Gewinnsprung dank T-Mobile Der amerikanische Traum der Telekom

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Das „Großmaul“ wird zur Symbolfigur

Telekom: In den USA boomt das Geschäft

Symbolfigur der erneuten Wandlung von T-Mobile US zur Wachstumslokomotive ist John Legere. Den eigenwilligen Manager setzte der einstige Telekom-Chef René Obermann 2012 an die Spitze der zu diesem Zeitpunkt schwer angeschlagenen Amerika-Tochter. Legere bekam den Zuschlag, da er zuvor den Glasfaseranbieter Global Crossing erfolgreich auf Vordermann gebracht hatte. Dafür setzte er allerdings die Hälfte der Belegschaft vor die Tür. Bekannt für seinen rauen Umgangsstil versprach er einen baldigen Turnaround von T-Mobile US. Wegen seiner vollmundigen Ankündigungen hatte er bei Telekom-Vorständen bald den Spitznamen „Großmaul“ weg.

Doch Legere gab alles: Fortan wurde er zum Dauerbotschafter der Firma und trug bei öffentlichen Auftritten stets ein rosa T-Mobile-Hemd unter der schwarzen Lederjacke. Legendär ist sein Versuch, sich auf eine Party des Rivalen AT&T zu schleichen, weil sein Lieblings-Rapper dort spielte. Er wurde an die Luft gesetzt – die Presse berichtete darüber. Bis heute zieht er auf Twitter gerne über die Konkurrenz her.

Substanzieller für den Unternehmenserfolg war aber seine Tarifoffensive, die Mobilfunkkunden nicht mehr für Jahre an den Anbieter bindet, um ein subventioniertes Smartphone zu erhalten. T-Mobile-Kunden erhalten Gerät und Mobilfunkvertrag unabhängig voneinander. Erfolgreich war zudem das Angebot, neue Kunden aus den Laufzeitverträgen der Konkurrenz herauszukaufen. Dazu spendierte die Telekom ab 2012 einen milliardenteuren Netzausbau und schluckte den kleineren US-Konkurrenten MetroPCS. Nach jahrelangem Gefeilsche wurde T-Mobile im Frühjahr 2013 mit Apple handelseinig und nahm das in den USA extrem gefragte iPhone ins Programm. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: Im zweiten Quartal 2013 verbuchte die Telekom zum ersten Mal seit dreieinhalb Jahren wieder mehr Vertragskunden, die besonders lukrativ sind.

Nun gelang der Durchbruch: Mit 58,9 Millionen Kunden verdrängte T-Mobile im zweiten Quartal 2015 Sprint vom dritten Platz in der amerikanischen Mobilfunkbranche. Der Erzrivale zählte gut zwei Millionen Kunden weniger. Die US-Marktführer sind für die Deutschen aus eigener Kraft aber weiter unerreichbar: AT&T und Verizon zählen etwa doppelt so viele Handykunden wie T-Mobile.

Im Deutschlandgeschäft sah es zuletzt danach aus, als ob die Telekom mit ihrem Angebot Magenta1 bei den Kunden punkten konnte. Dabei legen die Bonner verschiedene Verträge zusammen. Das soll die Übersichtlichkeit für den Kunden erhöhen. Zuletzt erklärte der Konzern, das Angebot werde gut angenommen, auch würden viele Kunden dadurch zusätzliche Dienste in Anspruch nehmen. Es wird erwartete, dass die Kundenzahlen der Telekom stabil sind.

Es bleiben Baustellen
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5 Kommentare zu "Gewinnsprung dank T-Mobile: Der amerikanische Traum der Telekom"

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  • Keine Langzeitverträge bei T-Mobil USA ... ? Ja sind wir hier denn blöde uns noch 24 Monats-Veträge andrehen zu lassen und wenn man eine Option mal ändern will laufen die 24 Monate wieder neu an?
    Ich lass mich doch nicht verarschen....

    40 Milliarden und der Preis war in etwa 100% zu teuer für Voicestream? Man Alter, sind das alles Managerintelligenzbestien auf dieser Welt...wir Normalos sind einfach zu blöde für diese Welt;
    wie hoch war denn der goldene Handschlag den der Sommer damals beim Abgang bekam?

    Wenn diese Herrschaften mal alle so wirtschaften müssten wie normale Inhaberunternehmer ...

  • Sicher kommt bald die Milliardenklage aus den USA gegen die Telekom.

  • Ich will mein Geld zurück!
    Auf neudeutsch: "I want my money back"

  • Wo sind übrigens die 40 Milliarden Euro geblieben, die ein gewisser "Ron" Sommer seinerzeit in die USA geschafft hat?

  • Wieder einmal erkennt man, dass die T-Com eine sehr gut durchdachtes Konzept hat und weiß, wie man sogar im U.S. Markt wirtschaftlich erfolgreich ist. Dort, ohne die deutschen ABM-Kräfte kann man offensichtlich Gewinne erwirtschaften. Freie Wahl der Mitarbeiter, keine Mitarbeiter mit Beamten-Denkenund schon klappt es auch mit den Gewinnen.

    Immerhin ist jetzt auch erkennbar, wie man sogar (Ex-) Staats-Firmen in duie Gewinnzone führen kann.

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