt“ über die Visionen der kalifornischen Hightech-Firmen. Im Bild: Laudator Klaus-Peter Müller, Aufsichtsratsvorsitzender der Commerzbank AG, mit Claus Kleber (links).

Ferdinand Simoneit-Nachwuchspreis
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Der Ferdinand Simoneit-Nachwuchspreis für Wirtschafts- und Finanzjournalismus wird an die Zeit-Redakteure Björn Stephan und Fritz Zimmermann für ihren Artikel „Herr Horst kauft sich ein Dorf“ verliehen. Es gratuliert Laudatorin Miriam Meckel, Chefredakteurin der WirtschaftsWoche.

Verleger Dieter von Holtzbrinck
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„In diesen Zeiten ist kompetenter, ethisch fundierter und werteorientierter Journalismus wichtiger denn je“, sagte Verleger Dieter von Holtzbrinck im Beisein von rund 120 geladenen Gästen.

Feierliches Beisammensein
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Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart (v.l.), Verleger Dieter von Holtzbrinck und Commerzbank-Aufsichtsratsvorsitzender Klaus-Peter Müller lassen den Abend in Frankfurt ausklingen.

FrankfurtÜber den Dächern Frankfurts wurden am Montagabend die besten Wirtschaftsjournalistinnen und -journalisten des Landes mit dem Georg von Holtzbrinck-Preis für Wirtschaftspublizistik 2016 ausgezeichnet. „In diesen Zeiten ist kompetenter, ethisch fundierter und werteorientierter Journalismus wichtiger denn je“, sagte Verleger Dieter von Holtzbrinck im Beisein von rund 120 geladenen Gästen. Unter seinem Vorsitz kürte eine hochkarätige Jury im fünfzigsten Stock des Commerzbank-Towers die beste journalistische Leistung in den Kategorien Text, interaktive Multimedia-Speziale und Audiovisuell. Darüber hinaus wurde der Ferdinand Simoneit-Nachwuchspreis vergeben.

Der diesjährige Preis in der Kategorie „Text“ geht an die Süddeutsche Zeitung-Redakteure Frederik Obermaier, Bastian Obermayer und Vanessa Wormer für ihre Berichterstattung über die „Panama Papers“.

Die Preisträger schildern in einer Vielzahl von Artikeln, wie Staatschefs, Diktatoren und Sportstars mithilfe eines in Panama ansässigen Offshore-Dienstleisters ihr Vermögen vor den Finanzbehörden verschleiern. Laudator Gabor Steingart, Herausgeber des Handelsblatts: „Das Endergebnis der Recherche um die Panama Papers ist ein Weltaufschlag, der es mit der Flick-Affäre oder mit Watergate aufnehmen kann.“

In der Kategorie „Interaktive Multimedia-Speziale“ werden die Welt-Reporter Lars-Marten Nagel und Marcel Pauly für ihre Analyse „Wettlauf gegen den Verfall“ ausgezeichnet. „Die Autoren schaffen es in ihrem interaktiven Multimedia-Spezial für WeltN24, ein Thema von direkter Relevanz für viele Nutzer – den teils jämmerlichen Zustand der Brücken in Deutschland – in ebenso anschaulicher wie tiefgehender Weise zu präsentieren“, lobte Laudator Prof. Dr. Henrik Müller, Professor an der Technischen Universität Dortmund, das Projekt.

Die Gewinner der Kategorie „Audiovisuell“ sind in diesem Jahr Angela Andersen und Claus Kleber mit ihrer ZDF-Dokumentation „Schöne neue Welt“ über die Visionen der kalifornischen Hightech-Firmen. Im Bild: Laudator Klaus-Peter Müller, Aufsichtsratsvorsitzender der Commerzbank AG, mit Claus Kleber (links). Quelle: Bernd Roselieb für Handelsblatt
Kategorie „Audiovisuell“

Die Gewinner der Kategorie „Audiovisuell“ sind in diesem Jahr Angela Andersen und Claus Kleber mit ihrer ZDF-Dokumentation „Schöne neue Welt“ über die Visionen der kalifornischen Hightech-Firmen. Im Bild: Laudator Klaus-Peter Müller, Aufsichtsratsvorsitzender der Commerzbank AG, mit Claus Kleber (links).

(Foto: Bernd Roselieb für Handelsblatt)

Die Gewinner der Kategorie „Audiovisuell“ sind in diesem Jahr Angela Andersen und Claus Kleber mit ihrer ZDF-Dokumentation „Schöne neue Welt“ über die Visionen der kalifornischen Hightech-Firmen.

„Frau Andersen und Herr Kleber tauchen in ihrer Reise durch das Silicon Valley in eine komplett andere Welt ein und vermitteln auf eindrucksvolle und verständliche Weise, welche Welle an revolutionären Veränderungen in den kommenden Jahren auf uns zurollen wird“, sagt Laudator Klaus-Peter Müller, Aufsichtsratsvorsitzender der Commerzbank AG.

Der Ferdinand Simoneit-Nachwuchspreis für Wirtschafts- und Finanzjournalismus wird an die Zeit-Redakteure Björn Stephan und Fritz Zimmermann für ihren Artikel „Herr Horst kauft sich ein Dorf“ verliehen. Die Autoren schildern darin, wie sich ein kleiner Ort an der Ostseeküste verändert, als er nach der Wende peu à peu unter den Einfluss eines Investors aus dem Westen gerät.

Laudatorin Miriam Meckel, Chefredakteurin der WirtschaftsWoche: „Wie unter einem Brennglas entwickelt die Reportage die großen Konfliktlinien an einem kleinen lokalen Beispiel: Kapitalismus gegen Demokratie, Geld gegen Volk, oder eben: der Investor Horst gegen das Dorf Göhren.“

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8 Kommentare zu "Georg von Holtzbrinck-Preis 2016: „Werteorientierter Journalismus ist wichtiger denn je“"

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  • @Hans Mayer

    Systemnutten fällt mir dazu ein

  • Eher eine Party, bei der man sich selbst feiert, kennen wir ja bereits zur genüge.
    Die, welche ganz stramm in einer Reihe zum Establishment stehen, werden geehrt.
    Die Medien in unserem Land haben absolut nichts mit Journalismus zu tun, sie sind zu Lobbyisten der Altparteien und des Establishments geworden, welche nur ihre eigenen Vorteile kennen und für diese Handeln.
    Sowas zu feiern ist schon etwas abgehoben

  • „In diesen Zeiten ist kompetenter, ethisch fundierter und werteorientierter Journalismus wichtiger denn je“

    Ohje. Jetzt wollen Sie wieder die Glaubwürdigkeit herstellen :-)

    Das geht nicht durch Worte sonder durch Taten!!

    An Taten werdet Ihr gemessen! Verstanden?

  • „Werteorientierter Journalismus ist wichtiger denn je“

    Da stellt sich nur die Frage, welche "Werte" hier dann zugrunde liegen........

  • „In diesen Zeiten ist kompetenter, ethisch fundierter und werteorientierter Journalismus wichtiger denn je“,

    Ganz ehrlich! Ich tu mich mit dem Begriff in Zeiten von Strg-C Strg-V sehr schwer. Eine Berufsethik ist immer wichtig. Aber aktuell muss ich sagen, dass dieser Begriff mir Bauchschmerzen bereitet. Ich glaube er ist aktuell mehr Teil der Postfakten-Ära.

    Wenn man die deutsche Nachrichtenlage z.B. mit der Züricher Zeitung oder mit BBC vergleicht, glaubt man oft nicht, dass es dieselbe Welt ist. Der Vorwurf der Postfakten-Welt wird dann nur auf andere angewendet, nicht auf den Mainstream selbst...

  • Statt mit Werten sollte sich eine Wirtschaftsjournalismus mit der Basis einer funktionierenden Marktwirtschaft beschäfiigen.
    Und das ist eine von der Politik freien wirtschaftlcihe MEHRWERT Schöpfungskette. Ein Wirtschaftsjournailsmus hat die Politik zu kritiersen sobald diese der wirtschaftlichen Mehrwertschöpfung die Freiheit einschränken will zum Nachteil der gesamten Marktgesellschaft.

    Wohlstand und Moderne entsteht nicht aus Werten der Toleranz, Moral und falschverstandenen Nächstenliebe sonder einzig auf Basiis einer FREIEN wirtschaftlichen Mehrwertschöpfung in einer offenen und freien Marktgesellschaft.

  • Mit Werten sind im aktuellen deutschen Journalismus wahrscheinlich nicht die preussischen Werte wie Bescheidenheit, Wahrheitsliebe...gemeint. Ich nehme an, dass die Werte der heutigen Ideologie und (Öko)religion gemeint sind. Letztlich wird eine ideologische Geschlossenheit/Linientreue der Journalisten ausgezeichnet.

    Wenn man die Erkenntnis eines ex. US Präsidenten, dass man zwar alle einige Zeit und einige dauerhaft täuschen kann, aber nicht alle dauerhaft täuschen kann zu Grunde legt, dann legt dies nahe dass der Journalismus eine Krise erlebt.

    Bis in die 90er Jahren konnte man in Deutschland Staatsfernsehen sehen, oder Qualitätszeitungen lesen ohne jeden Artikel auf seinen Wahrheitsgehalt analysieren zu müssen*. Alternative Medien musste man dagegen kritisch hinterfragen. Heute ist dies fast umgekehrt.

    Aufgrund der steigenden Leserzahlen alternativer Medien, der rückläufigen Auflagen der regierungsnahen Medien werden die Redaktionen verkleinert, Zeitungen zusammengelegt. Der Zeitpunkt an dem die alternativen Medien höhere Auflagen erzielen als die regierungsnahen Medien ist möglicherweise näher als viele meinen.

    Für den Journalismus wäre es sinnvoll den ideologischen Spielraum des Systems voll zu nutzen und eine möglichst hohe Zahl wahrheitsnaher, faktenreicher Artikel zu veröffentlichen um die Auflagen zu erhalten und die Zukunft des Journalismus zu sichern.

    *Ich hatte seinerzeit HB und FAZ alternierend gekauft.

  • Wenn "werteorientierter Journalismus“ daraus besteht, dass Journalisten aus ihrer kleinen Heileweltblase nicht herausschauen können, dann ist das nicht der richtige Ansatz.

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