Gewinnsprung dank T-Mobile Der amerikanische Traum der Telekom

Von der Ramschware zur wichtigsten Stütze des Konzerns: Der Gewinnsprung bei T-Mobile US lässt auch bei der Deutschen Telekom die Kasse klingeln. Der Bonner Konzern kann den Gewinn auf fünf Milliarden Euro steigern.
Update: 06.08.2015 - 09:27 Uhr 5 Kommentare

Telekom verdient mehr in den USA als in Deutschland

BonnEin Gewinnsprung bei der Amerika-Tochter T-Mobile US lässt bei der Deutschen Telekom die Kassen klingeln. Das Betriebsergebnis (bereinigtes Ebitda) des Bonner Konzerns kletterte von April bis Ende Juni um 13,5 Prozent auf fünf Milliarden Euro. Der Umsatz zog im zweiten Quartal um 15,3 Prozent auf 17,4 Milliarden Euro an, wie die Telekom am Donnerstag mitteilte.

Damit toppt die Telekom die Markterwartungen leicht: Von Reuters befragte Analysten hatten bei 17 Milliarden Euro Umsatz mit einem bereinigten Ebitda von 4,95 Milliarden Euro gerechnet. „Wir sind auf dem richtigen Weg“, sagte Vorstandschef Tim Höttges.

Geschuldet ist der Erfolg T-Mobile US – die Telekom hält zwei Drittel der Anteile. Dank hoher Investitionen und einer Werbeoffensive lockt der US-Mobilfunkanbieter seit zwei Jahren neue Kunden in Scharen. Im vorigen Quartal zog die Kundenzahl um 2,1 Millionen auf 58,9 Millionen an. Damit stieg die Telekom-Tochter jüngst zum drittgrößten US-Mobilfunkanbieter auf. Der Erfolg schlägt sich auch in der T-Mobile-Bilanz nieder: Das bereinigte Ebitda schnellte um 53 Prozent auf 1,65 Milliarden Euro nach oben.

Die Geschichte scheint sich zu wiederholen – bis Ende des letzten Jahrzehnts war das US-Geschäft Wachstumsmotor der Telekom gewesen. Den Sprung über den Atlantik hatte sich die Bonner 2001 einiges kosten lassen: 40 Milliarden Euro machte der damalige Vorstandschef Ron Sommer für den Kauf des T-Mobile-Vorgängers Voicestream locker. Der Preis stellte sich als viel zu hoch heraus – ein Jahr später schrieb die Telekom 20 Milliarden Euro ab, vor allem wegen des US-Abenteuers.

Aber Handys wurden in Amerika erst wesentlich später populär als in Europa – ein gewaltiger Aufholeffekt bescherte den Bonnern in Übersee lange gute Geschäfte. Das änderte sich 2009: Da T-Mobile in den Jahren des Booms zu wenig investiert hatte und das Netz löcherig war, nahmen die Kunden Reißaus. Bonn war ratlos. Der Befreiungsschlag sollte 2011 kommen, als der Verkauf des damals viertgrößten Mobilfunkers an US-Platzhirsch AT&T beschlossen wurde – zum Traumpreis von 39 Milliarden Dollar.

Doch die US-Wettbewerbshüter stoppten die Transaktion. Der Kundenexodus beschleunigte sich. Trostpflaster waren drei Milliarden Dollar Entschädigung und wichtige Funkfrequenzen in den USA, die die Telekom von AT&T für die Vertragsauflösung bekam.

Das „Großmaul“ wird zur Symbolfigur
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5 Kommentare zu "Gewinnsprung dank T-Mobile: Der amerikanische Traum der Telekom"

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  • Keine Langzeitverträge bei T-Mobil USA ... ? Ja sind wir hier denn blöde uns noch 24 Monats-Veträge andrehen zu lassen und wenn man eine Option mal ändern will laufen die 24 Monate wieder neu an?
    Ich lass mich doch nicht verarschen....

    40 Milliarden und der Preis war in etwa 100% zu teuer für Voicestream? Man Alter, sind das alles Managerintelligenzbestien auf dieser Welt...wir Normalos sind einfach zu blöde für diese Welt;
    wie hoch war denn der goldene Handschlag den der Sommer damals beim Abgang bekam?

    Wenn diese Herrschaften mal alle so wirtschaften müssten wie normale Inhaberunternehmer ...

  • Sicher kommt bald die Milliardenklage aus den USA gegen die Telekom.

  • Ich will mein Geld zurück!
    Auf neudeutsch: "I want my money back"

  • Wo sind übrigens die 40 Milliarden Euro geblieben, die ein gewisser "Ron" Sommer seinerzeit in die USA geschafft hat?

  • Wieder einmal erkennt man, dass die T-Com eine sehr gut durchdachtes Konzept hat und weiß, wie man sogar im U.S. Markt wirtschaftlich erfolgreich ist. Dort, ohne die deutschen ABM-Kräfte kann man offensichtlich Gewinne erwirtschaften. Freie Wahl der Mitarbeiter, keine Mitarbeiter mit Beamten-Denkenund schon klappt es auch mit den Gewinnen.

    Immerhin ist jetzt auch erkennbar, wie man sogar (Ex-) Staats-Firmen in duie Gewinnzone führen kann.

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